Mümliswil/Pfäffikon
Mutter erkannte ihn im «TeleM1»-Video: Pädo-Lehrer erneut verurteilt

Der Lehrer, der 2012 in Mümliswil SO Knaben in der Umkleidekabine filmte, ist erneut verurteilt worden. Diesmal im Kanton Zürich.

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Der verurteilte Lehrer, anonym bei Tele M1. (November 2013)

Der verurteilte Lehrer, anonym bei Tele M1. (November 2013)

Tele M1

Es ist eine kuriose Geschichte: Ein 38-jähriger Pädophiler lässt sich im November 2013 von Tele M1 anonym interviewen. Trotzdem erkennt die Mutter eines Schülers aus Pfäffikon ZH den Lehrer. Nachdem sie Alarm schlägt, zeigen ihn zwei seiner Opfer an. Die Taten im Zürcher Oberland waren vorher während Jahren unbemerkt geblieben.

Laut Anklage hat der Lehrer zwischen 2010 und 2012 einen 12-jährigen Schüler in einer Garderobe und bei sich zu Hause missbraucht, wie «Blick» berichtet. Er soll dessen Penis massiert haben. Vor einem 10-jährigen Schüler soll sich der Mann mehrmals befriedigt haben, einmal zu Hause und zweimal in den Ferien in einem Hallenbad in Locarno TI, wohin er ihn mitnahm.

Das Bezirksgericht Pfäffikon hat den Mann am Mittwoch unter anderem wegen Pornografie zu 20 Monaten unbedingt verurteilt, aufgeschoben zugunsten einer ambulanten Massnahme, sprich einer Therapie. Dazu muss er den Opfern 6000 und 4000 Franken Genugtuung zahlen.

Es ist nicht die erste Verurteilung des Lehrers. 2013, nachdem er seine Stelle in Pfäffikon aufgegeben hatte und an die Schule Mümliswil-Ramiswil gewechselt hatte, wurde er wegen Pornographie zu einer Geldstrafe von 18'700 Franken und einer Busse von 3000 Franken verurteilt.

Er hatte in Schul-Garderoben in Mümliswil SO und Pfäffikon ZH sowie bei Fussballclubs Nacktaufnahmen von Knaben in Umkleidekabinen gemacht. Dafür hatte er ein digitales Aufnahmegerät montiert und unter der Decke versteckt, wie die «Solothurner Zeitung» damals berichtete.

Ausserdem stellte die Polizei auf seinem Handy kinderpornografische Bilder sicher. Zu den Nacktaufnahmen sagte er gegenüber Tele M1: «Ich denke, dass mir schon bewusst gewesen ist, dass das verboten ist. Aber in dem Moment habe ich nicht damit gerechnet, dass ich erwischt werde.»

Den Stein ins Rollen gebracht hatte ein Vorfall, als er in einer Freitagnacht im Mai 2012 im Hallenbad Mümliswil erwischt worden, wie er mit zwei Buben badete, angeblich die Söhne von seiner Lebenspartnerin. Daraufhin wurde der Primarlehrer fristlos entlassen.

Danach war er als Juniorentrainer beim FC Lommiswil tätig. Heute ist er gemäss Anklage, so «Blick», Fachleiter bei der Migros. Selbst wollte er sich nicht äussern, dagegen sagt sein Verteidiger zu «Blick» über das letzte Urteil: «Er ist mit dem Urteil zufrieden, weiss aber: Wenn er nicht an sich arbeitet, muss er definitiv ins Gefängnis.» (pz)

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