Zum im Vierjahresrhythmus stattfindenden Banntag der Bürgergemeinde Härkingen vom vergangenen Samstag fanden sich rund 200 Erwachsene und 30 Kinder ein. Begrüsst wurden die interessierte Gästeschar von Bürgergemeindepräsidenten Urs Jäggi, der das Programm erläuterte: «Am heutigen Banntag wollen wir euch zeigen, wie heute im Wald und in der Kiesgrube gearbeitet wird und wie unsere Rohstoffe Holz, Kies und Fleisch gewonnen werden.»

Interessante Referate

Vermittelt wurden diese Inhalte auf einer etwa 2,5 Kilometer langen Rundwanderung durch den Härkinger Wald an vier Posten mit höchst interessanten Referats-Themen. Beim ersten Posten referierten Ruedi Wyss, Fritz Mettler und Roland Büttiker zur Jagdgesellschaft Gäu und zum Jagdbetrieb.

Beim zweiten Posten orientierte Jürg Wyss, Geschäftsführer des Baustoffzentrums Olten/Zofingen BOZ, betreffend Kiesgrube; Kreisförster Werner Schwaller erklärte, wie eine Aufforstung vonstattengeht.

11'500 Kubikmeter Fallholz

Beim dritten Posten orientierte Stefan Probst, Betriebsleiter des Zweckverbandes Forst Mittleres Gäu (ZvFMG Boningen, Gunzgen, Härkingen, Neuendorf) über die von Sturm Burglind angerichteten Schäden. Im gesamten Gebiet habe es etwa 11'500 Kubikmeter Fallholz gegeben: «In gut vier Monaten sind mit überdurchschnittlichem Einsatz von Mitarbeitern und Unternehmern 10'194 Kubikmeter Holz unfallfrei gerüstet worden», berichtete Probst. Davon seien bisher 5300 Kubikmeter verkauft und abgerechnet worden.

Ein sehr grosses Problem seien nun die Folgeschäden. In den letzten drei Wochen seien schon zirka 600 Kubikmeter Käferholz aufgerüstet worden. Dieses anfallende Holz sei fast nicht mehr zu verkaufen, da die Lager der Holzkäufer nach dem Sturm mehr als voll seien. Als Nächstes werde die Planung der Wiederherstellung in Angriff genommen. Man werde noch Jahre mit den Auswirkungen des Sturms konfrontiert sein und dessen Auswirkungen spüren.»

Holz ist auch Klangkörper

Am gleichen Posten demonstrierte auch ein Forstunternehmer die Waldarbeit mit schweren Geräten. Beim vierten und letzten Posten gewährte Ruedi Kissling, stellvertretender Betriebsleiter des Zweckverbandes Forst Mittleres Gäu, Einblick in das faszinierende Thema Klangholz (auch Tonholz), das sich nach Art, Qualität und Lagerung für den Bau von Musikinstrumenten eignet und für den Gesamtklang des Instrumentes entscheidend ist.

Wesentlich zum Erfolg des diesjährigen Banntages beigetragen haben die Bürgerräte sowie die sie tatkräftig unterstützenden «Schluchwägeler» (Verein ehemaliger Feuerwehrleute Härkingen, der Natur- und Vogelschutzverein Härkingen, die JuBla Härkingen, die Samariter). Sehr geschätzt wurde von einigen Teilnehmern des Banntags auch die Fahrgelegenheit mit dem «Rössliwagen» von Othmar Niggli aus Niederbuchsiten.