Oensingen
Nach Blockade des Schlachthofs: Geht nun Bell gegen die Aktivisten vor?

Aktivisten von der Organistation 269 Libération Animale blockierten am Mittwoch den Anlieferungsbereich der Bell AG in Oensingen. Wie geht der Schlachtverarbeiter nach dieser Aktion vor?

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Grosseinsatz beim Fleischverarbeiter Bell in Oensingen
16 Bilder
Aktivisten besetzten einen Teil des Firmengebäudes
Der Bereich der Aktion ist auf diesem Drohnenbild in der Bildmitte zu sehen
Die Aktivisten haben sich in den Gängen angekettet
Auch verschiedene Schilder haben sie mitgebracht
Die Polizei und die Geschäftsleitung verhandelten mit den Aktivisten
Die Polizei versuchte die Aktivisten aus den Gängen, durch die die Tiere getrieben werden, zu bekommen.
Die Tierschützer haben sich festgeeist.
Die Tierschützer haben sich festgeeist.
Draussen ist nicht viel sichtbar, ausser die Fahrzeuge

Grosseinsatz beim Fleischverarbeiter Bell in Oensingen

TeleM1/Christof Gerber

134 Aktivisten von der Organisation «269 Libération Animale» drangen in der Nacht auf Mittwoch ins Firmengebäude des Fleischverarbeiters Bell in Oensingen ein und besetzten den Anlieferungsbereich. Die Bell Food Group ist eine Schweizer Fleisch- und Convenience-Verarbeiterin und bekommt Tiere aus der ganzen Schweiz geliefert. Die Bauern, die ihre Tiere anliefern wollten, mussten wieder umkehren. 70 Mitarbeiter wurden nach Hause geschickt.

Nach zuvor mehrmaliger Aufforderung, das Gebäude zu verlassen, brachte die Solothurner Kantonspolizei am Mittwochabend sämtliche Aktivisten aus dem Bell-Gebäude. Um 20 Uhr ging der Einsatz zu Ende.

Nach der Räumung wurden die Räume, in denen sich die Aktivisten aufhielten, kontrolliert und gesäubert. «Die Sicherheit sowie die Hygiene-Standards haben bei der Bell Food Group höchste Prioritäten», schreibt Sara Heiniger, Koordinatorin für Kommunikation bei Bell, auf Anfrage dieser Zeitung. Der Betrieb konnte am Donnerstag wieder normal aufgenommen werden.

Zu möglichen Schäden kann noch keine Aussage gemacht werden, dafür muss die Lage zuerst noch abschliessend beurteilt werden. Ob und wie Bell gegen die Aktivisten strafrechtlich vorgehen wird, ist noch unklar. Bell hatte laut TeleM1 am Mittwoch formell einen Strafantrag gestellt, damit die Polizei die Aktivisten vom Gelände wegführen konnte. «Entscheidungen wird Bell nach der Analyse der Situation treffen», wie Heiniger erklärt.

Zunehmend renitent

Gegen Abend hatten sich die verbliebenen Tierschützer zunehmend renitent verhalten. Lange sei der Einsatz geordnet verlaufen, teilte die Polizei mit. Danach habe sich «die Situation verschärft». Durch den Polizeieinsatz gab es vereinzelt Leichtverletzte. Die Verletzungen bewegten sich im Bereich von Nasenbluten und Schulterproblemen. Ein Ambulanzteam verarztete die Betroffenen vor Ort. Niemand wurde ins Spital gebracht.

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