Am 19. Februar 2014 kam es in Balsthal zu einem anfänglich verbalen Streit zwischen zwei Männern. Im Verlaufe dieser Auseinandersetzung kam es zu einer Schussabgabe und der Severin F. wurde dabei am Kopf verletzt. Wenig später konnte Walter G., ein damals 26-jähriger Schweizer, welcher die Waffe auf sich trug, festgenommen werden.

Die Solothurner Staatsanwaltschaft hat nun ihre Ermittlungen abgeschlossen und erhebt Anklage, wie sie in der Medienmitteilung schreibt. Sie wirft dem Beschuldigten vor, den Geschädigten durch den Schuss aus einer Schrotflinte am Kopf verletzt zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte durch dieses Vorgehen den Tod des Geschädigten gewollt hat. «Die zwei Männer waren sich bekannt. Es ist kein Zufall, dass es zwischen diesen beiden Personen zu einem Zwischenfall kam», sagt Cony Zubler, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft.

Die Staatsanwaltschaft klagt den Beschuldigten wegen versuchter vorsätzlicher Tötung an. Dieser bestreitet die Tötungsabsicht.

Im Weiteren hat sich der Beschuldigte wegen Widerhandlungen gegen das Waffen- sowie das Betäubungsmittelgesetz, wegen Sachbeschädigung und wegen versuchter schwerer Körperverletzung vor Gericht zu verantworten. Dass sich die Geschichte vor dem Hintergrund einer Drogen- oder Rotlichtszene abgespielt hat, davon gehe man nicht aus. «Das Motiv ist im privaten Umfeld dieser Personen zu suchen», so Cony Zubler.

Der damals 26-jährige G. bedrängte den anderen Mann, weil dieser ihm die Freundin ausgespannt hatte, berichtet TeleM1. Der verletzte Severin F. gibt viereinhalb Jahre nach der Schussabgabe an, sich gut erholt zu haben. Er leide ab und zu noch an Tinitus. Er ist noch mit der Ex-Freundin von Walter G. zusammen.

Der Beschuldigte befand sich vorübergehend in Haft. Welche Strafe ihm droht, wird erst bei der Hauptverhandlung bekanntgegeben. Diese findet vor dem Richteramt Thal-Gäu statt. Ein Termin steht noch nicht fest. (rka/ldu)