Möbelbranche
Möbelkette Fly schliesst: Egerkingen verliert 20 Arbeitsplätze

Die Möbelkette Fly verabschiedet sich in der Schweiz – 10 Filialen landesweit und der Hauptsitz in Egerkingen werden geschlossen.

Franz Schaible
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Die Möbel-Kette Fly wird im Frühling ihre Tore schliessen.

Die Möbel-Kette Fly wird im Frühling ihre Tore schliessen.

Hanspeter Bärtschi

Nach 17 Jahren gibt die ursprünglich französische Möbelkette Fly den Markt Schweiz auf. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Egerkingen wird ihre zehn Filialen in der Schweiz im Frühling schliessen. Hauptgrund sei die starke Konkurrenz, erklärt auf Anfrage Nicolas Probst, Direktor der Fly (Schweiz) AG. Der Schweizer Möbelmarkt habe 2014 vier Prozent an Umsatz eingebüsst. «Insbesondere schwierig ist die Positionierung im mittleren Preissegment. Viele Kunden kaufen bei den Harddiscountern oder im Hochpreissegment ein», sagt Probst.

Das Ende zeichnete sich bereits im Januar 2015 ab. Die Aktiven und Passiven der Fly (Schweiz) AG gehen infolge Fusion auf die Conforama SA über. Die Gesellschaft wird im Handelsregister gelöscht», steht im Handelsamtblatt vom 22. Januar.

Rettung von Arbeitsplätzen?

Fly beschäftigt laut Probst insgesamt 203 Angestellte. Wie viele davon entlassen werden, sei noch offen. Derzeit werde abgeklärt, ob Conforama oder Lipo – beide gehören zur gleichen Möbelgruppe wie Fly – Standorte und Personal von Fly übernehmen werden. Es gebe auch externe Interessenten für die Standorte. Definitiv entschieden wird am 23. Februar, bis dann läuft das Konsultationsverfahren mit der Mitarbeiterkommission. Für Betroffene, welche weder intern noch extern einen neuen Arbeitsplatz erhalten, soll ein Sozialplan ausgearbeitet werden.

Egerkingen schliesst definitiv

Definitiv ist, dass die Marke «Fly» auf dem Schweizer Markt verschwinden wird. Die Schliessung der zehn Fly-Filialen erfolge stufenweise auf Ende März und Ende April. Im Kanton Solothurn betreibt Fly zwar keine Niederlassung, aber der Hauptsitz mit 20 Beschäftigten liegt in Egerkingen. Dort ist die Geschäftsleitung, das Marketing, der Einkauf und die Logistik angesiedelt. «Der Hauptsitz wird aufgegeben; die Schliessung ist auf Ende Juni geplant», sagt Probst. Aber auch hier werde nach Lösungen für das Personal gesucht. Denkbar seien neue Arbeitsplätze in den Zentralen von Lipo in Basel oder Conforama in Bussigny. Keinen Einfluss habe die Fly-Schliessung auf das sich im Bau befindliche Logistik- und Dienstleistungszentrum in Derendingen der Steinhoff-Gruppe, zu welcher Conforama, Lipo und Fly Schweiz gehören. Es werde geprüft, ob von der Fly-Schliessung Betroffene dort einen Arbeitsplatz finden können.

Marke Fly gehörte Manor

Der französische Möbelhandelskonzern Conforama hat vor Jahresfrist im Rahmen einer Partnerschaft mit der damaligen Eigentümerin von Fly, der Mobilier Européen, die 19 Schweizer Fly-Filialen übernommen. Sechs davon werden seither als Lipo-Geschäfte, drei als Conforama (darunter Fly Solothurn) und zehn als Fly weitergeführt. 1998 startete die Maus-Gruppe (Manor, Jumbo, Athleticum) den Aufbau der Fly-Kette in der Schweiz im Franchisesystem. 2012 verkaufte Maus die Kette wieder an Fly France. 2013, noch mit 19 Filialen und 330 Beschäftigten, erzielte Fly Schweiz einen Umsatz von rund 100 Millionen Franken. 2009 lag der Umsatz bei 136 Millionen Franken.