Egerkingen
«Mövenpick»-Direktorin erläutert Business-Frauen ihre Führungsgrundsätze

Für Ute Dirks, Direktorin von «Mövenpick» ist motiviertes Personal der Schlüssel zum Erfolg. Motiviert werden soll das Personal durch umgehendes Lob für gute Leistungen, aber auch mit sofortiger Kritik, wenn etwas nicht klappt.

Urs Amacher
Merken
Drucken
Teilen
Die Hoteldirektorin Ute Dirks (links) und die Personalverantwortliche der Mövenpick Europa, Maja Livic.

Die Hoteldirektorin Ute Dirks (links) und die Personalverantwortliche der Mövenpick Europa, Maja Livic.

Urs Amacher

Ute Dirks ist die Hoteldirektorin im Egerkinger Mövenpick. Sie führt ein Unternehmen mit hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ist dafür verantwortlich, dass im Hotel, in der Küche, m Restaurant und auf der Panoramaterrasse alles rund läuft.

Mehr noch: Das Hotel oberhalb Egerkingen ist Teil eines weltweiten Konzerns, der sich auf die Fahnen geschrieben hat, den Gästen nicht nur den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten, sondern ihm darüber hinaus mit einer zusätzlichen kleinen Aufmerksamkeit eine Freude zu bereiten. Mit dem Ziel, dass die Gäste wieder kommen sowie Hotel und Gastrobetriebe weiterempfehlen.

Die Kunst der Motivation

Wie schafft es Hoteldirektorin Dirks, ihr Personal entsprechend zu motivieren? Diese Frage beantwortete sie, assistiert von der Personalverantwortlichen Maja Livic, am «Parfum und Performance».

Das Businessmeeting für Frauen wird regelmässig organisiert von der Kantonalen Wirtschaftsförderung zusammen mit den KMU Frauen Solothurn sowie den Business and Professionional Women (BPW). Die Moderation besorgte Kantonsrätin Anita Panzer.

Die Gastronomie sei eine emotionale Branche. Die Gäste möchten sich wohlfühlen, stellte Hoteldirektorin Ute Dirks fest. Dirks ist seit 1988 im Unternehmen Mövenpick tätig, kennt es also à fonds.

Seit Januar 2012 leitet sie das Mövenpick Hotel Egerkingen als General Manager. «In unserm Haus wollen wir die Erwartungen der Gäste nicht nur bestens erfüllen, sondern übertreffen», betonte Ute Dirks.

Wie erreicht sie das? Es beginne bei der sorgfältigen Rekrutierung des Personals, verrät sie bereitwillig. Sie schaue, ob die neue Mitarbeiterin, der neue Mitarbeiter ins Team passe und suche seine Stärken. Unabdingbar sei das «natural enjoyment», eine natürliche Herzlichkeit und die Motivation, Gastgeberin oder Gastgeber sein zu wollen.

Neue erhalten einen Götti

Weniger tragisch seien Defizite im Fachwissen: «Falls erforderlich, bringen wir ihnen das nachträglich schon noch bei», versicherte Dirks. Und was für die Gäste gilt, gilt auch für das Personal.

Noch bevor jemand Neues anfängt, schickt ihm sein Team als unerwartete Aufmerksamkeit einen netten Willkommensgruss nach Hause. Das zukünftige Teammitglied darf eine Nacht im Hotel übernachten und den Betrieb einmal von der andern Seite kennenlernen.

Nach dem Antritt der Stelle nehmen die frisch Eingetretenen an einem Einführungsseminar teil, wo sie auf die Unternehmensvisionen eingestimmt werden, die da sind Qualität, Verlässlichkeit sowie Sorgfalt, Mitunternehmertum und Achtsamkeit, welche dem Ganzen eine persönliche Note verleihen. Die Neuen erhalten auch einen Götti, der sie die ersten vierzehn Tage betreut.

Umgehend loben oder Krtitik üben

Ute Dirks hat es sich zur Maxime erhoben, umgehend zu loben, wenn Mitarbeitende etwas besonders gut gemacht haben, sei es durch ein persönliches Wort oder auch schriftlich.

Andererseits dulde sie kein Fehlverhalten und übe sofort Kritik, wenn etwas nicht klappe, unbedingt aber verbunden mit der Suche nach der Lösung, wie etwas künftig besser gemacht werden kann.

Gesprächsleiterin Anita Panzer befragte Ute Dirks schliesslich noch zu den Auswirkungen der Mindestlohninitiative. Die gelernten Berufsleute verdienen bei Mövenpick bereits heute mehr als 4000 Franken, hielt die Hoteldirektorin fest.

Bei den Ungelernten liegen die Löhne tatsächlich darunter, eine Annahme der Initiative würde sich auf die Lohnkosten auswirken. Als Panzer nachhakte, ob deshalb Arbeitsplätze abgebaut würden, antwortete Ute Dirks mit einem klaren Nein: «Wir brauchen alle diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter».