Das dreigeschossige Gebäude an der Allmendstrasse mit einem Umschwung von 727 Quadratmetern steht seit rund drei Jahren zum Verkauf.

Gemäss Josef Zeltner, Vize-Präsident der Käsereigenossenschaft Neuendorf, konnte inzwischen ein Käufer gefunden werden. Bei diesem handle es sich um eine Privatperson aus Wolfwil; für die «Chäsi» lege er einen Betrag «im mittleren sechsstelligen Bereich» aus.

Laden soll in Betrieb bleiben

Die Käsereigenossenschaft Neuendorf mit ihren heute noch sieben Genossenschaftern habe dem Verkauf zugestimmt, er sei allerdings noch nicht über die Bühne gegangen. Wie Käsereigenossenschaft-Präsident Stephan Marbet sagt, sei der Vertrag sicherlich bis Ende April unter Dach und Fach.

Das Gebäude umfasst den ehemaligen Käsekeller, ein Ladenlokal, eine Wohnung, ein Dachgeschoss und die Milchsammelstelle. Der Käufer werde die sanierungsbedürftige Liegenschaft wohl aus- und umbauen, so Marbet. Aus der Wohnung mit aktuell sieben Zimmern würden wohl zwei Wohnungen, das Dachgeschoss werde möglicherweise ausgebaut. Der im Haus befindliche Laden, den Yvonne Misteli führt, soll jedoch erhalten bleiben. Das letzte Wort hat diesbezüglich allerdings der neue Besitzer. Yvonne Misteli ist jedoch zuversichtlich: Man habe ihr gesagt, dass sie den Laden weiterführen könne.

Sammelstelle wird aufgehoben

Anders verhält es sich jedoch mit der Milchsammelstelle, die im Gebäude untergebracht ist und die von der Käsereigenossenschaft in Eigenregie betrieben wird. Diese werde «über kurz oder lang nicht weitergeführt», so Vize-Präsident Zeltner. Er nennt den Milchpreis, der seit der Eurokrise von 67 auf aktuell 53 Rappen pro Liter gefallen ist, als akutes Problem.

Da dieser sehr tief sei, gebe es zu wenig Milchproduzenten im Dorf: Von den derzeit fünf Milchbauern hören bis Ende Jahr zwei auf. Verbleiben werden im Ort drei Milchproduzenten an zwei Produktionsstätten – zwei der Bauern führen gemeinsam eine Tierhaltegemeinschaft. Eine Sammelstelle sei dann nicht mehr rentabel, sie werde deshalb voraussichtlich noch in diesem Jahr zwischen Sommer und Herbst aufgehoben.

«Es ist wirtschaftlicher, den Zwischenschritt der Sammelstelle zu überspringen und die Milch vom Hoftank direkt in den Sammeltank zu pumpen», so Zeltner. Die in der Nordost- und Nordwestschweiz tätige Milchhandelsorganisation Mooh hole die Milch alle 48 Stunden per Lastwagen bei den Produzenten ab. Allerdings schlage jeder Halt, den der Lastwagen einlege, mit rund 20 Franken zu Buche. Es sei daher für alle Beteiligten kostengünstiger, wenn neuerdings ein Sammelplatz vereinbart würde, wo die Milchbauern ihre Milch hinbringen und wo diese vom Tank direkt in den Lastwagen gepumpt werde.

Neuer Sammelplatz angestrebt

Ausserdem habe ein Milchproduzent aus Oberbuchsiten seine Milch bisher jeweils zur Sammelstelle in die «Chäsi» Neuendorf gebracht. Da er seine Milch auch weiterhin im Ort abliefern wolle, sei ein neuer Sammelplatz die bevorzugte Lösung, sagt Zeltner.