Neuendorf

Nach zwei Jahren Stillstand ist die unschöne Bauruine endlich weg

Auf dem vorhandenen Fundament mit Liftschacht und Treppenaufgang will die Gistec schon bald ein neues 12-Familienhaus bauen.

Auf dem vorhandenen Fundament mit Liftschacht und Treppenaufgang will die Gistec schon bald ein neues 12-Familienhaus bauen.

Die seit rund zwei Jahren für Aufsehen und Unmut sorgende Bauruine an der Fulenbacherstrasse ist Vergangenheit. Die Bauherrin, die Gistec Gümligen BE, hat ihre Ankündigung, die Bauruine endlich verschwinden zu lassen, umgesetzt.

In den letzten Wochen wurden die von der Witterung stark beschädigten Holzbau-Fertigelenmente des im Rohbau stecken gebliebenen 12-Familienhaues rückgebaut. Nur noch das stehen gebliebene Betonskelett des Treppenaufgangs mit Liftschaft erinnern an die von vielen Einwohnern als Schandfleck empfundene Baustelle.

Über die neue Situation freut sich Gemeindepräsident Rolf Kissling, der im Vorfeld des Rückbaus Druck auf die Bauherrschaft ausgeübt hatte. Kissling hatte gar in Erwägung gezogen, eine Abrissverfügung zu erlassen, falls sich nicht bald etwas bewege.

Inzwischen haben sich die Wogen geglättet. Der Gemeindepräsident windet der Bauherrschaft sogar ein Kränzchen: «Die Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und den Verantwortlichen der Gistec AG war gut.

Man hat sich auf konstruktive Art mit uns um eine Lösung bemüht». Auch wenn anfänglich lange nichts geschehen sei. Dem Gemeindepräsidenten liegt viel daran, dass die Baulücke an der Fulenbacherstrasse bald geschlossen wird. Der Bauherrschaft traue er zu, das Schiff wieder auf Kurs zu bringen, weshalb er ihr auch gestattet habe, Flyer für das neu lancierte Projekt auf der Gemeindeverwaltung aufzulegen.

Rückbau kostete 80 000 Franken

Nicht zuletzt deshalb ist Armin Schmid von der Gistec bezüglich der weiteren Entwicklung zuversichtlich. «Wir haben das Projekt vollständig überarbeitet und die Finanzierung in neue Bahnen gelenkt.»

Der von einer spezialisierten Firma ausgeführte Rückbau und die Entsorgung der Holzbauelemente schlägt mit Kosten von rund 80 000 Franken zu Buche. Weitere 20 000 Franken wurden in die Überarbeitung des Projekts investiert, wie Schmid erwähnt.

Neu soll das dreigeschossige 12-Familienhaus, das wiederum mit Holzbau-Fertigelementen realisiert werden soll, mit dem Einbau von Eigentumswohnungen finanziert werden. Das erste Projekt sah noch Mietwohnungen vor. Der Baubeginn des mit 7,1 Mio. Franken veranschlagten Mehrfamilienhauses erfolge, wenn sich genügend Interessenten gemeldet hätten, so Schmid. Die Nachfrage soll mittels Werbung in den regionalen Medien angekurbelt werden.

«Unverschuldet» in Not geraten

Dass so viel Zeit verflossen sei, bis der Rückbau der unbrauchbaren Holzbau-Fertigelemente in Angriff genommen sei, habe mit der unseligen Geschichte dieser Baustelle zu tun. Ausgelöst worden sei das Desaster von einem Zürcher Unternehmen, das im Jahr 2012 der damaligen Civ AG grundlos den Werksvertrag für die Lieferung der Fertigbauelemente gekündigt habe, obwohl 90 Prozent der Kosten bereits bezahlt waren, führt Schmid dazu aus.

Das juristische Seilziehen in dieser Sache sowie die Gründung der Gistec als neues Generalbauunternehmen für die Rettung des Projekts habe viel Zeit beansprucht. Den erlittenen Schaden schätzt Schmid auf rund 2 Mio. Franken.

Diesen Teil der Geschichte möchte die Gistec nun hinter sich lassen. Ziel bleibe die Realisierung eines gefälligen Mehrfamilienhauses an der Fulenbacherstrasse. «Für das Dorf und natürlich auch in unserem eigenen Interesse», so Schmid.

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