Zur Freude der Musikgesellschaft Messen war Bernhard Wüthrich bereit mit seinem Ensemble der Musikschule Bucheggberg das Publikum etwas aufzuwärmen. Dieses wünschte erwartungsgemäss nach «Baby Elephant», «James Bond-Thema» und «Get Back» auch die Zugabe. Nach

«Smoke on the Water» räumte die Jugend die Bühne und machte der Musikgesellschaft Platz. Auf sie war man diesmal besonders gespannt. Zum Einen spielte sie nicht auf heimischem Boden. Weil die Halle in Messen umgebaut wird, verlegte sie ihren Auftritt ins benachbarte Lüterswil. Viel gespannter war das Publikum jedoch auf dieses Konzert wegen der neuen Direktion. Seit dem Februar steht nicht mehr der einheimische Peter Hausammann, sondern Walter Krebs aus Bern am Dirigentenpult.

Eleganter Beginn

Nicht mit einem Marsch begann die Musikgesellschaft Messen (MGM) selber ihr Konzert. Sie erledigte das eleganter, gewählter und irgendwie typisch. Sie bediente sich eines kurzen zweieinhalbminütigen Stückes ihres Lieblings-Komponisten.

Das bedeutete Start mit «Rise of the Firebird», und schon war Steven Reineke auch diesmal als Komponist dabei. So wie dieser nimmt sich auch Armin Kofler jeweils ein Thema vor, das er mit einer Komposition bearbeiten will.

Mit «Schmelzende Riesen» beschäftigte er sich mit dem Klimawandel und dem Rückgang der Gletscher. Kofler möchte ruhig und majestätisch die Erhabenheit der Alpen zeigen, bevor nach einer rasanten Schlittenfahrt auch die plötzliche Erkenntnis dargestellt wird.

Wie wenn sie etwas vergessen hätten, lieferten die Messener mit dem eher etwas aussergewöhnlichen «Unique» des Niederländers Rob Balfort doch noch einen Marsch nach. Den ersten Teil komplettierte das faszinierende «Choreography» des Amerikaners Robert Sheldon.

Eindrücke und Schnipsel aus Balletten und Theatern verbaute er zu einem Konzertstück in der Form einer Ouvertüre. Schon vor der Pause war klar: Die MGM kommt auch mit diesem Dirigenten zurecht.

Thematischer zweiter Teil

Mit der gewohnten Konsequenz widmete die Gesellschaft den zweiten Teil einem Thema, diesmal Afrika. Rassig und gefällig ging sie dazu mit Alan Fernie's «African Funk» den ersten Höhepunkt an.

Mit der Filmmusik zu «Out of Africa» vermochten die Messener die bedeutenden Fähigkeiten des Komponisten John Barry aufzuzeigen. Denen wurden jene des deutschen Hans Zimmer in «König der Löwen» nur indirekt gegenüber gestellt.

Den direkten Vergleich verhinderte die Gesellschaft erst mit «Africa», geschrieben vom Keyborder David Paich der amerikanischen Rockband Toto. Dem liess sie noch «Africarin» folgen, einer durch verspielte Melodik und dominante Rhythmik gekennzeichneten Komposition des französischen Jazzmusikers Serge Luc.

Selbstverständlich blieb die MGM auch mit den beiden Zugaben beim Thema. Der südafrikanische Akkordeonist Nico Carstens dachte bei seiner Komposition «Zambezi» an den mächtigen Sambesi.

Auf über 2500 Kilometer fliesst der durch einen beträchtlichen Teil Afrikas und nährt grosse Wasserfälle. Da lässt sich Musik dazu schreiben - und auch spielen, wie die Messener bewiesen.

Weil das Publikum noch nicht genug Afrika gehört zu haben glaubte, schoben sie danach noch «Pata Pata» nach. Diesen Song der Südafrikanerin Miriam Makeba hat Walter Krebs extra für die MGM arrangiert.