Oensingen
Nach 43 Jahren ist Schluss – «Sie war eine Kapazität an unserer Schule»

Annelies Humm wirkte während 43 Jahren als Lehrerin an der Primarschule Oensingen. Seit 1975 unterrichtet sie Primarschulklassen.

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Annelies Humm hat an der Primarschule Oensingen Spuren hinterlassen.

Annelies Humm hat an der Primarschule Oensingen Spuren hinterlassen.

Zur Verfügung gestellt

Der Beginn des neuen Schuljahres an der Primarschule Oensingen erfolgte dieses Jahr ohne die Lehrerin Annelies Humm, welche ihren wohlverdienten Ruhestand angetreten hat. Die Primarschule Oensingen habe Annelis Humm viel zu verdanken, sagt Maja Wyss von der Schulleitung. «Sie war an unserer Schule eine Kapazität mit einem enormen Wissen», so Wyss.

1975 in Oensingen angefangen

Ihre Lehrtätigkeit als frisch patentierte Primarlehrerin nahm Annelies Humm in Oensingen im Jahr 1975 mit einer 1. Primarschulklasse auf. Damals dachte sie wohl kaum daran, dass sie 43 Jahre später an genau demselben Ort in den Ruhestand verabschiedet würde. An ihren ersten «Schultag» kann sich Annelies Humm noch gut erinnern.

Im Schulzimmer sassen nicht nur die 35 Erstklässler, auch viele Eltern begleiteten ihre Kinder zum Schulanfang. Sicher waren sie auch neugierig auf diese neue junge Lehrerin, die man im Dorf noch gar nicht richtig kannte.

Nach fünfeinhalb Jahren Schultätigkeit widmete sie sich mehrere Jahre hauptsächlich der Rolle als Mutter von Zwillingen. Jedoch erteilte sie auch während dieser Zeit den Unterstufenkindern weiterhin reformierten Religionsunterricht. So blieb sie immer mit einem Fuss in der Unterrichtstätigkeit.

1988 stieg Annelies Humm mit dem Unterrichten von Deutsch als Zweitsprache (DaZ) wieder verstärkt in den Schulalltag ein. Kinder, die nicht nur ihre Heimat verlassen mussten, sondern auch kaum ein Wort Deutsch sprachen, konnten in kleinen Gruppen unterrichtet werden. Anfangs gab es sehr wenige Lehrmittel. Erst nach und nach etablierte sich der DaZ-Unterricht und erhielt seinen heutigen Stellenwert in der Schullandschaft.

An Lehrmittel mitgearbeitet

Um dies zu ändern, absolvierte Annelies Humm den CAS «Interkulturelle Pädagogik und Deutsch als Zweitsprache». Das erworbene Wissen gab sie anderen DaZ-Lehrpersonen in Weiterbildungskursen weiter. Annelies Humm engagierte sich auch für die dringend benötigten DaZ-Lehrmittel, indem sie beim Lehrmittel «Hoppla» in der Begleitkommission mitarbeitete. 14 Jahre lang engagierte sich Annelies Humm zudem im Verband Lehrerinnen und Lehrer Solothurn. Sie präsidierte zudem die Fraktionskommission DaZ während 10 Jahren.

Die Schulleitung und ihre ehemaligen Kolleginnen und Kollegen sowie auch die Einwohnergemeinde wüssten die Verdienste von Annelies Humm zu schätzen, betont Maya Wyss. Sie habe es nach der Pensionierung mehr als verdient, ihren neuen Lebensabschnitt in vollen Zügen zu geniessen. (mgt/eva)

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