Die Blechlawine, die sich täglich durch die Klus bei Balsthal zwängt, ist für die betroffenen Autofahrer und Pendler seit Jahren ein mehr oder weniger geduldig ertragenes Ärgernis.

Nach vielen Anläufen und Änderungen liegt bekanntlich seit einiger Zeit eine neue Projektvariante zur Umfahrung der Klus vor, eine für alle Seiten tragbare, wie an der Gemeinderatssitzung erwähnt wurde.

Damit nun endlich Bewegung in die Sache kommt, hat der Einwohnergemeinderat Mümliswil-Ramiswil beschlossen, sich finanziell an dem Bauprojekt zu beteiligen. Dies auch aus Solidarität zur Gemeinde Balsthal, die die Hauptlast der Kostenbeteiligung zu tragen hat.

«Miserable Verkehrslage»

Das Kluser Nadelöhr sei der wirtschaftlichen Entwicklung der Region nicht sehr förderlich, wurde argumentiert. «Alle Thaler Gemeinden stellten in den letzten Jahren fest, dass viele, vor allem junge Leute mit der Begründung der fehlenden und miserablen Verkehrsanbindung das Thal verlassen. Die Verkehrsproblematik ist auch nicht förderlich für die Neuansiedlung von neuen Einwohnern oder Betrieben», betonte Gemeindepräsident Kurt Bloch.

Das vorliegende Projekt Umfahrung Klus werde von allen Seiten, vor allem aber von der Gemeinde Balsthal akzeptiert. Sollten alle Instanzen der Umfahrung zustimmen, so will der Kanton Solothurn im Jahr 2016 das Volk über das Projekt und dessen Finanzierung abstimmen lassen.

Aus heutiger Sicht wird mit Kosten von 60 bis 70 Mio. Franken gerechnet. Daran muss sich Balsthal als Standortgemeinde aufgrund der Gesetzgebung mit einem zweistelligen Millionenbetrag beteiligen. Die übrigen Thaler Gemeinden, die ebenfalls von der Umfahrung profitieren würden, sind aber zu keiner Kostenbeteiligung verpflichtet.

«Nicht Müllers Erfindung»

Über eine Kostenbeteiligung wurde unter den Thaler Gemeinden schon oft diskutiert. «Die Idee ist also nicht neu und schon gar nicht die Erfindung von SP-Politiker Fabian Müller aus Balsthal», hiess es in der Ratsrunde.

Die Thaler Gemeindepräsidentenkonferenz (GPK) hat sich schon vor Jahren und, nach Vorlage der dritten Variante, erneut Ende Januar intensiv mit dem Thema befasst. Die GPK ist zum Schluss gekommen, dass sich alle betroffenen Gemeinden an dem für «unser Thal zukunftsweisenden Vorhaben» beteiligen müssen. «Es soll ein Zeichen gesetzt und nach aussen das Signal vermittelt werden: Es muss endlich etwas geschehen; wir im Thal sind bereit und halten zusammen», so Bloch weiter.

An Erwartung geknüpft

Die GPK ist sich einig, dass eine Entlastung Balsthals um etliche Millionen unmöglich ist. Aber eine Million - aufgeteilt auf acht Gemeinden mit rund 8500 Einwohnern - wird als absolut verantwortbar und auch notwendig erachtet.

Für Mümliswil-Ramiswil macht dies einen einmaligen Betrag von 298 000 Franken aus. «Zum jetzigen Zeitpunkt geht es nicht darum, Einzelheiten des Projektes zu besprechen, sondern nur ein Zeichen der Solidarität zu setzen», eröffnete Bloch die Diskussion.

Schliesslich sprach sich der Rat mit acht gegen eine Stimme für die Kostenbeteiligung aus, die noch der Gemeindeversammlung vorgelegt werden muss. «Mit diesem Zeichen der Solidarität erwartet der Gemeinderat aber auch eine faire und uneigennützige Zusammenarbeit, wenn es um wichtige Fragen und Projekte geht, die das gesamte Thal betreffen.»