Primarschule Oberbuchsiten
Nach groben Mängeln an Primarschule ist Schulleiter weg

Nach drei roten Ampeln an der Primarschule wurde der Schulleiter entlassen − nun gehts aufwärts.

Philipp Felber
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Es soll wieder aufwärtsgehen an der Primarschule Oberbuchsiten, hier am Standort Steinmatt. Die ersten Schritte seien getan, vermeldet die Gemeinde.

Es soll wieder aufwärtsgehen an der Primarschule Oberbuchsiten, hier am Standort Steinmatt. Die ersten Schritte seien getan, vermeldet die Gemeinde.

Bruno Kissling

Drei rote, eine gelbe und drei grüne Ampeln: So lautete das Fazit der externen Schulevaluation im letzten Frühjahr an der Primarschule Oberbuchsiten. Vergleicht man dies mit der Primarschule Hägendorf, wo nur die Schulleitung eine rote respektive graue Ampel erhält, sind die Mängel noch gravierender. Die roten Ampeln sind damals in den Bereichen Schulleitung, Elternkontakte und Qualitätsmanagement gesetzt worden.

Die Gemeinde beschloss Sofortmassnahmen, und liess den Schulleiter von einer externen Stelle coachen. Dies bis Ende des Schuljahres 2014/2015, dann musste der Bisherige den Hut nehmen. Neue Schulleiterin ist seither Susanne Carrard. «Wir wollten eine gewisse Stabilität gewährleisten, darum haben wir die Schulleitung nicht sofort gewechselt», erklärt Sarah Koch, Gemeinderätin und Leiterin des Ressorts Bildung. Vor allem die Pensenplanung für das nächste Schuljahr sei ein Grund dafür gewesen, dass der bisherige Schulleiter das Amt noch weiter ausführen konnte. «Wir wollten nicht ein Chaos provozieren mit einer sofortigen Freistellung.» Hinzu komme, dass die Situation nicht so zerfahren gewesen sei, dass eine sofortige Absetzung nötig gewesen sei. So konnte auch die Nachfolgeregelung in geordneten Bahnen aufgegleist werden, so Koch weiter.

Schulleiterin ist zufrieden

Für Susanne Carrard ist die Aufarbeitung der Mängel gut angelaufen. «Ich werde sehr gut unterstützt», sagt sie. Insbesondere die Unterstützung aus dem Lehrerteam streicht sie hervor. So wurde ein vierköpfiges Team zusammengestellt, welches Anliegen aus dem Lehrerteam einbringen soll und die Schulleitung bei der Planung und Umsetzung von Schritten zur Qualitätsverbesserung. Dies meldet der Gemeinderat in einem Schreiben. Das externe Coaching läuft indes auch mit der neuen Schulleitung weiter, dies als Massnahme in der Zusammenarbeit mit dem Volksschulamt. Die Schulleiterin verweist weiter auf den Kontakt mit den Eltern, den sie als sehr positiv wahrgenommen habe. Weiter weist der Gemeinderat in seinem Schreiben daraufhin, dass regelmässige Treffen zwischen der Schulleitung und der Ressortleiterin stattfinden, um den Informationsaustausch zwischen der Gemeinde und der Schule hochzuhalten.

Das Pensum der Schulleitung bleibt indes bei 65 Prozent. Angedacht war vor rund einem Jahr, dass dieses Pensum in der Übergangsphase auf 100 Prozent aufgestockt wird. Davon wollte der Gemeinderat jedoch nichts wissen. Die Empfehlung des Verbandes Solothurner Einwohnergemeinde und des Verbands Schulleiter Solothurn stützen diese Entscheidung. So wird bei einer Schulgrösse von rund 180 Schülerinnen und Schülern, bei der die Schulleitung die gesamte Schule mit allem Drum und Dran führt, ein Pensum von 65 Prozent empfohlen.

Gefordert ist nun das Volksschulamt, welches in einer Gruppe die Neuausrichtung der Primarschule Oberbuchsiten begleitet. Der Gemeinderat hat an seiner letzten Sitzung ein Massnahmeplan verabschiedet, welcher nun vom Volksschulamt abgesegnet werden muss. Sofern er denn zielführend sei, ansonsten seien gegebenenfalls Korrekturen angebracht. Klar sei auch, dass es eine Nachevaluation der Schule geben werde, wie Yolanda Klaus vom Volksschulamt weiter ausführt. Diese wird innerhalb von zwei Jahren geschehen, wobei noch nicht klar ist, wann die Frist von zwei Jahren abläuft. Es mache wenig Sinn, dass die Schule mitten in der Aufbauphase wieder kontrolliert wird. Je nach Sichtweise wären die zwei Jahre entweder im Herbst 2016 oder im Frühjahr 2017 abgelaufen. Doch der Zeitpunkt der Nachevaluation werde in Zusammenarbeit mit der Schule festgelegt. «Natürlich kann das nicht bis in alle Ewigkeit hinausgezögert werden», erklärt Klaus.

Vonseiten der Gemeinde her läuft der Prozess der Umsetzung des nun verabschiedeten Massnahmeplans bereits. Diese Umsetzung startete in der Planungsphase, wie die Gemeinde schreibt. Zudem sagt Sarah Koch, dass die Umbruchphase gut angelaufen sei und die Gemeinde dies «als Chance sieht, einen Neustart zu vollbringen». Eine Schulkommission, wie an der Infoveranstaltung im März 2015 zu den Evaluationsergebnissen gefordert, sei jedoch nicht geplant.

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