Nicht nur ein Schatz ist in Egerkingen versteckt, sondern Dutzende. Finden kann man sie mit einem GPS-Empfänger, Geduld und natürlich etwas Glück. Die moderne Schatzsuche heisst Geocaching und ist eine Boom-Sportart. Dieses Jahr werden mehrere neue Geocaching Trails eröffnet. Patrick von Arx hat einen davon bereits eingerichtet.

In einem Astloch, unter einem Stein oder aufgehängt in einem Busch ist das Ziel der Begierde der einigen zehntausend Geocacher in der Schweiz. In dem kleinen Behälter steckt ein Logbuch, in dem sich der Finder eintragen oder einen Tauschgegenstand hineinlegen kann.
Auch für Familien geeignet

«Geocaching ist die moderne Schatzsuche», sagt der Egerkinger Patrick von Arx, der seit knapp vier Jahren diesem Hobby verfallen ist. Mit einem GPS-Gerät oder einem Smartphone, das die geografischen Koordinaten des Ortes, an dem man sich befindet, möglichst genau anzeigt, macht er sich auf die Suche nach den Geocaches. Wo sie sich befinden, sieht man auf einer Karte auf der Website der internationalen Geocaching-Organisation unter www.geocaching.com.

Im Umkreis von Egerkingen sind es über 1300 Stellen, die hier zu finden sind. «Bei jeder ist die genaue geografische Position notiert, wo in etwa der Behälter zu finden ist sowie der Schwierigkeitsgrad nach Terrain und Auffindbarkeit», sagt von Arx. Ein Geocache, der sich mitten im Dorf befindet, erhielt in Anlehnung an Alfred Hitchcock den Namen «Die Vögel». In der kryptischen Beschreibung sind Hinweise versteckt, wo sich der Cache befindet, wie von Arx erwähnt.

«Das Reizvolle am Geocaching ist, etwas zu finden, das ein anderer versteckt hat, ohne dass Aussenstehende etwas mitkriegen», sagt von Arx. Für junge Eltern sei es eine gute Methode, die ganze Familie mitsamt dem Nachwuchs am Wochenende nach draussen in die Natur zu bringen. «Spazierengehen oder Wandern? Das klingt langweilig. Aber auf Schatzsuche zu gehen, ist da schon etwas ganz etwas anderes. Da machen die Kinder mit grosser Begeisterung mit», zeigt sich von Arx überzeugt.

Neue Caches in Egerkingen

Die Geocaching-Bewegung wird von begeisterten Anhängern getragen, die ständig neue Trails oder einzelne Caches anlegen. In Egerkingen waren es in der Vergangenheit vor allem zwei hiesige Geocacher, die «Schätze» im Dorf und am Jurahang versteckt haben. Die Trails sind besonders familienfreundlich angelegt. «Wenn man alle Caches eines Trails finden möchte, ist man einen Tag unterwegs», so von Arx. Zusammen mit Kollegen versucht er gelegentlich als sportliche Herausforderung, so viele Caches wie möglich an einem Tag zu finden. In den letzten vier Jahren hat von Arx mit dem GPS-Gerät oder Smartphone bewaffnet mehr als 4000 gefunden. In einem Umkreis von 25 Kilometern hat er nahezu alle Caches aufgespürt und muss deshalb seinen Radius stetig vergrössern, um neue zu finden.

Patrick von Arx gehört auch zu den Geocachern, die neue Caches anlegen, sogenannte Owner. In der Umgebung von Egerkingen hat er schon einige angelegt. Aktuell hat er eine neue Runde mit insgesamt 18 Caches fertiggestellt. «Die ist anspruchsvoll», sagt er. Zu einfach aufzuspüren dürfen die «Schätze» auch nicht sein, weil von Arx seinen Trail für Premium-Mitglieder des Geocachings angelegt hat. Die haben eine Jahresmitgliedschaft von etwa 30 Franken bezahlt, um damit Zugang zu exklusiven Trails mit einem höheren Schwierigkeitsgrad zu bekommen.

Chance für den Tourismus

Die neuen Caches wurden übrigens als Projekt von RestAndSleep.ch in Zusammenarbeit mit der ansässigen Tourismusorganisation CityTaxGroup und der Gemeinde Egerkingen unter Berücksichtigung der Anliegen von Forst und Naturschutz angelegt. Für den Tourismus in Egerkingen sind die Geocaching-Trails auch eine Chance. So soll es immer wieder Hotelgäste geben, die nach Geocaching fragen, um so die Gegend zu erkunden. Deshalb ist auch spürbar, wenn ein neuer Cache eröffnet wird. 46 Gruppen mit bis zu 5 Personen sind auf dem Egerkinger Hausberg unterwegs, um die neuen Caches aufzuspüren. «Das Feedback ist durchweg positiv», so von Arx. (mgt)