Hägendorf
Mittlerweile ist November – der Monat ist nass, kalt und einfach schön

Ein Spaziergang durch die Tüfelsschlucht vertreibt den November-Blues. Es ist ein lohnender Ort, um die besondere Novemberstimmung aufzunehmen. Der Cholersbach, Steine, Felsbrocken, Moos und Totholz vermitteln besondere Eindrücke.

HR. Aeschbacher
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Spaziergang durch die Tüfelsschlucht bei Hägendorf
5 Bilder
Moosbewachsene Baumriesen wachsen aus den Felsen.
Ein Rinnsal sucht sich den Weg durch das Moos.
Der Cholersbach rauscht und gurgelt.
Unaufhörlich tanzen die Wassertropfen über den Steinen.

Spaziergang durch die Tüfelsschlucht bei Hägendorf

HR.Aeschbacher

Der November ist derjenige Monat, der für viele nicht schnell genug enden kann: Er ist nass, kalt, windig, trüb, grau, und die Tage sind die kürzeren des Jahres. Die warmen goldenen Oktobertage sind vorbei und die Vorfreude auf die Adventszeit wächst. Auch die religiösen Feiertage tragen nicht unbedingt zu einem Stimmungshoch bei. Der November beginnt mit Allerheiligen und endet mit dem Totensonntag. Zweifelslos: Er ist ein trübseliger Monat.

Dennoch gibt es viele Gründe den November zu mögen. Dem grusligen Wetter zu trotzen, ist einer davon. Ein lohnender Ort, die besondere Novemberstimmung aufzunehmen, ist die Tüfelsschlucht bei Hägendorf. Im Sommer ist die wohl schönste Juraschlucht ein beliebtes Ziel, um der Sommerhitze zu entfliehen. Aber im November? Ja, genau im November.

Die letzten Blätter

In diesen trüben Novembertagen präsentiert sich die fast drei Kilometer lange Schlucht von Hägendorf auf den Allerheilgenberg in überraschender Schönheit. Jede Wendung, jeder Schritt über die 37 Brücken und Stege bringen neue Eindrücke und Überraschungen. Der Cholersbach rauscht und gurgelt, Steine, Felsbrocken und Totholz sind von sattgrünem Moos überwachsen, die letzten Blätter fallen von den Bäumen, und die noch grünen Farne breiten ihre Fächer dem spärlichen Licht entgegen.

Ab und zu rumpelt es bedrohlich von irgendwo her. Das ist nicht der Tüfel. Der hat der Sage nach lange sein Unwesen in der Schlucht getrieben, bis ihn ein Pater aus dem Kloster in Olten fortjagte. Das stumpfe Rumpeln stammt von der Autobahnbrücke und den darüber fahrenden 30-Tönnern. Und spätestens jetzt merkt man für kurze Zeit wieder die Gegenwart: Es ist November, es ist nass, kalt, grau, nebelig ... und ganz einfach wunderschön.