Schule Kestenholz

Nach über 60 Jahren: Schule Kestenholz muss Neubau weichen

Mit schwerem Gerät rückt eine spezialisierte Firma dem Primarschulhaus zu Leibe. Das alte Schulhaus im Hintergrund wird saniert.

Mit schwerem Gerät rückt eine spezialisierte Firma dem Primarschulhaus zu Leibe. Das alte Schulhaus im Hintergrund wird saniert.

1950 wurde das Schulhaus gebaut. 2016 wird es von einem Betonbeisser aufgefressen. Einem 7,35 Mio. Franken teuren Neubau muss es weichen.

Mit dem Beginn der Schulferien hat anfang Woche in Kestenholz auch die letzte Stunde des Schulhauses geschlagen. Dieses muss wegen der stetig steigenden Schülerzahlen einem Neubau weichen, welchen die Einwohnergemeinde nach dem Rückbau am selben Standort errichten will. Abgerissen werden der 1950 an das alte Schulhaus angebaute Mitteltrakt sowie der 1970 in der Fortsetzung des bestehenden Traktes realisierte Anbau.

Um das 8,3 Mio. Franken teure Projekt finanzieren zu können, hatte die Gemeindeversammlung im Dezember 2014 einer Erhöhung der Steuern um vier Prozentpunkte auf 119 Prozent zugestimmt. Für den Bau des neuen Schulhauses, die Umgebung und Anpassungsarbeiten an das alte Schulhaus sowie die während der Bauzeit als Schulzimmer genutzten Container sind Kosten von 7,35 Mio. Franken veranschlagt. Die Erschliessung der auf der Ostseite angelegten Joseph-Joachim-Strasse schlägt mit 780 000 Franken zu Buche.

Vom Schulhaus verabschiedet

Nicht allen Schülerinnen und Schülern fiel der Auszug aus dem ausgedienten Schulhaus leicht. Um den Kindern einen «würdigen» Abschied aus ihren Schulräumen zu ermöglichen und sie dabei zu unterstützen, hatten sich Schulleitung und Lehrerschaft einen besonderen Event ausgedacht. Nach dem Umzug von fünf Klassen in die erwähnten Container sowie zwei weiteren Klassen ins alte Schulhaus wurde in der Turnhalle zur Freude der Kinder ein grosses Domino gebaut.

Höhepunkt war Anfang Nachmittag der Start der Dominobahn. Danach hatten die Schülerinnen und Schüler eine letzte Gelegenheit, um ihre ehemaligen und inzwischen leeren Schulräume aufzusuchen und sich von diesen würdig zu verabschieden. Die Kinder taten dies mit auf Wände und Boden geschriebenen Worten und Sätzen wie «tschüss», «liebes Schulhaus, ich vermisse dich sehr» sowie Zeichnungen und Symbolen mit ähnlichen Aussagen.

Abriss schon weit fortgeschritten

Von den Sympathiebekundungen der Schülerinnen und Schüler ist inzwischen nicht mehr viel übrig. Der Abrissbagger hat schon fast die Hälfte der zum Rückbau freigegebenen Gebäude dem Erdboden gleichgemacht. Praktisch vollständig abgerissen ist der 1950 an das alte Schulhaus angebaute Mitteltrakt.

Der 1970 angegliederte Anbau soll Anfang nächster Woche in Angriff genommen werden, wie Vorarbeiter Meinrad Zeltner von der für den Rückbau verantwortlichen Firma sagt. Vorgängig werden das Gebäude komplett ausgeräumt und die Ziegel vom Dach entfernt. Leichten Beton- und Backsteinwänden rückt Zeltner als Baggerfahrer mit dem sogenannten Greifer zu Leibe. Bei gröberen Betonelementen kommt der Betonbeisser zum Einsatz.

35 Zentimeter dicke Betonmauern

Der Rückbau des alten Schulhauses sollte bis Ende Februar abgeschlossen sein. Danach ist das Kellergeschoss an der Reihe. Als Herausforderung wartet dort die Zivilschutzanlage mit bis zu 35 Zentimeter dicken Betonmauern auf die vier Personen zählende Crew der Abbruchfirma.

Bauführer Zeltner macht sich allerdings keine grossen Sorgen. «Mit dem Betonbeisser ist das kein Problem», sagt der 58-jährige Routinier. Mit diesem Spezialgerät könnten auch die Metallteile auf einfache Weise vom Beton getrennt werden. «Wir werden Mitte März soweit sein, dass der Baumeister seine Arbeit aufnehmen kann», meint Zelter zum zeitlichen Ablauf des Auftrags.

Der Bezug des neuen Schulhauses soll, sofern alles nach Plan läuft, noch vor den Sommerferien 2017 erfolgen, wie Gemeindeschreiber Marco Bürgi auf Anfrage erklärt.

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