Herbetswil
Musikverein und Theatergruppe ernten grossen Applaus

Die Darbietung des Musik- und Theatervereins lockte das Publikum in Scharen in die Turnhalle. Junge und alte Talente vermochten das volle Haus zu begeistern.

Stefan Müller
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Die Damen und Herren der Theatergruppe mitsamt der «hölzernen Jungfrau».

Die Damen und Herren der Theatergruppe mitsamt der «hölzernen Jungfrau».

Zur Verfügung gestellt

Bis auf den letzten Platz – plus auf die zusätzlich herbeigeführten Tische – gefüllt war die Herbetswiler Turnhalle am Unterhaltungsabend. Das zahlreiche Publikum wurde mit einem vielseitigen und hochstehenden Programm verwöhnt.

Den Anfang dieses Programms machte der Musikverein mit einem Konzert unter dem Motto «die vier Elemente». Was die griechischen Philosophen einst als Grundbausteine aller Dinge auffassten, beschrieb der Musikverein musikalisch.

Das geschah mit einer breiten, abwechslungsreichen Palette an Melodien: Händels majestätischer «Music for the Royal Fireworks», Michael Jacksons eindringlicher «Earth Song», das träumerische «Stål Himmel» von Alan Fernie und das romantisch-kitschige «Beyond the Sea» gehörten zum Programm.

Einer der Höhepunkte war zweifelsohne das perfekt vorgetragene Euphonium-Solo von André Meier über das schwedische Volkslied «Bred dina vida vingar – Breite deine weiten Flügel aus».

Leider ein Abschied

Der in den letzten Jahren stark verjüngte Verein verstand es hervorragend, das vielfältige Programm ausdrucksstark zu vermitteln. Die Fortschritte, welche der Verein unter Dirigent Fabian Bloch gemacht hat, waren offensichtlich. So verabschiedete Präsidentin Sabine Müller den jungen Dirigenten nach seinem temporären Engagement mit viel Bedauern.

Ebenfalls verabschiedet wurde Hugo Altermatt, der nach fast sechzig aktiven Musikjahren sein Instrument an den Nagel hängt. Verein und Publikum verabschiedeten sich mit dem Zugabe-Marsch «Feurig Blut» vom sichtlich bewegten Musikanten.

Junge mit starkem Auftritt

Auch bei der Theatergruppe fand in den letzten Jahren eine Verjüngung statt. Viele der Akteure im Dreiakter «Die hölzerni Jungfrau» standen zum ersten Mal oder erst wenige Male auf der Bühne. Den Regisseuren Jolanda Fluri und Kurt Huber gelang es, den jungen Talenten reife Leistungen auf der Bühne zu entlocken.

Im Mittelpunkt des bäuerlichen Schwankes stehen die Bemühungen des Gemeindepräsidenten (Peter Brunner), den Siegespreis an einem Trachtenumzug zu erlangen. Da aber zur Bedingung steht, dass ein Brautpaar am Umzug dabei sein müsse, stehen die Chancen schlecht, ist sein Sohn (Pascal Brunner) doch herzlich wenig am weiblichen Geschlecht interessiert. Nach einer Scheinheirat des Jünglings mit der Verehrerin vom Nachbarshof (Salome Brunner) bringt erst eine Holzpuppe der Schneiderin (Sabina Gorgo) die Männer in Fahrt.

Es entwickelt sich ein rasantes und lustvoll gespieltes Verwirrspiel, zu dem die Gemeinderäte (Alfred Eggen, Michael Gorgo), deren ehrsüchtige Frauen (Jeannine Kölliker, Jolanda Fluri), die Wirtschafterin (Ramona Hug) und der wortkarge Knecht (Sascha Schenk) ihre Beiträge liefern. Allen Irrungen und Wirrungen zum Trotz endet das Lustspiel schliesslich in der Aufführung des hart erarbeiteten Trachtenumzugs.

Die abendfüllende Unterhaltung mit Konzert und Aufführung der Theatergruppe gefiel dem Publikum bestens. Die zahlreichen Lacher und der lang anhaltende Applaus waren der verdiente Lohn für eine Leistung, welche hoch einzustufen ist. Während das Dorf sich also auf weitere Unterhaltungsabende freuen darf, dürfte dem Musikverein bei ebendiesen auch in Zukunft die volle Halle gewiss sein.