Musik
Mundart aus San Diego - Hans Rotschi klingt wie der Schweizer Springsteen

Der Oensinger Hans Rotschi hat zusammen mit seinem Freund Pirmin Marti in San Diego sein neuestes Album produziert. Darauf finden sich berührende Mundarttexte in untypischem Gewand.

Fränzi Rütti-Saner
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Hans Rotschi konnte in San Diego tolle Musiker kennen lernen.

Hans Rotschi konnte in San Diego tolle Musiker kennen lernen.

Zur Verfügung gestellt

«Nimm dini Tröim mit» ist Hans Rotschis (45) drittes Album übertitelt. Und doch ist es so etwas wie sein erstes. Denn nach zwei eher traditionell produzierten Alben hat der Oensinger Musiker, der in Solothurn lebt, seinen ganz «eigenen» Sound gefunden. Dies, während er einen Monat lang in San Diego mit dem amerikanischen Produzenten Sven-Erik Seaholm und anderen Gastmusikern zusammenarbeiten konnte. Möglich wurde dies durch Rotschis Freundschaft mit Pirmin Marti, ebenfalls einem Oensinger, der seit Jahren in San Diego als Music Supervisor für Filme lebt.

Ein Schweizer Springsteen

Rotschis Musik lebt von berührenden Mundarttexten, die in einem eher untypischen Gewand daherkommen. Rotschis Kollege Marti ermunterte ihn, ihm seine Songs nach Amerika zu schicken. Marti: «Ich setzte mich auf den Freisitz vor meine alte Stereoanlage und war begeistert von den Texten und davon, wie emotional die Songs sich anfühlten.» Seine amerikanische Frau sei dazugestossen und habe gemeint: «It sounds like Swiss Springsteen.» Das war für Marti das Startsignal, einen Produzenten und einen Gastmusiker zu suchen, die mit Rotschis Material arbeiten würden. Schliesslich beschloss Rotschi, nach San Diego zu kommen, um direkt vor Ort sein neues Album produzieren zu können. Mit dem amerikanischen Musikproduzenten Sven-Erik Seaholm sei eine weitere Person ins Spiel gekommen. Hans Rotschi erzählt: «Ich kannte ja Sven überhaupt nicht und musste mich auf Pirmins ‹Gspüri› verlassen.» Doch schon beim ersten Zusammentreffen im Musikstudio sei ihm klar geworden: «Das wird gut.» Und über seine Zeit in San Diego sagt er: «Für mich war das eine unglaubliche Erfahrung. Pirmin Marti ist ja ein ‹Oenziger› wie ich, und es half mir enorm, dass wir musikalisch und menschlich auf der gleichen Wellenlänge sind.»

«Uns war immer klar, dass die Musik atmen muss. Dass Musiker und nicht Maschinen im Zentrum stehen sollen», sagt er weiter. So liessen die beiden bewusst auch kleine Fehler in der Produktion drin, beispielsweise ein Babyschrei. Zudem hätten die weiteren Gastmusiker sehr viel von ihrer eigenen Persönlichkeit in die Interpretation der Musikstücke mit hineingegeben, freut sich Rotschi. «Die Aufnahmezeit in San Diego war entspannt, schon fast familiär, und doch arbeiteten wir sehr fokussiert.»

CD «Nimm dini Tröim mit», Mundartisten Records. Am 2. April Video Release von «Mini chlini Wäut», gedreht in San Diego. Konzerte in der Region sind in Planung. www.hansrotschi.ch

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