Oensingen

Nach Blockade des Schlachthofs: Geht nun Bell gegen die Aktivisten vor?

Aktivisten von der Organistation 269 Libération Animale blockierten am Mittwoch den Anlieferungsbereich der Bell AG in Oensingen. Wie geht der Schlachtverarbeiter nach dieser Aktion vor?

134 Aktivisten von der Organisation «269 Libération Animale» drangen in der Nacht auf Mittwoch ins Firmengebäude des Fleischverarbeiters Bell in Oensingen ein und besetzten den Anlieferungsbereich. Die Bell Food Group ist eine Schweizer Fleisch- und Convenience-Verarbeiterin und bekommt Tiere aus der ganzen Schweiz geliefert. Die Bauern, die ihre Tiere anliefern wollten, mussten wieder umkehren. 70 Mitarbeiter wurden nach Hause geschickt. 

Nach zuvor mehrmaliger Aufforderung, das Gebäude zu verlassen, brachte die Solothurner Kantonspolizei am Mittwochabend sämtliche Aktivisten aus dem Bell-Gebäude. Um 20 Uhr ging der Einsatz zu Ende. 

Mehrere Verletzte nach Tierschutz-Demo

Mehrere Verletzte nach Tierschutz-Demo

Der Schlachthof von Bell in Oensingen war gestern komplett lahmgelegt. Schuld daran sind radikale Tierschützer. Bei der polizeilichen Räumung des Areals kam es dann sogar zu Verletzungen.

Nach der Räumung wurden die Räume, in denen sich die Aktivisten aufhielten, kontrolliert und gesäubert. «Die Sicherheit sowie die Hygiene-Standards haben bei der Bell Food Group höchste Prioritäten», schreibt Sara Heiniger, Koordinatorin für Kommunikation bei Bell, auf Anfrage dieser Zeitung. Der Betrieb konnte am Donnerstag wieder normal aufgenommen werden.

Zu möglichen Schäden kann noch keine Aussage gemacht werden, dafür muss die Lage zuerst noch abschliessend beurteilt werden. Ob und wie Bell gegen die Aktivisten strafrechtlich vorgehen wird, ist noch unklar. Bell hatte laut TeleM1 am Mittwoch formell einen Strafantrag gestellt, damit die Polizei die Aktivisten vom Gelände wegführen konnte. «Entscheidungen wird Bell nach der Analyse der Situation treffen», wie Heiniger erklärt.  

Zunehmend renitent

Gegen Abend hatten sich die verbliebenen Tierschützer zunehmend renitent verhalten. Lange sei der Einsatz geordnet verlaufen, teilte die Polizei mit. Danach habe sich «die Situation verschärft». Durch den Polizeieinsatz gab es vereinzelt Leichtverletzte. Die Verletzungen bewegten sich im Bereich von Nasenbluten und Schulterproblemen. Ein Ambulanzteam verarztete die Betroffenen vor Ort. Niemand wurde ins Spital gebracht.

Festnahme 269 Libération Animale Bell Oensingen

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