Gemeinderat

Mümliswil-Ramiswil will um die Poststelle kämpfen

Geschlossene Post – dieses Szenario kommt für den Guldentaler Gemeinderat auf keinen Fall infrage.

Geschlossene Post – dieses Szenario kommt für den Guldentaler Gemeinderat auf keinen Fall infrage.

Der erfreuliche Rechnungsabschluss und die geplante Schliessung der Post waren Themen im Gemeinderat von Mümliswil-Ramiswil.

Was schon lange in den Medien diskutiert wurde und gerüchtemässig herumgeisterte wurde für den Guldentaler Gemeinderat am 11. Mai zur bitteren Gewissheit: die Pläne der Post CH AG sehen eine «unsichere» Zukunft für die Poststelle in Mümliswil vor. Zwar heisst es im Schreiben, dass Mümliswil unter die Kategorie «Filiale zu überprüfen» fällt. Nimmt man aber das bisher von der Post an den Tag gelegte, kompromisslose Vorgehen zum Vorbild, bedeutet dies wohl schlussendlich, dass die Poststelle geschlossen wird.

Dies will der Gemeinderat aber auf keinen Fall so hinnehmen. Zumal man sich immer für die Zukunft der Post im Dorf interessiert hat. Doch sowohl Anfragen bei der Post, wie auch beim Kanton wurden stets damit beantwortet, dass die Verhandlungen noch laufen und dementsprechend geheim seien.

Das Schreiben der Post CH AG vom 10. Mai kommt dem Rat wie ein «fait accompli» vor, das man auf keinen Fall so akzeptiert. Gründe dafür gibt es viele. Die Poststelle in Mümliswil ist nämlich gut frequentiert und stellt ein Herzstück im Dorfleben dar. Zudem ist der Ort nicht einfach einer Talgemeinschaft angegliedert, sondern schon rein geografisch ein eigenes Tal (das Guldental) bildet.

Kommt noch dazu, dass die Post vor einigen Jahren schon die Filiale in Ramiswil geschlossen hat. Im entsprechenden Antwortschreiben an die Post weist der Gemeinderat darauf hin und erwartet von der Post kein «Alibi-Gespräch», um gegenüber der Bevölkerung einen «Gesprächs- und Informationsfreudigen Eindruck (Zitat)» zu hinterlassen.

Damit dem Rat der Rücken gestärkt wird, wurden zeitgleich an alle Haushalte Infos und ein Unterschriftenbogen versandt. Bis 18. Juni haben somit alle die Gelegenheit, ihrem Unmut gegenüber den Schliessungsplänen mit ihrer Unterschrift Ausdruck zu verleihen.

Finanzverwalterin, Sarah Lisser konnte dem Gemeinderat Mümliswil-Ramiswil an der Mai-Sitzung gleich zwei Premieren präsentieren. Zum einen ihre erste Jahresrechnung überhaupt und zum andern die erste Jahresrechnung nach dem neuen «Harmonisierten Rechnungslegungsmodell HRM2».

Das Positive daran: die Jahresrechnung 2016 schliesst mit einem sehr erfreulichen Jahresergebnis von plus 976'687 Franken ab. Im Budget war für das Jahr 2016 «lediglich» ein Überschuss von 487'000 Franken vorgesehen. Der ausgewiesene Mehrertrag ist sowohl auf die Steuereinnahmen, wie auch auf die gute Budgetdisziplin zurückzuführen.

Detailreiche Jahresrechnung

«HRM2 hat viele Veränderungen gebracht» liess Lisser verlauten. Und so kommt die erste Jahresrechnung nach dem neuen Modell schon rein optisch sehr umfangreich daher. Viele Positionen wurden aufgesplittet, was zu mehr Transparenz führt. Dass dies an der kommenden Gemeindeversammlung vom 6. Juni für Irritationen bei den Stimmbürgern führen kann, ist sich der Rat indes bewusst.

Gegenüber dem Budget kam es zu diversen positiven und negativen Abweichungen in den relevanten Sparten wie öffentliche Sicherheit, Bildung, Kultur, Gesundheit und soziale Wohlfahrt. Die Spezialfinanzierungen Wasser und Abwasser schlossen positiv. Die Abfallbeseitigung mit rund 9'800 Franken im Minus. Am meisten überraschte das Steueraufkommen, das gegenüber dem Vorjahr um rund 509'000 Franken höher ausfiel. Zudem schlossen die Jahresrechnung von Partnerorganisationen (Zweckverbände usw.) ebenfalls positiv, was wiederum weniger Aufwand, respektive Rückzahlungen von Gemeindevorschüssen bedeutete.

Die gemäss HRM2 obligatorischen Neubewertungen auf dem Verwaltungs- und Finanzvermögen führten zu einer negativen Neubewertungsreserve von 115'096 Franken, welche mit dem Eigenkapital der Vorjahre verrechnet wurde. Die Nettoinvestitionen schliessen mit 582'946 Franken ab. Dank dem guten Ergebnis sinkt die Nettoschuld pro Einwohner (früher Pro-Kopf-Verschuldung) von 2'721 auf 2'257 Franken.

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