Mümliswil
Nach Bauernhaus-Brand: Obdachlose Familie fand in Ramiswil eine Bleibe

Beim Brand eines Bauernhauses an der Vorstadtstrasse wurde auch das Wohnhaus stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Liegenschaft ist fast gänzlich zerstört. Die Eltern und ihr Sohn kommen derzeit in Ramiswil bei einem Familienmitglied unter.

Erwin von Arb
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Die Liegeschaft ist fast ganz zerstört.
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Das hat der Brand in Mümliswil angerichtet.
Dieses Bild mache ihn betroffen, erklärt der Gemeindepräsident, während er seinen Blick über die Brandruine schweifen lässt.
Die insgesamt 53 Feuerwehrleute mussten sich bei ihrem Einsatz auf die Eingrenzung des Feuers beschränken. Zu retten gab es zu diesem Zeitpunkt nichts mehr.
«Am Wichtigen ist, dass niemand zu Schaden kam, oder gar ums Leben gekommen ist»

Die Liegeschaft ist fast ganz zerstört.

Erwin von Arb

Frostige 14 Grad Celsius minus zeigte das Thermometer an, als der Mümliswiler Gemeindepräsident Kurt Bloch am MontagmMorgen kurz vor 9 Uhr morgens auf dem Brandplatz eintraf, um sich ein Bild von der fast gänzlich zerstörten Liegenschaft zu machen.

Abgebrannt war sie in der Nacht auf vergangenen Sonntag. Die Bewohner, ein älteres Ehepaar und ihr etwa 30 Jahre alter Sohn, konnten sich glücklicherweise retten (wir berichteten). «Ich will mich vergewissern, ob die betroffenen Bewohner Hilfe brauchen», meint Bloch zu seinem Besuch.

Um Hilfe nachgesucht habe bislang niemand.

Betroffenheit ist noch gross

Dieses Bild mache ihn betroffen, erklärt der Gemeindepräsident, während er seinen Blick über die Brandruine schweifen lässt.

Er fühle mit den Menschen, die beim Brand ihr Hab und Gut verloren haben. «Am Wichtigen ist, dass niemand zu Schaden kam, oder gar ums Leben gekommen ist», betont Bloch. Materielle Schäden könnten ersetzt werden, Menschenleben nicht.

Die obdachlos gewordenen Bewohner des abgebrannten Einfamilienhauses haben inzwischen eine Bleibe in Ramiswil gefunden.

Die dort lebende Tochter hat ihre Eltern und ihren Bruder aufgenommen. Über das Erlebte will niemand sprechen. Der Familie gehe es den Umständen entsprechen gut, liess ein Angehöriger dazu lediglich verlauten.

Sohn roch das Feuer

Auf dem Brandplatz in Mümliswil erinnert ein noch in der Einfahrt liegender Feuerwehrschlauch an den Einsatz, welchen die Feuerwehren Mümliswil-Ramiswil und Balsthal in der Nacht auf vergangen Sonntag leisten mussten.

Ausgelöst wurde der Alarm um 04.19 Uhr, wie der der Kommandant der Feuerwehr Mümliswil-Ramiswil, Lorenz Kohler, berichtet.

«Als wir auf dem Brandplatz eintrafen, schlugen bereits Flammen aus dem Dach des Wohnhauses und der Schopf und die dahinter liegende Scheune standen im Vollbrand.»

Bemerkt worden sei der Brandausbruch Sohn. «Er hat das Feuer gerochen und danach bei einem Augenschein festgestellt, dass es im hinteren Teil des Anbaus bereits stark brannte» so der Kommandant.

Danach habe der Mann umgehend seine Eltern geweckt. Vor den Flammen gerettet wurden auch vier Hühner.

Das Haus ist nach dem Brand nicht mehr bewohnbar.
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Der Sachschaden liegt bei mehreren hunderttausend Franken.
Menschen und Tiere wurden keine verletzt.
Die Brandursache ist noch unklar.

Das Haus ist nach dem Brand nicht mehr bewohnbar.

Kapo SO

Hoffen auf ruhigere Zeiten

Die insgesamt 53 Feuerwehrleute mussten sich bei ihrem Einsatz auf die Eingrenzung des Feuers beschränken. Zu retten gab es zu diesem Zeitpunkt nichts mehr.

Am Sonntag um 12 Uhr war der Brand inklusive der Beseitigung von Glutnestern gelöscht. Solche befanden sich in der Hauptsache im Heustock, welcher deshalb von der Feuerwehr abgetragen wurde, wie der Kommandant erwähnt.

Um 16 Uhr habe er seine Leute nach Hause geschickt. Der Brandplatz sei danach regelmässig mit Wärmebildkameras überwacht worden.

Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Balsthal, welche in Mümliswil mit 30 Leuten präsent war, bezeichnet Kohler als sehr gut.

Dazu beigetragen habe sicher auch die Zusammenarbeit beim Grossbrand der Schreinerei Rütti AG in Balsthal in der Silvesternacht.

Zwei Grossbrände innerhalb solch kurzer Zeit habe er in den letzen 15 Jahren nicht erlebt, meinte Kommandant Kohler in der Hoffnung, dass nun wieder Ruhe einkehrt.