Oensingen

Nach dem Tod von Kino-Vater Robert Hediger: Nachfolge für Kino Onik gesucht

Als sein Bubentraum in Erfüllung ging: Robert Hediger mit einer alten Filmrolle vor der Kino-Eröffnung im Herbst vor bald 18 Jahren.

Als sein Bubentraum in Erfüllung ging: Robert Hediger mit einer alten Filmrolle vor der Kino-Eröffnung im Herbst vor bald 18 Jahren.

Kino-Vater Robert Hediger verstarb Ende letzten Jahres. Nun möchten seine Kinder die Nachfolge des Oensinger Kinos Onik sichern.

«Brennst du für das Kino, das Knattern der Projektoren? Wolltest du nicht schon immer mal dein eigenes Kino führen?», schreiben die Geschwister Hediger auf der Kino-Onik-Web­site. Wie Sohn Ronny Hediger auf Anfrage mitteilt, ist Robert Hediger Ende vergangenen Jahres im Alter von 70 Jahren verstorben. «Ich habe schon als kleiner Junge davon geträumt, einmal ein eigenes Kino zu eröffnen, denn die Kinobranche ist einfach alles für mich», sagte Hediger im September 2002, als er das Kino Onik eröffnete.

Knattern tut es im Kino Onik zwar seit 2012 nicht mehr. Hediger kam nicht darum herum, die Kinotechnik zu digitalisieren. Aber die Filme flimmern auch nach seinem Tod noch über die Leinwand im Mühlefeld-Zentrum. Momentan läuft etwa der Schweizer Film «Platzspitzbaby». «Wir haben zurzeit zwei sehr engagierte Mitarbeiterinnen und wir alle unterstützen sie wie es geht», sagt Ronny Hediger. Längerfristig sei es für sie neben dem Beruf jedoch nicht möglich, das Kino zu führen. Aber die Geschwister möchten das Kino ihres Vaters nicht einfach aufgeben.

Die Hoffnung auf den Standort Oensingen

Die Nischenkinos fristen im Zeitalter von Netflix und den neuen Medien ein schwieriges Dasein – kämpfen im Schatten der glamourösen Solothurner Filmtage um ihre Existenz. Das war beim Kino Onik schon seit Jahren so. 2015 sagte Robert Hediger zu dieser Zeitung: «Derart schlecht lief es in unserem 13-jährigen Bestehen noch nie. Wenn es so weitergeht, müssen wir wohl bald schliessen.» Für seinen Bubentraum trotzte Hediger aber allen Widrigkeiten. Nur deshalb würde das Oensinger Kino in zwei Jahren bereits den 20. Geburtstag feiern.

Robert Hediger hatte in Brugg das Kino Excelsior mit 300 Plätzen gepachtet und geführt. Nach Oensingen kam er, um sein eigenes Kino aufzubauen. Er glaubte an diesen Standort, zwischen den Zentren Olten und Solothurn, wo es kein Kino mehr gab. Hediger kam mit einer klaren Vision: Er wollte hochstehende Filme zeigen und mit diesen auch die Kinobesucher fordern. Im Kleinen las sich Hedigers Elan heraus. Für den schlichten, jedoch wohlüberlegten Namen des Kinos, kehrte er die Buchstaben um, woraus der elegante Namen «Onik» entstand.

Auch als die hohen Investitionen bei schwindendem Zuschaueraufkommen zur Last wurden, gab er nicht auf. Gut 80000 Franken musste Hediger für die Digitalisierung, weg von den überholten Projektionsmaschinen, investieren. Nur weil der Lotteriefonds einen grossen Beitrag sprach und auch die Bürgergemeinde Oensingen 5000 Franken beisteuerte, konnte er 2012 überhaupt modernisieren. Die Gemeinde Oensingen unterstützt das Kino seither, ­indem es zu Bildungszwecken Kinobesuche der Primarschule finanziert.

Mit verschiedenen Interessenten Gespräche geführt

Auch Ronny Hediger weiss, dass kleine Kinos einen schwierigen Stand haben. Dennoch hoffen er und seine Geschwister, eine Nachfolge zu finden. «Wir haben mit verschiedenen Personen Gespräche geführt», sagt er. Am liebsten möchten die Geschwister das Kino Onik verkaufen. «Dass dies nicht einfach wird unter den gegebenen Bedingungen, ist uns klar», sagt er. «Wenn uns dies nicht gelingt, sind wir wohl gezwungen, das Kino zu schliessen.» Aus der Bevölkerung hören die Hediger-Geschwister oft, es wäre schade, wenn Oensingen sein Kino verlieren würde. «Sie müssten vielleicht ein bisschen häufiger ins Kino kommen», appelliert Hediger an die Bevölkerung.

Kontakt: info@kino-onik.ch

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