Holderbank
Nach Nein zum Schulkreis: Gemeinderat nimmt neuen Anlauf

Die Zusammenarbeit mit der Primarschule Balsthal warf im letzten Jahr hohe Wellen in Holderbank. Die Gemeinde passte nun den Zusammenarbeitsvertrag an – jetzt muss er noch von Balsthal bewilligt werden, ehe er im Dezember nochmals vors Volk kommt.

Kelly Spielmann
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Kinder bis zur zweiten Klasse sollen auch in Zukunft ihre Jacken im Schulhaus Holderbank aufhängen.

Kinder bis zur zweiten Klasse sollen auch in Zukunft ihre Jacken im Schulhaus Holderbank aufhängen.

Bruno Kissling

Da die Anzahl der schulpflichtigen Kinder in Holderbank stetig sank, wurde im Dezember letzten Jahres über eine Zusammenarbeit mit der Primarschule Balsthal abgestimmt. Ziel eines Zusammenarbeitsvertrags war, dass die Kinder den Kindergarten sowie die 1. und 2. Klasse in Holderbank besuchen und ab der 3. Klasse mit dem Postauto nach Balsthal zur Schule gehen.

Dadurch hätte die Gemeinde Holderbank Einsparungen von rund 90 000 Franken pro Jahr machen können. Mit 40 Neinstimmen gegen die 31 Befürworter wurde das Vorhaben bei der Gemeindeversammlung vom Dezember 2015 abgelehnt. Nach weiteren heftigen Diskussionen an der Budgetgemeindeversammlung nimmt der Gemeinderat nun einen neuen Anlauf.

Im letzten Dezember wurden von den Gegnern der Kreisprimarschule einige Kritikpunkte mehrfach genannt. Ein Hauptgrund zur Neinstimme sei für viele Eltern gewesen, dass die Kinder mit dem öffentlichen Verkehr zur Schule müssten und nicht mit einem Schulbus. Drittklässler seien zu jung, um mit dem Postauto von Holderbank nach Balsthal zu fahren, auch wenn eine Aufsichtsperson sie begleiten würde, so die Meinung einiger Eltern.

Auch sei für die Anwesenden die Frage im Raum gestanden, wer die Kosten für Mobiliar, Infrastruktur und Ähnliches übernehmen würde, da sie als Einwohner der Gemeinde Holderbank nicht für Kosten Balsthals aufkommen wollen. Weitere Kritikpunkte waren der Zeitpunkt des Wechsels nach Balsthal sowie die Sicherheit des Standorts Holderbank gewesen.

Wichtig sei für viele Anwesende auch die Frage gewesen, ob Kinder, welche in Holderbank in die gleiche Klasse gehen, auch in Balsthal zusammen die Schule besuchen können. Als letzter Punkt stand das Thema der leitenden Gemeinde und des Sitzes der Schulleitung in der Diskussion.

Vertrag angepasst

Mit diesen und anderen Themen hat sich die speziell für die Zusammenarbeit der Primarschulen Holderbank und Balsthal gegründete Arbeitsgruppe seit der erfolglosen Abstimmung im letzten Dezember auseinandergesetzt. Über eine veränderte Version des Zusammenarbeitsvertrags wurde nun befunden. Als wichtiger Punkt, welcher im neuen Vertrag konkretisiert ist, wurde im Gemeinderat die Standortsicherheit genannt.

Vertraglich soll nun festgelegt werden, dass die Schüler des Kindergartens, der ersten sowie der zweiten Klasse definitiv in Holderbank unterrichtet werden und erst ab der dritten Klasse in Balsthal die Schule besuchen.

Dieser Zeitpunkt wurde ausgewählt, da unter anderem der Fremdsprachenunterricht in der 3. Klasse beginnt, und aus strukturellen und organisatorischen Gründen eine Neugliederung der Klassen dann am sinnvollsten ist. So soll auch die Möglichkeit erhöht werden, dass die Holderbanker Schüler die selbe Klasse besuchen können.

Konkretisiert wurde auch der Standort der Schulleitung und der leitenden Gemeinde, welche Balsthal sein soll. Es würde jedoch eine Fachkommission gebildet, welche aus Mitgliedern beider Gemeinden bestehen und somit die Interessen von Holderbank und Balsthal vertreten würde. Auch der Aufgabenbereich der Schulleitung wurde im Vertrag angepasst.

Als letzter Punkt wurde verdeutlicht, welche Gemeinde für welche Kosten aufkommen müsste: Dabei sei Holderbank für die Infrastruktur und das Mobiliar ihrer eigenen Primarschule zuständig, während die Kosten, welche in Balsthal anfallen würden, auch von der Gemeinde Balsthal getragen werden müssten.

Eine Lösung für die Transportfrage konnte nicht geboten werden, dieser müsse mit dem Postauto geschehen. Grund dafür sei, dass der Kanton nur die Kosten für den öffentlichen Verkehr übernehme, wie Gemeinderätin Gabriela Dennler letztes Jahr erklärte.

Der veränderte Vertrag wurde einstimmig angenommen und wird somit Balsthal zur Zustimmung vorgelegt. Die Arbeitsgruppe wird am 16. November eine Informationsveranstaltung veranstalten. Das letzte Wort hat wiederum die Bevölkerung an der Gemeindeversammlung im Dezember.