Florian Boner hat sich seinen Amtsantritt reiflich überlegt. Der frühere Goalie der Guldentaler setzte nach der Aktivkarriere erst mal zwei Jahre aus, ehe er – dies aber trotzdem mit einem Bauchentscheid – die Nachfolge von Steven Nussbaumer antrat.

Der neue Trainer musste im personell sonst stabilen Kader den Abgang des offensiven Brechers Fabio Mutti verkraften, was ihn unter anderem inspirierte, einen mentalen Umbruch voranzutreiben.

Dabei setzt er auf einen neuen Blick aufs Spiel, in dem sich auch die vielen jungen Akteure nicht als Mitläufer, sondern als Verantwortungsträger sehen, die auch ihre Ideen einbringen. Fabio Muttis Rücktritt soll nicht zur Folge haben, dass die Mümliswiler in der höchsten Kleinfeld-Liga weniger offensiv auftreten. «Wir stehen weiterhin hoch und machen Druck», verspricht Florian Boner. «Wir sind aber mehr auf Ballbesitz und Spielkontrolle aus.» Von seiner technisch starken Mannschaft erwartet er, dass sie sich noch mehr in Geduld übt und besser als früher davor gefeit ist, das Spiel des Gegners anzunehmen.

«Cousins-Connection» im Rücken

Florian Boner kann beim Umsetzen seiner Pläne auf seine zwei Cousins Patrick und Mathias Boner zählen, welche immer noch die Mümliswiler Farben tragen. Ausschlaggebend sei im Kernteam nicht der Verwandtschaftsgrad, betont der Headcoach, sondern eine gut funktionierende Arbeitsteilung im Leitungstrio. Mathias führt oft die Trainings an, Patrick kümmert sich um Spezialwochen.

In der nochmals ausgeglichener gewordenen Gruppe 1 der 1. Liga Kleinfeld würde Mümliswil nach zwei 2. Rängen in den Vorjahren seinen Steigerungslauf mit Platz 1 krönen. Florian Boner will jedoch nicht zu früh aufs Gaspedal drücken. Die Wiederholung der Qualifikation für den Playoff-Halbfinal und den Ligacup-Halbfinal ist deshalb auch kein offizielles Saisonziel. Darauf hinarbeiten tut man nun einfach ohne grosses Aufheben.

Die enge Planung des Verbands

Nach einer in den Augen der Verantwortlichen guten Vorbereitung startet Mümliswil an diesem Wochenende wegen der nicht gerade umsichtigen Planung des Verbands gleich mit einer Dreifachpackung in den Ernstkampf. Immerhin sollte es morgen Samstag im Cup-Sechzehntelfinal auswärts die Hürde von Baden-Birmenstorf III (4. Liga) einigermassen locker überspringen können. Übermorgen Sonntag warten an der ersten Meisterschaftsrunde in Riehen Aufsteiger Vevey und Flamatt.