Welschenrohr
Mit einem Samariterkurs fing alles an

Die Gründung des Samaritervereins Welschenrohr jährt sich zum 100. Mal. Kommenden Samstag feiern sie deshalb zusammen mit der Feuerwehr.

Walter Schmid
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Das Gründungsfoto des Samariterveiens aus dem Jahr 1916.

Das Gründungsfoto des Samariterveiens aus dem Jahr 1916.

ZVG

Anlass zur Gründung des Samaritervereins Welschenrohr gab die Durchführung eines Samariterkurses im Jahre 1916. Unter der Leitung von Dr. med. Carl von Burg und Lehrer Gschwind liessen sich 59 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausbilden.

Am Schluss legten sie «unter strenger Beobachtung von Experten, Behördenvertretern und interessierten Personen aus der Bevölkerung» eine Prüfung ab, die dann auch alle bestanden. Politische Ereignisse prägten das Vereinsleben.

Zur Gründungszeit tobte rings um die Schweiz der 1. Weltkrieg. Die Männer waren im Militär, die Frauen mit den Kindern auf sich alleine gestellt. 1918 herrschte die gefürchtete Grippewelle.

Zusammen mit der Feuerwehr

Auch die Krisenzeit in den dreissiger Jahren beeinträchtigte das Vereinsleben. Ausflüge auf die Berge rings ums Dorf wurden mit Feldübungen verbunden. «Und immer gab es einen gemütlichen zweiten Teil, der manchmal bis zum Morgengrauen dauerte», heisst es in der Chronik.

Bald wurde die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr als sinnvoll erachtet: 1943 wurden acht Samariter in die Feuerwehr aufgenommen. Diese Zusammenarbeit hat sich bis heute bewährt. So wird auch das Jubiläum zusammen mit der Hauptübung der Feuerwehr durchgeführt.

Im Wandel der Zeit

In grossem Rahmen, mit Umzug, Festakt, Musikvorträgen und Theater feierten die Samariter das 75-jährige Bestehen. Margrit Germann führte das Zepter und hielt einen Rückblick auf die verflossenen Jahre. «Die Tätigkeit der Samariter hat sich im Laufe der Jahre grundlegend verändert», stellt heute Samariterlehrerin Monika Bühler fest.

Neue Lehrmethode, moderne Hilfsmittel bis zum Defibrillator werden angewandt. So sind die Samariter heute regelmässig im Einsatz beim Postendienst, auf der Seniorenfahrt, an Feuerwehrübungen. An Kursen und bei Arztvorträgen bilden sie sich weiter, geben ihr Wissen weiter in Nothelferkursen für Neulenker, Nothilfekursen in Betrieben und dem Einsatz des Defibrillators für die die Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Mit Vereinsreisen, geselligen Anlässen gestalten die Samariter ihr Vereinsleben. «Trotz aller Veränderungen im Rettungswesen und in der Krankenpflege erfüllen die Samariter auch heute noch eine wichtige Aufgabe», stellt Monika Bühler fest.

Der Verein verdiene Anerkennung und Dank für seinen unermüdlichen Einsatz. «Zuversichtlich blicken wir Samariter in die Zukunft und hoffen auf neue Mitglieder, um unsere Arbeit im Dienste der Öffentlichkeit weiter zu führen», meint Vereinspräsident Hans-Ulrich Bühlmann.

Jubiläumsfeier und Feuerwehrübung

Mit Demonstrationen, Feuerwehrhauptübung und Festakt feiert der Samariterverein Welschenrohr am kommenden Samstag sein 100-jähriges Bestehen. Nebst dem feierlichen Anlass bietet der Nachmittag ein vielfältiges Programm unter Mitwirkung der Feuerwehren von Balsthal, Rüttenen und Welschenrohr.

Weiter wirken mit die Alpine Rettung Schweiz Station Jura, die Redog-Regionalgruppe Solothurn und die Alpine Air Ambulance, vielleicht mit einem Helikopter im Einsatz. «Unter dem Thema Tag der Sicherheit haben wir für die Bevölkerung ein interessantes, lehrreiches Programm zusammen gestellt», erklärte OK-Präsident Beat Allemann.

Mit vielen geladenen Gästen, Vereinsdelegationen, der ganzen Feuerwehrmannschaft und der Bevölkerung findet in der Mehrzweckhalle die Jubiläumsfeier statt. Umrahmt durch die Klänge der Musikgesellschaft Matzendorf/Welschenrohr, folgen Ansprachen; Ehrungen, Grussworte bis zum Höhepunkt mit der Festansprache von Regina Gorza, Zentralsekretärin des Schweizerischen Samariterbundes. (wsw)