«Mit unserer Aktion möchten wir einen Beitrag zum Erhalt des Weissensteintunnels und der Bahnlinie Solothurn–Moutier leisten», erklärte Hans Ulrich Waelchli von der Seifen Manufacture. Am Fabrikgebäude an der Hauptstrasse 13 hängt eine grosse Werbeplane, darauf abgebildet eine Seife mit der Aufschrift «Hingerem Wyssestei läbe au Mönsche.»

«Wir brauchen den Tunnel für unsere Mitarbeiter und für all die Leute, die jeden Tag mit dem öV zur Arbeit pendeln müssen. Zudem ist er wichtig für den Tourismus im Naturpark Thal», stellt Waelchli fest.

Zur selben Zeit werden in der Region Flyer verteilt, die auf die Werbeaktion aufmerksam machen. Einerseits für den Tunnel, andererseits für die Produkte, die in Welschenrohr hergestellt werden. Darin enthalten ist ein Gutschein für ein Gratis- Stück Seife mit der «Wyssestei»-Prägung und für ein Fusspflegeöl. Die Bevölkerung ist eingeladen, den Fabrikladen zu besuchen, den Gutschein einzulösen und damit Werbung zu machen für den Erhalt des Eisenbahntunnels.

Seit zwei Jahren im Hinteren Thal

Die Firma Waelchli hat sich vor knapp zwei Jahren in der ehemaligen ZbindenFabrik eingemietet. Die BCP (Bio Chemie Power) Schweiz produziert Lösungsmittel auf Seifenbasis für die Industrie, Dextro Schweiz verkauft Reinigungsmittel für Gastronomie und Industrie und BBCos (Beauty Bio Cosmetic) Schweiz entwickelt neue Körperpflege-Produkte, speziell auch nach Kundenwunsch.

Die Unternehmerfamilie (v.l): Hans Ulrich und Rita Waelchli mit den Töchtern Pandora und Philomene sowie Sohn Christopher.

Die Unternehmerfamilie (v.l): Hans Ulrich und Rita Waelchli mit den Töchtern Pandora und Philomene sowie Sohn Christopher.

«Forschungen und Entwicklungen im Reinigungsbereich haben Zukunft. Neue Produkte mit verbesserten Leistungen, geringeren Umweltbelastungen und für Menschen unbedenklich sind Forderungen unserer Kunden», sagt Christopher Waelchli.

Probleme in der Kosmetik, Lebensmittel-, Metall-, Bau- oder Maschinenindustrie gebe es täglich zu lösen. Unter dem Dach der Seifen Manufacture werde tatkräftig nach Lösungen geforscht. Neue Kreationen und Produkte würden entwickelt, die Ablauf- und Herstellungsprozesse optimiert.

Die Seifen Manufacture kann denn auch eine von ihr entwickelte Neuheit präsentieren, wie Waelchli bemerkt. Dabei handelt es sich um Seifen-Tabs zum Waschen von Textilien mit Schweizer Kernseife.

«Wie nach Grossmutters Art, umweltfreundlich und schonend für Textilien und Haut», bemerkt Waelchli mit dem Hinweis, dass Kernseife biologisch besser abbaubar sei als herkömmliches Waschpulver.

«Seife als zeitgemässes Waschmittel»

Das Produkt besteht aus über 90 Prozent Kernseife und auch die Roh- und Zusatzstoffe stammen fast ausschliesslich aus Schweizer Produktion. So könne es später als echtes Schweizer Erzeugnis vermarktet werden. Die Seife wird aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt und ist frei von Palmfett, Palmöl und Erdöl-Derivaten. «Seife als zeitgemässes Waschmittel neu zu erfinden, war die grosse Herausforderung», so Waelchli.

Für Tabs hat sich das Familienunternehmen wegen der einfacheren Handhabung bei der Dosierung entschieden. Hergestellt werden sie in einem aufwendigen Verfahren. Pro Waschgang in der Maschine reichten ein bis zwei Tabs, was etwa der Hälfte der normal üblichen Menge entspreche, führt Waelchli weiter aus.

Auch Weichspüler brauche es wegen der natürlichen Eigenschaften der Seifen-Tabs weniger, verspricht das Unternehmen. Verkauft werden die Seifen-Tabs in Reformhäusern, Apotheken und die Drogerien. Zudem wird geprüft, ob das Produkt auch im Export Anklang findet. Die Seifen Manufacture in Welschenrohr beschäftigt derzeit zehn Personen, Tendenz steigend, wie Christopher Waelchli erwähnt.

Erreichen will die Seifen Manufacture dies mit der Entwicklung von Produkten, die auf dem Markt gefragt sind. Ob die Seifen-Tabs diese Erwartungen erfüllen, wird sich zeigen.