Welschenrohr
Nach langer Suche übergibt Kommandant der Feuerwehr sein Amt ab

Bei der Feuerwehr Welschenrohr steht ein Generationenwechsel an: Kurt Schneeberger übergibt an André Schacher.

Walter Schmid
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Führen die Thaler Feuerwehr in die Zukunft: (von links) Michael Vils, Andreas Rotschi (Offiziere) neben dem neuen Kommandaten André Schacher und Kurt Schneeberger.

Führen die Thaler Feuerwehr in die Zukunft: (von links) Michael Vils, Andreas Rotschi (Offiziere) neben dem neuen Kommandaten André Schacher und Kurt Schneeberger.

Bischi-Photography

Volle 22 Jahre stand Kurt Schneeberger als Kommandant an der Spitze der Feuerwehr Welschenrohr-Gänsbrunnen. «Die Suche nach einem Nachfolger gestaltete sich recht schwierig, deshalb musste ich meine Amtszeit verlängern,» meinte Schneeberger. Nun konnte die Feuerwehr aber an der Hauptübung den neuen Kommandanten vorstellen: André Schacher übernimmt die Geschicke der Feuerwehr im hinteren Thal.

Als junger Offizier musste Kurt Schneeberger im Alter von 31 Jahren das Amt des Feuerwehrkommandanten von Heini Allemann übernehmen. Schneeberger erinnert sich an seine Anfänge: Eben erst hatte die Gemeinde damals das Mehrzweckgebäude «Dünnerehof» mit dem geräumigen Feuerwehrmagazin fertiggebaut und eingerichtet. Im Zuge des Neubeginns schuf die Gemeinde ein neues Tanklöschfahrzeug an. Die Mannschaft war mit rund 40 Feuerwehrleuten gut aufgestellt. Welschenrohr und Gänsbrunnen steckten viel Geld in die Modernisierung, in neues Material und in die persönliche Ausrüstung der Mannschaft. Auch einige Frauen waren bei Schneebergers Amtsantritt in der Feuerwehr tätig.

«Das schlimmste Ereignis während meiner Amtszeit war der Brand eines Einfamilienhauses, bei dem ein Bewohner ums Leben kam,» erinnert sich Kurt Schneeberger. Abgesehen von diesem Extremereignis erinnert sich Schneeberger an die Einsätze bei Hochwasser, bei welchen die Ortsfeuerwehr Kellern auspumpen musste. Aber auch kleinere Probleme beschäftigten Schneeberger und seine Mannschaft. So rückten sie etwa aus, um Wespennester zu entfernen. «Ich konnte immer auf gute Leute in meiner Mannschaft zählen. Aber auch der Gemeinderat und Gemeindeversammlung waren der Feuerwehr immer wohl gesinnt», stellt Schneeberger fest. In seiner Amtszeit wechselte drei Mal das Feuerwehrreglement. Schneeberger amtete zudem zehn Jahre als Präsident des Feuerwehrverbandes Thal und er war in dieser Funktion auch Mitglied des Feuerwehr-Kantonalverbandes und gehörte zwölf Jahre dem Gemeinderat und der Liegenschaftskommission an.

Hauptübung im Zeichen der Rochade

Mit André Schacher findet im hinteren Thal ein Generationenwechsel statt: 30-jährig ist der neue Kommandant der Feuerwehr Welschenrohr-Gänsbrunnen. Er ist in Gänsbrunnen aufgewachsen, wohnt heute in Welschenrohr und arbeitet als Zimmermann in Niederbipp. Seit elf Jahren ist Schacher Mitglied der Feuerwehr. Indem er viele Kurse absolvierte, diente er sich zum Offizier hoch. «Der Entscheid ist nicht leicht gefallen. In langen Gesprächen fiel schliesslich die Wahl auf mich», sagt der künftige Kommandant. Schacher besucht in nächster Zeit den Kommandantenkurs und wird Ende Jahr durch den Gemeinderat zum Hauptmann befördert. Sein Amt tritt er zu Beginn des neuen Jahres an. Der scheidende Kommandant will André Schacher zu Beginn unterstützen.

Auch die Hauptübung der Feuerwehr fand in diesem Jahr im Zeichen des Kommandantenwechsels statt: Unter dem Motto «Generationenwechsel» präsentierte sich die Thaler Mannschaft der Bevölkerung. Dazu liessen sich die Feuerwehrmänner den einen oder anderen Spass einfallen. So tauchten sie plötzlich in alten Brandschutzkleidern mit Kesselspritzen auf. Ernsthaft war die Übung, als ein Brand im Schulhaus simuliert wurde und die Feuerwehr Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrpersonen aus dem obersten Stock des Schulhauses rettete.