Balsthal
Nach Rückzug von Roland Stampfli: Wer wird neuer Gemeindepräsident?

Nach dem Rückzug von Gemeindepräsident Roland Stampfli stellt sich nun die Frage, wer seiner statt zum neuen Präsidenten Balsthals gewählt werden soll. Bisher möchte sich niemand definitiv in Stellung bringen.

Philipp Felber
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Wer führt in Zukunft das grösste Dorf im Thal als Präsident? Noch ist das gänzlich ungewiss.

Wer führt in Zukunft das grösste Dorf im Thal als Präsident? Noch ist das gänzlich ungewiss.

Bruno Kissling

Vor zweieinhalb Wochen platzte die Bombe: Gemeindepräsident Roland Stampfli will nun doch nicht mehr eine zweite Amtsperiode anhängen. Stampfli kam damals aus dem Nichts. Zur Gemeinderatswahl, die in Balsthal jeweils vor der Präsidentenwahl stattfindet, trat er gar nicht an.

Die Konsequenzen: Der eigentlich als Gemeinderat gewählte Philippe Ebener trat aus dem Gemeinderat aus, weil Stampfli als gewählter Gemeindepräsident einen Platz für sich beanspruchte. Der parteilose Stampfli spürte damals genügend Feuer und Energie in sich, um das Amt anzupacken, wie er sich in dieser Zeitung zitieren liess.

Roland Stampfli tritt nicht mehr zu den Wahlen an.

Roland Stampfli tritt nicht mehr zu den Wahlen an.

Alois Winiger

Stampfli hatte damals im ersten Wahlgang bereits einen grossen Vorsprung und wurde dann in einer stillen Wahl als Präsident gewählt. Dies weil sich die anderen drei Kandidaten zurückzogen.

Sein überraschender Entscheid, nun nicht mehr anzutreten, begründete er mit gesundheitlichen Problemen. Zudem verwies er darauf, dass es ihn störe, dass nicht alle am gleichen Strick ziehen würden. Mitunter überrascht vom Rückzug Stampflis zeigten sich die Balsthaler Parteien.

Übernehmen die Etablierten?

Nun ist also der Quereinsteiger, der den etablierten Parteien im Dorf eine empfindliche Niederlage beigefügt hatte, weg. Kann nun die SP, CVP, FDP oder gar die SVP das Amt zurückerobern?

Wir haben bei Exponenten der Parteien nachgefragt, ob sie sich zur Wahl aufstellen lassen werden. Dabei wurde vor allem eines klar: Im Pensum des Gemeindepräsidenten liegt des Pudels Kern.

Definitiv ist noch gar nichts

Enzo Cessotto, welcher bei den letzten Wahlen halb so viele Stimmern wie Stampfli erzielt hatte, will sich noch nicht definitiv festlegen. Er habe sich vor drei Jahren für das Amt unter den damaligen Bedingungen aufstellen lassen.

Momentan sei eine Kommission damit betraut worden, das Pensum und das Pflichtenheft des Präsidentenamtes zu überdenken. Erst wenn diese Prüfung abgeschlossen ist, möchte sich Cessotto festlegen. «Lust haben für ein Amt und realistischerweise Zeit dafür zu haben, ist leider nicht dasselbe.»

Als selbstständig Erwerbender tendiert er eher dazu, das Pensum oder zumindest die Pflichten zu kürzen. Zudem habe man sich in der FDP-Fraktion noch keine Gedanken über die Nachfolge gemacht.

In eine andere Richtung gehen die Überlegungen von Stephan Berger, Oberamtsvorsteher der Amtei Thal-Gäu. «Stand heute sage ich nicht Nein.» Er müsse sich das ernsthaft überlegen, doch er möchte eher ein grösseres Pensum für das Amt und nicht wie Cessotto ein kleineres. «Das derzeitige Pensum entspricht nicht dem Amt.»

Dies, weil Balsthal eine Zentrumsfunktion im Thal einnehme. Ins selbe Horn stösst auch Urs Ackermann. «Die Höhe des Pensums wird das Kandidatenfeld einschränken.» Es handle sich um ein anspruchsvolles Amt. So sei zum Beispiel die Umfahrung Klus ein Thema, das noch nicht gelöst sei. Oder auch generell die finanzielle Lage.

«Die Wähler erwarten Repräsentationen, und mit diesem Pensum allen Ansprüchen zu genügen, ist schwierig.» Der CVP-Kantonsrat sieht aber von einer eigenen Kandidatur ab.

Thomas Fluri, seines Zeichen Bürgergemeindepräsident, hat sich noch keine Gedanken gemacht. «Für einen Politiker wär es ein schöner Job, ich bin aber kein Politiker.» Dass es ein spannendes Amt wäre, dem pflichtet auch Fabian Müller von der SP bei. «Sonst hätte ich mich bei der letzten Wahl nicht aufstellen lassen.»

Er möchte aber nun zuerst die Gemeinderatswahlen abwarten, eher er zusammen mit seiner Partei über das weitere Vorgehen entscheidet. SVP-Gemeinderat Georg Rütti sieht momentan davon ab, sich für das Amt aufstellen zu lassen. Sein Parteikollege René Zihler, ebenfalls Gemeinderatsmitglied, konnte telefonisch nicht erreicht werden.

CVP-Ortsparteipräsident Pierino Menna, welcher sich bei den letzten Wahlen noch zur Verfügung stellte, wollte sich auf Anfrage dieser Zeitung nicht zu seiner Person als möglicher Kandidat äussern.