Holderbank SO
Mit Zusammenarbeit könnten Bildungskosten gesenkt werden

Zweiter Informationsanlass in Holderbank über eine mögliche Zusammenarbeit mit Balsthal in den Bereichen Kindergarten und Primarschule.

Peter Wetzel
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Was bedeutet eine Zusammenarbeit der Primarschulen? (Symbolbild)

Was bedeutet eine Zusammenarbeit der Primarschulen? (Symbolbild)

Keystone

Die Gemeinderäte von Holderbank und Balsthal haben den Zusammenarbeitsvertrag zuhanden der kommenden Budgetgemeindeversammlungen bereits verabschiedet und sowohl in Holderbank wie auch in Balsthal fanden Informationsanlässe statt. In Holderbank gab es noch viele offene Fragen zu klären. Aus diesem Grund liess man sich von Mitgliedern der speziell eingesetzten Arbeitsgruppe (wir berichteten) noch einmal vertieft orientieren.

Ob nach dem Anlass die Meinungen gemacht waren, liess sich schwer beurteilen. Das Thema ist geprägt von vielen Emotionen und im Laufe der Präsentation entstand beinahe eine gesellschafts- und bildungspolitische Diskussion. Angeprangert wurden insbesondere unsere Leistungsgesellschaft, die Spezialisierung der Schulen mit immer neuen Aufgaben und Anforderungen sowie der zunehmende Druck schon auf die jüngsten Schüler.

Man solle die Kinder doch vermehrt wieder Kinder sein lassen. Dem wurde aber auch entgegen gehalten, dass der Druck nicht nur von der Schule komme. Für viele Votanten bedeutet die tägliche Fahrt mit dem Postauto nach Balsthal und zurück nach wie vor ein echtes Problem. Erneut wurde gefragt, ob nicht der Einsatz eines Schulbusses die bessere Lösung wäre.

Tagesstruktur würde Mehrwert bedeuten

Gabriela Dennler, Leiterin der Arbeitsgruppe und Ressortleiterin Bildung im Gemeinderat, erklärte, dass der Kanton nur die Kosten für die Benützung des öffentlichen Verkehrs übernehmen würde, falls ein solcher vorhanden ist. Zudem brauche es eine Personentransportbewilligung. Aber worum geht es eigentlich? Gemäss dem Zusammenarbeitsvertrag bleiben eine Kindergartenklasse und eine 1./2. Klasse in Holderbank (altersgemischt).

Schüler ab der dritten Primarschulklasse werden in Balsthal unterrichtet. Wie der Balsthaler Gesamtschulleiter Kuno Flury ausführte, sollen in Holderbank familienergänzende Tagesstrukturen (Mittagstisch, Betreuung) aufgebaut werden. Damit würde in Holderbank ein echter Mehrwert gegenüber der Schule Balsthal geschaffen. Man wolle damit Balsthaler Eltern motivieren, ihre Kinder nach Holderbank in den Kindergarten oder in die 1./2. Klasse zu schicken.

Schulleiterin Cécile Kamer erläuterte die Organisation der geplanten Tagesstrukturen. Die Kosten müssten vollumfänglich durch die Eltern übernommen werden und würden demzufolge die Gemeindefinanzen nicht belasten. Auch nicht belasten, sondern finanziell entlasten würde eine Zusammenarbeit der Schulen sowohl die Gemeinde Holderbank wie auch Balsthal. Holderbank könnte jährlich rund 90 000 Franken einsparen, so Kuno Flury. Und ganz wichtig: auch wenn keine Balsthaler Kinder nach Holderbank in die Schule gingen, wäre die Kindergarten- und 1./2. Primarschulklasse für die nächsten vier Jahre gesichert.

Bei Ablehnung muss weiter gearbeitet werden

Daniel Eggimann, Vertreter des Volkschulamtes in der Arbeitsgruppe, ging auf die gesteigerten Anforderungen der Schule ein, schüler- und lehrerseits. Das Mitspracherecht von Holderbank wäre durch den Einsitz von zwei Mitgliedern in die siebenköpfige Fachkommission Bildung gewährleistet. «Was passiert, wenn Holderbank den Zusammenarbeitsvertrag ablehnt?» lautete die brennendste Frage. Dazu Eggimann: «Der Kanton würde die Schule sicher nicht schliessen.»

Es müsste weiter gearbeitet und geklärt werden, wie die sich abzeichnenden Herausforderungen gemeistert werden können. Die Entwicklungen bei der Fluktuation des Lehrkörpers und der Schulleitung, den Klagen der Eltern, den Resultaten der externen Schulevaluation und den Checks sowie den Finanzen müssten ganz genau beobachtet werden. «Wir hoffen, dass die zusätzlich gewünschten Auskünfte erteilt werden konnten», sagte Gabriela Dennler zum Abschluss.

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