Als «Schlag ins Gesicht» bezeichnete diese Zeitung den Entschluss der Regierung, den Erhalt der halbstündlichen Intercity-Halte in Oensingen als nicht erheblich zu erklären. Die Streckenkapazität würde das geplante Angebot im Regional- und Güterverkehr nicht zulassen, heisst es im Regierungsratsbeschluss. Ausserdem würde die Bedienung Oensingens mit dem IC zulasten von zwei stündlichen Güterzugstrassen im Gäu einhergehen. Stattdessen werde die Gemeinde von einem Regio-Express zwischen Solothurn–St. Gallen bedient. Zusätzlich zu diesem geplanten Angebot auch den Intercity Genf–St. Gallen über Oensingen zu führen, wäre natürlich für die Gäuer Metropole toll, hätte aber anderweitig mehr Nach- als Vorteile, wie der Regierungsrat schreibt.

Oensingens Gemeindepräsident und Kantonsrat Fabian Gloor nimmt den Entschluss «nicht einfach so hin», wie er auf Anfrage sagte. «Der Regierungsrat hat unser Anliegen zu wenig ernst genommen.» Der Regio-Express könne schliesslich kein Ersatz für den Intercity sein, nur eine Ergänzung. Denn der Zeitverlust nach Zürich könne nicht durch andere Elemente aufgehoben werden. «Zudem hat der Personenverkehr meiner Meinung nach Vorrang vor dem Güterverkehr, da gerade unsere Region bereits grosse Verkehrslasten trägt», sagt Gloor. Der Gemeindepräsident sowie das zuständige Komitee, das sich für den Erhalt des Intercitys in Oensingen einsetzt, seien «nicht zufrieden». Gloor: «Wir werden unser Anliegen im Kantonsrat in jedem Fall einbringen.» Die grosse Debatte folgt also erst noch.

Wie das Komitee in dieser Sache fortfahren wird, zeige sich dann, wenn im Januar das detaillierte Vorgehen besprochen und festgelegt wird. «Das Schöne an der Demokratie ist doch, dass wir von der Legislative als Kantonsrat der Exekutive, dem Regierungsrat, sagen können, was sie tun soll», meint der Gemeindepräsident lachend. «Der öV-Drehpunkt Oensingen ist einer der wichtigsten im ganzen Kanton. Deshalb ist der Erhalt des Intercitys ein Anliegen für die gesamte Region, nicht nur für unsere Gemeinde.» (SKU)