Niederbuchsiten
Musig-Obe: «Sie wünschen von uns, wir spielen für Sie…»

Die Musikgesellschaft Niederbuchsiten machte aus ihrem Musig-Obe ein Wunschkonzert, und dies mit grossem Erfolg.

Edgar Straumann
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Die Musikgesellschaft Niederbuchsiten bot am Musig-Obe eine beachtliche Leistung.

Die Musikgesellschaft Niederbuchsiten bot am Musig-Obe eine beachtliche Leistung.

Edgar Straumann

Die Musikgesellschaft Niederbuchsiten (MGN) hat längst aus der Not eine Tugend gemacht. Gleichzeitig wurde damit der Beweis erbracht, dass eine sinkende Mitgliederzahl nicht das Ende sein muss, sondern auch eine Neuausrichtung sein kann. Seit einigen Jahren tritt der Verein als Blaskapelle auf und hat dementsprechend sein musikalisches Programm angepasst. Dass Qualität nicht gleich Quantität sein muss, wurde am Musig-Obe 2015 eindrücklich bewiesen, boten doch die fünfzehn Musikantinnen und Musikanten eine höchst sehenswerte oder vielmehr hörenswerte Leistung.

Mit «Musig us dr Schwiz» war der erste Teil des Konzertes in der Mehrzweckhalle betitelt. Kompositionen also, welche samt und sonders von Komponisten aus dem eigenen Land stammen. Der Eröffnungsmarsch hat Hans Kurth, der nun bereits seit 34 Jahren dem Verein als musikalischer Leiter vorsteht, selber komponiert und mit dem Titel «Niederbuchster Marsch» versehen. Das Konzert wurde sozusagen mit der Erkennungsmelodie eröffnet und das Publikum gleich in Stimmung versetzt. Präsidentin Franziska Kurth freute sich bei ihrer Begrüssung über den guten Besuch und konnte in der Folge Patrick Zeltner für seine 35-jährige Vereinszugehörigkeit als Trompeter, mit einem Präsent auszeichnen.

Schweizer Lieder-Potpourri

Musikalisch ging es weiter mit der «Härzfäger Polka» und gleich anschliessend mit dem «Swiss Ländler» von Mario Bürki. Dabei konnten sich Dominik Schertenleib und Thomas Kurth als Trompeten- oder vielmehr Cornet-Solisten bestens in Szene setzen.

In einer Neubearbeitung wurde der Marsch «Über den Wolken» von R. Getzmann ebenso überzeugend vorgetragen wie der «Gäuer Bauernwalzer» vom Gäuer Urgestein Erich P. Bader. Vom Dirigenten Hans Kurth, der selber durchs Programm führte, war zu vernehmen, dass dieser Walzer seiner Zeit für eine sogenannte Bauernkapelle –ehemaliger Name für Blaskapelle- die tatsächlich nur aus Bauern bestand, geschrieben wurde.

Höhepunkt und Abschluss des ersten Konzertteiles bildete das Schweizer Liederpotpourri «Für Stadt und Land», arrangiert von Oskar Tschuor. Die acht Liedtexte wurden dem Publikum in gedruckter Form vorgelegt und so zum Mitsingen eingeladen. So bekannte Melodien wie etwa «S isch mer alles eis Ding», Zoge am Boge», S› Ramseiers wei go grase» oder «Es Buurebüebli mahni nid» waren gerade dazu angetan, die Blaskapelle gesanglich zu unterstützen und so zu einer grossen musikalischen Familie werden zu lassen.

35 Titel standen zur Auswahl

«Sie wünschen von uns, wir spielen für Sie...», stand auf der Liste für den zweiten Konzertteil. Nicht weniger als 35 Titel lagen dem Publikum zur Auswahl vor. Werden die sechs gesetzten Titel mit einbezogen, so hatte sich die Blaskapelle der MGN auf nicht weniger als 41 Nummern vorbereitet. Eine erstaunliche Zahl, erfordert doch diese Präsentation von den Musikantinnen und Musikanten nicht nur ein grosses Können, sondern auch eine überdurchschnittliche Kondition.
Es kann vorweggenommen werden, sämtliche Interpretinnen und Interpreten überzeugten auf der ganzen Linie.

Es würde zu weit führen, sämtliche 18 erfüllten Musikwünsche zu erwähnen. Gespielt wurden nicht nur Märsche, Polkas oder Walzer, sondern auch modernere Rhythmen wie «Everyboy Needs Somebody», «Mexican Lady», ein Trompeten Solo, der Swing «Just a Gigolo» oder die Schlussnummer «Patsy» von Dizzy Stratford, im Brass-Band-Stil vorgetragen.

Beeidruckende Leistung

Amateure, die in der Lage sind, ein solch umfangreiches Repertoire praktisch nonstop vorzutragen, verdienen höchste Beachtung. Ein Vergleich mit Profis sei durchaus erlaubt. Der diesjährige Musig-Obe der Blaskapelle MGN war ein durchschlagender Erfolg.