Das Programm seines Jahreskonzerts am Vorabend von Pfingstsonntag stellte der Musikverein Konkordia Wolfwil unter das Motto «Mystic Portal» und wählte für die Eröffnung das gleichnamige Stück von Sean O’Loughlin. Ein mystisches Werk mit energiegeladenen Passagen und dann wieder ruhigeren Teilen, welches ein wunderbarer Auftakt war.

Die zahlreichen Musikinteressierten in der Mehrzweckhalle konnten feststellen, dass alle aufgeführten Stücke mystisch klangen oder mystische Geschichten erzählten. Die musikalischen Geschichtenerzähler wurden unterstützt vom Duo Georg Lindemann und Simon Niggli, welche kompetent und unterhaltsam durchs Programm führten.

Feine Soli und klangvolle Parts

Im ersten, klassischeren Teil des Konzertes entführte die Konkordia unter der Direktion von David McVeigh die Zuhörer zuerst an den Gardasee: «Tignale», vom Komponisten Carl Wittrock seinem Lieblingsferienort gewidmet, gab eine wunderbare musikalische Beschreibung dieses Dorfes am Gardasee wieder. Auch der Wahrsagerei haftet Mystisches an, und so passte die Geschichte von «The Fortune Teller’s Daughter» hervorragend.

Das wohl anspruchsvollste Werk des Abends war jedoch «Nostradamus» von Otto M. Schwarz. Während rund 13 Minuten folgte die musikalische Umsetzung der geheimnisvollen, dramatischen und teilweise beunruhigenden Prophezeiungen. Feine Soli wechselten sich mit klangvollen Parts des gesamten Orchesters ab und liessen der Vorstellungskraft des Publikums Raum.

Bleibt zu hoffen, dass Nostradamus mit seinen düsteren Vorhersagen nicht Recht erhält und sich die Welt noch an zahlreichen schönen Sonnenaufgängen, wie von Rob Romeyn in seiner Komposition «At Sunrise» beschrieben und von der Konkordia mit viel Gefühl gespielt, erfreuen kann.

Mystik in der Filmwelt

Nach der Pause wurde nicht weniger mystische, dafür leichtere Kost serviert. Rassig und schwungvoll erklang «Concert Pitch», eine dynamische Komposition von Stef Minnebo. Da Mystik auch in der Filmwelt eine wichtige Rolle spielt, durften Beispiele aus diesem Genre keinesfalls fehlen. Zuerst wurde das Publikum mit einem Medley aus dem Animationsfilm «Drachen zähmen leicht gemacht» in die Welt eines kleinen Wikingerjungen entführt, bevor es direkt mit «Alice ins Wunderland» weiter reiste.

Beginnend mit heiteren Melodien folgte ein ausdrucksstarker Teil mit kurzen Soli für Flöte, Klarinette und Sax bis hin zu einem aufregenden Ende. Gleich danach nahmen sich die Konkordianer «Dream Chaser» von Travis J. Weller vor und zeigten sich als motivierte musikalische Traumjäger. Zum Schluss des offiziellen Konzertprogramms katapultierte das Orchester mittels fetzigem Potpourri der Highlights aus dem Soundtrack des Films «Guardians of the Galaxy» sein Publikum in Windeseile ins Universum und wieder zurück.

Das Publikum forderte eine Zugabe und wurde für seinen Applaus mit Melodien aus dem weltbekannten Musical-Film «Mary Poppins» belohnt. Mit dem traditionellen Solothurner Marsch als zweite Zugabe wurde das mystische Portal des diesjährigen Konzertes schliesslich wieder geschlossen.