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SP-Mitglied Raphael Ingold reicht Motion ein: Er will Oensingen noch etwas grüner machen

Raphael Ingold, SP-Mitglied aus Oensingen, hat beim Gemeinderat eine Motion eingereicht. Er beauftragt den Rat, bis im Jahr 2030 den Energiestadt-Gold-Status zu erlangen. Bisher trägt die Gemeinde das Label der Energiestadt.

Rahel Bühler
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Das aktuellste Projekt der Arbeitsgruppe Energiestadt: Solarpanels auf dem neusten Gebäude des Schulhauses Oberdorf in Oensingen.

Das aktuellste Projekt der Arbeitsgruppe Energiestadt: Solarpanels auf dem neusten Gebäude des Schulhauses Oberdorf in Oensingen.

Bruno Kissling

Rafael Ingold, SP-Mitglied aus Oensingen, hat beim Gemeinderat eine Motion eingereicht: Oensingen soll nicht nur eine Energiestadt sein, sondern sogar eine goldene, dies gibt er in einer am Freitag verschickten Medienmitteilung bekannt. Was steckt dahinter?

Seit 2008 trägt die Gäuer Gemeinde das Label Energiestadt. Es wird jenen Gemeinden verliehen, die sich für eine nachhaltige Energiezukunft einsetzen. Derzeit gibt es in der ganzen Schweiz 464 Gemeinden, die das Label tragen. Darunter unter anderem auch der Bezirk Thal mit seinen acht Gemeinden. Das aktuellste Projekt in Oensingen ist der Betrieb von Solarpanels auf dem neusten Gebäude des Schulhauses Oberdorf und der Sportstätte.

Dieses Engagement reicht Ingold nicht. Er will die Auszeichnung European Energy Award Gold in Oensingen anstreben.

«Die Auszeichnung ist vergleichbar mit der Champions League: Hier treffen sich die Besten der Besten»,

schreibt Ingold dazu in der Medienmitteilung. Gemeinden, die mindestens 75 Prozent der Massnahmen des beim Zertifizierungsverfahren erstellten Katalogs umgesetzt haben, können – nach Erhalt des Labels Energiestadt – den European Energy Award Gold beantragen. Mit dem Gold-Award krönen Energiestädte ihr Engagement für eine nachhaltige Energiezukunft. Derzeit tragen 66 der 464 Energiestadt-Gemeinden das goldene Label.

Oensingen erfüllt bereits 56 Prozent der umzusetzenden Massnahmen

Nun soll es auch Oensingen tragen. Darauf gekommen ist Ingold, als er sich mit dem Solarpanel-Projekt auseinandersetzte, wie er am Telefon erzählt: «Ich habe mich gefragt, was es noch braucht, damit Oensingen das Gold-Zertifikat erhalten kann?» Daraufhin habe er mit dem Präsidenten der Arbeitsgruppe Energiestadt, Christoph Schaer, Kontakt aufgenommen. Dieser habe ihm mitgeteilt, dass die Arbeitsgruppe die goldene Zertifizierung bereits anstrebe, allerdings ohne zeitlichen Rahmen. «Ich fand, es braucht einen konkreten Zeitpunkt, damit das Engagement aufrechterhalten wird.»

Als Gründe für die Zertifizierung nennt Motionär Ingold unter anderem das Finanzielle: «Die Überprüfung aller energierelevanten Faktoren kann Sparmöglichkeiten aufzeigen.» Würden diese umgesetzt, ergäben sich finanzielle Vorteile. Und weiter: Die Arbeitsgruppe Energiestadt habe bereits sehr gute Ziele erarbeitet und umgesetzt, jedoch ohne einen zeitlichen Horizont.

«Es besteht die Gefahr, dass Ideen dadurch nicht umgesetzt oder als weniger wichtig erachtet werden.»

Um das notwendige Niveau zu erreichen, könnten auch weitere bauliche Massnahmen notwendig sein, wie etwa das Projekt mit den Solarpanels zeige. Das löse Aufträge fürs regionale Gewerbe aus, wirke wachstumsfördernd und schaffe Arbeitsplätze. Zudem wirke ein energiebewusstes Verhalten einer Gemeinde anregend für Privatpersonen. Bei der letzten Zertifizierung erfüllte die Gemeinde 56 Prozent der umsetzbaren Massnahmen. Zur Erfüllung des Goldlabels benötigt Oensingen daher noch 19 Prozent. Ingold schreibt, aufgrund dieser Auflistung sei er zur Erkenntnis gekommen, «dass meine Motion weder übertrieben noch unrealistisch ist».

Er hat die Motion am Freitag eingereicht und die Eingangsbestätigung des Gemeindepräsidenten bereits erhalten. Sie gilt nun per nächste Gemeindeversammlung – sie findet am 13. Dezember statt – als eingereicht. Der Gemeinderat wird sich im Anschluss mit der Motion auseinandersetzen. Das besagt das Gemeindegesetz. Voraussichtlich an der Gemeindeversammlung im Juni wird sie auf der Traktandenliste stehen. Dann kann die Stimmbevölkerung entscheiden, ob sie die Motion als erheblich, nicht erheblich oder erheblich mit einer inhaltlichen Änderung erklären will. Dann liegt der Ball wieder beim Gemeinderat, der den Beschluss fasst und zum Beispiel Geld oder Ressourcen zur Verfügung stellt.

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