Coop und Migros möchten mit dem geplanten Ausbau des Gäuparks nicht nur die Verkaufsflächen um 25 Prozent auf neu 52 000 Quadratmeter vergrössern (wir berichteten), sondern auch die Attraktivität des Einkaufszentrums insgesamt erhöhen. Das ist eines der erklärten Ziele der beiden Grossverteiler, welche etwa je die Hälfte des Gäuparks Nord besitzen.

Der Migros gehört der westliche Teil, Coop das östlich gelegene Areal, wo sich einst die Waro befand. Mit der angestrebten Modernisierung soll insbesondere die Gefahr eingedämmt werden, dass der Gäupark im Vergleich zu den in den letzten Jahren im Mittelland gebauten Einkaufszentren ins Hintertreffen gerät. Die Gäupark-Betreiber sind der Auffassung, eine Modernisierung sei nötig, um eine Abwanderung der Kunden in andere Shoppingcenter zu verhindern, wie dazu im Gestaltungsplan erwähnt wird.

Neue Nutzung noch nicht konkret

Die Migros will diesem befürchteten Trend mit dem Einbau von Freizeitanlagen entgegenwirken. Im Gestaltungsplan ist von einem Fitness – oder Wellnesscenter die Rede, das im Westteil des Gäuparks Nord realisiert werden soll. Dafür vorgesehen sind die Verkaufsflächen des derzeitigen Fachmarktes Bau + Hobby von Coop.

Eine Umsetzung des Projekts, welches Freizeitanlagen auf eine Fläche von maximal 3000 Quadratmetern vorsieht, ist frühestens ab 2018 möglich. Dann läuft der Mietervertrag von Coop mit der Migros Aare aus, wie Mediensprecher Reto Wüthrich von der Migros Aare auf Anfrage erklärt.

Allerdings sei noch völlig offen, wie die Migros die frei werdenden Flächen nutzen werde. Ein konkretes Bauprojekt sei noch nicht verabschiedet worden. «Wir prüfen derzeit verschiedene Varianten. Dabei könnten auch Freizeitflächen eine Rolle spielen», bestätigt Wüthrich lediglich. Solche seien nur in den Gestaltungsplan integriert worden, um künftig die Möglichkeit zu haben, Freizeitanlagen in die Planung aufzunehmen. «Eine feste Absicht in dieser Hinsicht besteht aber nicht», so der Migros-Pressesprecher.

Migros plant ohne Bau + Hobby

Die vom Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) und von einem Anwohner eingereichten Einsprachen gegen den Ende 2014 aufgelegten Gestaltungsplan Gäupark mit Sonderbauvorschriften will Wüthrich nicht kommentieren. «Wir haben die Einsprachen zur Kenntnis genommen und sind dabei, sie zu analysieren. Danach werden wir das weitere Vorgehen mit der Gemeinde definieren», so der Medienverantwortliche der Migros Aare. Auf den Zeitplan hätten die Einsprachen aber keinen Einfluss, «weil es noch kein konkretes Projekt gibt».

Fest eingeplant hat die Migros Aare aber offenbar den Auszug des Coop Fachmarktes Bau + Hobby nach Auslaufen des Mietvertrages im Jahr 2018. «Danach steht für die Migros die Nutzung dieser Flächen für eigene Formate im Vordergrund», erklärt Wüthrich darauf angesprochen.

Coop gerät in Zugzwang

In eine verzwickte Lage gerät wegen der Einsprachen hingegen Grossverteiler Coop. Wenn sich die Einspracheverhandlungen mit dem VCS zu lange hinziehen, droht die Gefahr, dass der geplante Neubau des Bau + Hobby-Marktes auf dem Parkplatz beim Coop Megastore nicht wie vorgesehen 2018 eröffnet werden kann. Die neue Ausgangslage müsse zuerst gründlich analysiert werden, bevor zum weiteren Verlauf des Projekts Aussagen gemacht werden könnten, liess Coop-Mediensprecher Urs Meier vom Hauptsitz in Basel dazu verlauten.

VCS will nicht einlenken

Bereits Position bezogen hat der VCS. «Wir sind nicht zu Kompromissen bereit und bei einer allfälligen Abweisung unserer Einsprache durch die Egerkinger Behörden werden wir dagegen Beschwerde beim Regierungsrat führen», kündigt Hansruedi Meyer vom VCS Sektion Solothurn gegenüber dieser Zeitung an. Das Verkehrsaufkommen rund um den Gäupark sei schon jetzt überdurchschnittlich hoch und auch die Schadstoffbelastung der Luft übersteige die zulässigen Grenzwerte. «Da gibt es aus Sicht des VCS keinen Spielraum für einen Ausbau», so Meyer.