Niedergösgen
Motto des Samaritervereins lautet: Einsätze leisten und Wissen tanken

Das Oltner Tagblatt stellt in lockerer Folge Samaritervereine aus der Region Olten-Gösgen-Gäu vor. Aktuelles Beispiel ist der Samariterverein Niedergösgen, dem derzeit 24 Samariterinnen und ein Samariter angehören.

Eugen Kiener
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Aufmerksam verfolgen die Mitglieder des Samaritervereins Niedergösgen die Ausführungen von Katrin Stirnemann zur Anatomie des Innenohrs.

Aufmerksam verfolgen die Mitglieder des Samaritervereins Niedergösgen die Ausführungen von Katrin Stirnemann zur Anatomie des Innenohrs.

Eugen Kiener

Vielfältige Einsätze, abwechslungsreiche Übungen und ein guter Zusammenhalt: Dies sind die Merkmale des Samaritervereins Niedergösgen. Ein aktiver Vorstand lenkt den Verein, der zurzeit aus 24 Samariterinnen und einem Samariter besteht. Wer im Samariterverein Niedergösgen mitmacht, erhält über die Jahre ein breites medizinisches Allgemeinwissen.

So ging es an der kürzlich durchgeführten Vereinsübung um das Thema Gehör. Referentin war das jüngste Vereinsmitglied, die 25-jährige Kathrin Stirnemann. Die ausgebildete Hörgeräteakustikerin informierte ihre Vereinskolleginnen zuerst über das menschliche Gehör allgemein, über Notfälle im Bereich des Ohrs, über Hörverlust und Hörgeräte sowie schliesslich über die Kommunikation mit Personen, die Hörgeräte verwenden.

Harmonisches Vereinsleben

Zu Beginn der Übung hiess Vereinspräsidentin Ursi Näf die Anwesenden herzlich willkommen. Sie berichtete über Aktuelles aus dem Verein und dem Dorf, so unter anderem über den Unfall einer Vereinskollegin und deren aktuellen Gesundheitszustand. Das gute Einvernehmen unter den Mitgliedern prägt den Samariterverein Niedergösgen seit langem.

Im Sommer unternimmt man eine Vereinsreise, im Dezember organisiert man einen Chlaushöck. Und wenn es sich ergibt, sitzt man auch sonst nach einer Übung zusammen. Einen zweiten Teil mit Grilladen gibt es auch immer nach der gemeinsamen Übung mit dem Samariterverein Schönenwerd, die dieses Jahr vom Nachbarverein jenseits der Aare vorbereitet worden war.

Schwerpunkt Erste Hilfe

In den Samaritervereinen sorgen allgemein die technischen Leiter für die Ausbildung der Vereinsmitglieder. Die meisten sind auch Kursleiter, das heisst, sie haben die Berechtigung, Bevölkerungskurse zu erteilen. Im Samariterverein sind Claudia Kyburz und Patrizia Bolliger als Kurs- und Technische Leiterinnen tätig. Das Schwergewicht ihrer Ausbildungstätigkeit liegt auf dem Gebiet der praktischen Ersten Hilfe.

Die meisten Samaritervereine haben einen Vereinsarzt, der den Verein in medizinischen Fragen berät und die Vereinsmitglieder ein- bis zweimal pro Jahr über spezielle Themen informiert. Beim Samariterverein Niedergösgen ist es Dr. René Lacher, der diese Aufgabe übernimmt. Sein nächster Vortrag steht am 26. November auf dem Programm. Auch im ersten Halbjahr stand ein Vortrag auf dem Programm, ein Gastreferent informierte über die Notfallseelsorge.

Postendienst und Defigruppe

Die Sanitätsdienste bei den Anlässen im Ort sind die wichtigste Dienstleistung des Vereins. Allein beim Feelgood-Festival, das jeweils am ersten August-Wochenende stattfindet, müssen 16 Vier-Stunden-Einsätze geleistet werden. Rund 70 bis 80 Personen erhalten dabei jeweils Samariterhilfe. Glücklicherweise handelt es sich dabei meist um eher kleine Hilfeleistungen: Wespenstiche werden behandelt, kleine Schnittwunden versorgt oder Leute mit Kreislauf-Schwierigkeiten betreut.

Vier Samariterinnen sind in die Niedergösger Feuerwehr integriert. Sie gehören zur Defigruppe und werden dann aufgeboten, wenn jemand wegen Verdacht auf Herzstillstand die Ambulanz ruft. Meist handle es sich nicht direkt um einen Herzstillstand, berichten die Samariterinnen: «Aber die Angehörigen des Patienten sind doch froh, dass ihnen rasch jemand zur Seite steht. Und auch die Rettungssanitäter schätzen unsere Mitarbeit.»

Gute besucht sind die drei Nothilfekurse, welche der Samariterverein Niedergösgen jedes Jahr durchführt. Je nach Nachfrage nimmt er auch den Kurs Notfälle bei Kleinkindern oder den Reanimationskurs ins Angebot. Da beide Kursleiterinnen berufstätig sind, finden sie nur wenig Zeit, um auch tagsüber Kurse anzubieten. Immerhin halfen sie aber auch schon bei der Schulung der Mitarbeiter im nahen Aarekraftwerk der Alpiq.

Gefragte Krankenmobilien

Eine gefragte Dienstleistung des Vereins ist das Krankenmobilienmagazin. Ausgelehnt werden vorwiegend Rollatoren und Rollstühle. Interessenten können mit Daniel Kyburz (Natel 079 330 62 12) oder Rosmarie Schenker (Telefon 062 849 29 62) kurzfristig einen Termin vereinbaren und das gewünschte Hilfsmittel im alten Gemeindehaus abholen.

Kontaktadresse: Samariterverein Niedergösgen; Ursi Näf, Präsidentin; Schlossrainstrasse 10; Niedergösgen; Telefon 062 849 24 56, Weitere Infos gibt es unter www.samariter-niedergoesgen.ch.

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