Laupersdorf
Mit «Sägesse» und Schleifstein: Wer mäht die schönste Mahd?

Heute Sonntag findet oberhalb von Laupersdorf das beliebte Wettmähen der Landjugend Thal statt – eine schweisstreibende Angelegenheit. Wir besuchten die Vorbereitungsarbeiten.

Fränzi Zwahlen-Saner (Text)und Hanspeter Bärtschi (Bilder)
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Fritz Gerber zeigt, wie es geht: Exaktes und flüssiges Mähen mit der Sense. Ein wahres Fitnessprogramm.

Fritz Gerber zeigt, wie es geht: Exaktes und flüssiges Mähen mit der Sense. Ein wahres Fitnessprogramm.

Hanspeter Baertschi

Gras mit der Sense, mit der «Sägesse» mähen – das kann heute nicht mehr unbedingt jeder Landwirt. Das gibt gerne auch der Laupersdörfer Bauer Michael Meier zu, der auf dem Talboden seinen Landwirtschaftsbetrieb führt. Er könne es einigermassen, meint er. Wer keinen Vater oder Grossvater hat, der die bestimmte Technik weitergibt, hat es heute schwer. «In der Bauernausbildung ist das kein Thema», sagt Meier. Ein gutes Auge, Schwung, gute Koordination und Kondition sowie ein einwandfreies Werkzeug sind Voraussetzungen, um per «Sägesse» erfolgreich zu mähen.

Für einen guten Schnitt ist sauberes Wetzen der «Sägesse» wichtig.

Für einen guten Schnitt ist sauberes Wetzen der «Sägesse» wichtig.

Hanspeter Baertschi

Auch wenn Michael Meier kein Spezialist ist, findet auf seinem Grundstück nun schon zum fünften Mal das «Wettmähen» der Thaler Landjugend statt. Dafür lässt er einige Aren schönstes Grasland stehen, bis es rund dreissig Zentimeter hoch gewachsen ist. Heute Sonntag werden die Könner und Könnerinnen mit der Sense dieses Gras schneiden, und zwar wird von ihnen der Beste gesucht. «Wir rechnen mit rund 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmern», sagt Meier im Vorfeld. Es sei schwierig einzuschätzen, wie viele sich zum Wettbewerb melden, denn es gibt keine eigentlichen Anmeldeformalitäten. «Wer will, kommt einfach hierher, meldet sich und macht mit», so einfach geht das.

In den Kategorien Senioren (ab 60), Aktive, Frauen und Kinder (bis 16) werden diejenigen gesucht, die einen 20 Meter langen Grasstreifen so schnell, so präzise, so regelmässig und so breit wie möglich abmähen können.

Möglichst breit sollte die Schnittfläche sein. 1,8 Meter wären erwünscht.

Möglichst breit sollte die Schnittfläche sein. 1,8 Meter wären erwünscht.

Hanspeter Baertschi

Wetzen mit dem Schleifstein

Michael Meiers Grossvater Fritz Gerber zeigt vor, wie es geht. Es ist eine schweisstreibende Angelegenheit, die ganz schön Fitness und die richtige Technik verlangt. Nach rund der Hälfte der Mahd, nimmt Gerber den Schleifstein hervor und wetzt die Klinge seiner Sense. Auch das braucht Übung. Die Mümliswiler Fritz Gerber und Sepp Menth sind die beiden Experten für den Wettbewerb. «Wichtig ist auch, dass die geschnittene Passage möglichst frei von geschnittenem Gras ist und dass alles auf einem schönen gleichmässigen ‹Mähdli› liegt.»

Das regnerische Wetter kann sich für das heutige Wettmähen positiv, aber auch negativ auswirken, meint Michael Meier. «So könnte es sein, dass doch einige Bauern mehr als üblich den Weg zu uns finden und mitmachen. Darüber hinaus ist nasses Gras sehr gut zu schneiden. Schwieriger wird es aber dadurch, dass der Regen viel Gras niederdrückt, was wiederum mehr Kraft beim Mähen bedingt.»

Die Veranstalter, die Mitglieder der Landjugend Thal, bieten neben dem Wettmähen auch noch ein Geschicklichkeitsfahren mit Traktoren und anderen landwirtschaftlichen Geräten an. Der Gabentempel für die Besten ist reich gedeckt, und für Durstige und Hungrige sind Bar und Festwirtschaft in Hochbetrieb.