«Ende Mai wurde uns ganz unverhofft der Mietvertrag gekündigt», erklärt Denise Baumgartner, Inhaberin der Dance Art Academy. Während rund sechs Jahren tanzten die Tanzschülerinnen und Tanzschüler am Steinenbachweg in Balsthal. Vorher befand sich die Tanzschule im Tenniscenter Moos im oberen Stockwerk. Als es damals von der fitneXX AG gekauft wurde, musste die Dance Art Academy weichen. «Bereits damals gestaltete sich die Suche mehr als schwierig, um in Balsthal ein passendes Lokal zu finden», erinnert sich Baumgartner. Es gebe schlichtweg nichts Geeignetes.

Die Videobotschaft zum Crowdfunding

Entweder befinden sich die Räumlichkeiten in einem Wohnquartier, was aufgrund des gelegentlichen Lärms durch die Musik und der Kinder nicht passt oder in einer alten Fabrikhalle wie beispielsweise in der Klus. «Damit habe ich schon geliebäugelt», erklärt die passionierte Tänzerin. «Doch hier müsste ich sehr viel Geld reinstecken, um den Raum für eine Tanzschule umzubauen.»

Neue Lage ein Dorf nebenan

Schnell stellte sich raus, dass in der nahen Umgebung nichts Passendes existiert. Aus diesem Grund erweiterte Baumgartner den Suchradius. «Die Bedingung war, dass sich die Schule nur ein Dorf nebenan befindet», sagt die Tanzlehrerin. Aus diesem Grund habe sie dann in Oensingen gesucht und wurde im Mühlefeld an der Bienkenstrasse 26 rasch fündig. Diese sei «mitten in der Ladenpassage», was gewisse Vorteile wie genügend Parkplätze oder Verweilmöglichkeiten habe. «Die Eltern müssen nicht im Tanzsaal warten, sondern können nebenan einen Kaffee trinken», erklärt die gebürtige Balsthalerin. Im neuen Gebäude verfüge man zudem über eine separate Garderobe und eine Dusche – Annehmlichkeiten, die bis jetzt fehlten.

Baumgartner leitet die Schule in einem 50 Prozent-Pensum und arbeitet 50 Prozent in einem Basler Unternehmen. «Ich betreibe die Schule kostendeckend und nicht gewinnorientiert», erklärt sie. Sie verdiene nur so viel damit, um knapp ein 100 prozentiges Einkommen zu erreichen. Aus diesem Grund verfügt die Schule über keine allzu grossen finanziellen Ressourcen. «Der Umzug war nicht geplant, weshalb wir nicht dafür sparten», erklärt Baumgartner. Da nun die Zeit drängt und Geld aufgetrieben werden muss, entschied sie, ein Crowdfunding auf der Online-Plattform «we make it» zu lancieren.

Keine negativen Rückmeldungen

Mittels Crowdfunding können private Spender mit Kleinstsummen ein Projekt unterstützen. «Das Tolle daran finde ich, dass Beträge ab 1 Franken möglich sind», so die Tanzlehrerin. Typisch für Crowdfunding ist, dass den Spendern eine Gegenleistung geboten wird, die nach Projektende eingelöst werden muss. «Es ist aber auch möglich, etwas zu spenden ohne eine Gegenleistung dafür zu wollen. Das entscheidet man selber.» Das Sammelziel für den Umbau liegt bei 5500 Franken. Die Sammelaktion ist immer auf eine bestimmte Anzahl Tage fixiert.

Wird das Ziel bis dahin nicht erreicht, fliesst das Geld wieder zurück an die Spender.
Der gesammelte Betrag werde in den Ausbau der Räume sowie den Umzug gesteckt. «Was viele nicht wissen, ist, dass Gewerberäume stets im Rohbau erhältlich sind», sagt Baumgartner. Da müsse nun unter anderem ein neuer Boden verlegt, Wände gestrichen und zusätzliche Spiegel gekauft werden. «Ich bin positiv überrascht, dass keine negativen Rückmeldungen zum Standortwechsel kamen», so Baumgartner weiter.

Zugegeben, sie habe mit grösserem Widerstand gerechnet. «Von 200 Schülerinnen und Schülern stammt die eine Hälfte aus dem Gäu und die andere aus dem Thal», erklärt Baumgartner. Bis jetzt habe sich nur ein Kind gemeldet, welches den Tanzunterricht fortan nicht mehr besuchen kann, da die Transportmöglichkeiten fehlen. Die Tanzlehrerin hofft nun, dass einige Fahrgemeinschaften gebildet werden.

Zwei Auftritte von der Dance Art Academy am Multikulti im Jahr 2018:

Youtube: Dance Art Academy; Cute emotion am Multikulti 2018

Youtube: Dance Art Academy; PowerGirls am Multikulti 2018