Viel Schnee, tiefe Temperaturen und strahlender Sonnenschein. Im Jura herrschte am Wochenende ideales Winterwetter. Dies für einmal aber nicht nur für Skifahrer, Snowboarder und Schneeschuhläufer, sondern auch für Motorsportfreunde.

Denn diese konnten am Samstag der Snowcross Veranstaltung auf dem Binzberg beiwohnen. Durchgeführt wurde die Veranstaltung vom Motoneige Club L’Orignal de Court et environs.

«Zum Glück spielt das Wetter mit», sagte OK-Präsident Urs Allemann erleichtert. Im vergangenen Jahr konnte der Anlass mangels Schnee nämlich nicht durchgeführt werden.

Nach 2015 und 2017 war es nun die dritte Durchführung auf dem Binzberg, dem Passübergang von Gänsbrunnen nach Court. Auf 1000 Metern Höhe und in der Nähe beider Ortschaften eignet sich Gänsbrunnens Hausberg ideal für die Durchführung des Events.

Zudem stammt aus dem Berggasthof Binz der Familie Tschirren ein aktiver Elitefahrer: Der 22-jährige Stive Tschirren kann praktisch direkt von seiner Stube aus auf sein Fahrzeug hüpfen und sich damit auf die präparierte Piste begeben.

Unfallfrei trotz Missgeschicken

Als Rennpiste dient ein Rundkurs von 630 Meter Länge mit diversen Kurven und Sprüngen. Die Zufahrtsstrassen von Westen und Osten auf den Binzberg waren zwar schneebedeckt, aber gut befahrbar. Dazu präsentierte sich das Renngelände mit Abschrankungen, Fahrerlager, Streckenposten und geheiztem Festzelt in bestem Zustand. Für die Durchführung war eine Bewilligung der Gemeinde nötig.

Das kleine Sportdorf wurde denn auch von zahlreichen Schaulustigen in Beschlag genommen. Das Publikum stammte hauptsächlich aus dem Welschland und verfolgte die spannenden Läufe mit einem wärmenden Punsch in der Hand.

Hie und da ging ein erschrockenes Raunen durch die Menge, wenn die Fahrer auf ihren Schneetöffs bei den zahlreichen Buckeln, Kurven und Sprüngen neben der Piste landeten. Gravierende Unfälle gab es glücklicherweise aber keine.

Nur drei Frauen am Start

Die Schweizer Meisterschaft im Snowcross wird an sechs Stationen ausgetragen: Nach dem Start auf dem Binzberg folgen Les Mosses, Gsteig, Châtel-St-Denis, Anzère und St-Cergue. Gefahren wird in den Kategorien Elite open, Amateur open und Senioren/Damen. Ein Lauf bei der Elite dauert zehn Minuten plus zwei Runden, in den anderen Kategorien acht Minuten plus zwei Runden.

Obwohl der Motorensport hauptsächlich Männer anlockt, waren immerhin drei Frauen am Start. Leider reichte diese Zahl nicht aus: «Damit ein Schweizer Meister-Titel vergeben wird, hätten wir mindestens vier Teilnehmerinnen sein müssen», bedauerte Rennfahrerin Shona Allemann, die 19-jährige Tochter des OK-Präsidenten.

Sieg vor der eigenen Haustür

So waren in den drei Kategorien 25 Fahrer und drei Fahrerinnen am Start. Nach Training und Qualifikation starteten sie zu je drei Läufen. Direkt vor seiner Haustüre konnte Stive Tschirren vom Restaurant de la Binz starten. Er betreibt diesen Rennsport bereits seit sieben Jahren und gehört mittlerweile zur nationalen Elite.

Umso schöner, dass es dem Gänsbrunner in seinem Heimrennen sogar zum Sieg reichte. Der grosse Favorit Rudy Liaudat schied im ersten Lauf mit einem Defekt aus, gewann dann aber die beiden anderen Läufe. Tschirren siegte im ersten Lauf und belegte in den beiden anderen jeweils den zweiten Platz, was schliesslich zum Gesamtsieg reichte.

Shona Allemann belegte den zweiten Platz in der Kategorie Damen. Sie alle durften an der Rangverkündigung im geheizten Festzelt ihre Pokale in Empfang nehmen, und bei Fondue und Schwyzerörgeli-Klängen den Anlass ausklingen lassen.