Balsthal/Holderbank

Nach dem Baustart nimmt der Holzweg Thal erste Formen an

Der Tatzelwurm windet sich durch das Gelände.

Der Tatzelwurm windet sich durch das Gelände.

Die erste der 21 Installationen auf dem Erlebnisweg ist platziert. Für die am Projekt Beteiligten, wird nach diesem Schritt ersichtlich, worum es bei dem Vorhaben wirklich geht. Nach dem Baustart gibt es erste positive Rückmeldungen.

Vieles ist in den vergangenen Wochen im Verborgenen für den Holzweg Thal getan worden. Seit kurzem wird dieser Erlebnisweg im Naturpark Wirklichkeit. Er wird letztlich aus 21 Installationen bestehen, die entlang eines Wanderwegs zu sehen sein werden (wir berichteten). Vorab sind es Objekte, welche die Fantasie anregen, ferner solche, die zum Verweilen einladen.

Bis zur Eröffnung am Samstag, 26. September, wird noch tüchtig gewerkt, gehämmert, aufgerichtet, betoniert und befestigt. Im Einsatz stehen Holzhandwerker, Forstbetriebe, Zivilschützer, Serviceclubs und Freiwillige, ferner Schülerinnen und Schüler der Kreisschule Thal.

Ein 100-Meter-Tatzelwurm

In der «Ewigkeit», einem Gebiet an der Gemeindegrenze zwischen Balsthal und Holderbank, ist mit dem Aufbau des Holzwegs begonnen worden. Der Lions-Club Falkenstein Balsthal hat den «Tatzelwurm», die erste der 21 Installationen, platziert. Die Wirkung ist verblüffend. Der Wurm, bestehend aus 1500 gelb bemalten, knapp einen Meter langen Dachlatten, erscheint zwischen zwei Bäumen links oberhalb vom Augstbach und verschwindet auf der anderen Seite des Ufers wieder.

Unweit davon sind «Visitors» zwischen Bäumen in Position gebracht worden. Zivilschützer aus dem Thal haben dafür gesorgt, dass sie fest im Boden verankert sind. Die Männer sind mit Freude an der Arbeit. Aber nicht nur etwa deshalb, weil sie nicht irgendwo in einem Keller ein Inventar erstellen müssen. Sondern auch, «weil uns die Idee des Holzwegs gefällt», erklären sie. Jetzt könne man endlich sehen, worum es geht.

Aufwendiger als angenommen

Diese Reaktion kennt Beat Bader aus vielen Begegnungen. Er ist Präsident des Projektausschusses Holzweg Thal und hat, wie seine sechs Vorstandskollegen Michael Bur, Markus Egli, Hans Fluri, Thomas Fluri, Peter Jakob und Bernhard Studer, lange und viel Überzeugungsarbeit leisten müssen.

«Die Idee für den Holzweg fand noch schnell einmal Anklang», berichtet Bader, «doch dann begann erst richtig die Arbeit.» Und diese Vorarbeiten haben sich – wie mehrfach berichtet – als sehr aufwendig herausgestellt, aufwendiger als angenommen. Man denke nur schon an alle Bewilligungen von kommunalen und kantonalen Behörden sowie Heimat- und Naturschutz.

Denn das Gebiet zwischen St. Wolfgang, Ruine Neu-Falkenstein, Augstbach und Römerstrasse besteht hauptsächlich aus Wald, liegt also ausserhalb einer Bauzone und zudem in der Juraschutzzone. Der Holzweg Thal darf nur zeitlich beschränkt bestehen bleiben, im September 2025 muss er zurückgebaut sein.

Sammy Deichmann, der als gestalterischer Leiter des Holzwegs die Installationen entworfen und zum Teil eigenhändig erschaffen hat, zeigt sich gelassen. «Hürden gehören zu einem solchen Projekt, und manchmal bringen sie einen auf neue Ideen», sagt er. Peter Jakob, Vizepräsident des Projektausschusses, pflichtet ihm bei und fügt an: «Solch aussergewöhnliche Arbeiten fordern das Können des Holzhandwerks heraus.»

Selbstverständlich stammt das für die Installationen verwendete Holz aus dem Thal, die Herstellung erfolgt in Thaler Holzhandwerksbetrieben. Am Aufbau des Holzwegs sind praktisch durchwegs Thalerinnen und Thaler jeden Alters beteiligt. Die Institutionen Region Thal, Holzhandwerk Thal, Bürgergemeinden und Waldeigentümerverband Thal sowie die Bürger- und Einwohnergemeinde Balsthal bilden die Trägerschaft. Das Ganze läuft über den Naturpark Thal, ohne den das Projekt nie realisiert worden wäre. Soll noch einer sagen, vom Naturpark sei nichts Greifbares vorhanden.

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