Matzendorf

Mit den gemischten Chören durch das musikalische Europa

Die gemischten Chöre Matzendorf und Biberist während des Konzerts.

Die gemischten Chöre Matzendorf und Biberist während des Konzerts.

«Wir machen heute eine wunderschöne Reise durch ganz Europa» – Die Gemischten Chöre Matzendorf und Biberist begeisterten mit ihrem Konzert.

«Wir machen heute eine wunderschöne Reise durch ganz Europa und unsere Chorleiterinnen und Dirigentinnen Maija Breiksa aus Riga stammend (Gemischer Chor Biberist) und Susanne Tadge Schelhorn (Gemischter Chor Matzendorf) haben die Perlen der europäischen Chorliteratur ausgewählt», hiess die Moderatorin Barbara Flury-Steiner (Biberist) das sehr zahlreich erschienene Publikum in der katholischen Kirche Matzendorf willkommen.

Diesen Worten folgten Taten, denn die rund 50 Sängerinnen und Sänger der Chorgemeinschaft sangen in den folgenden anderthalb Stunden nicht weniger als 29 Lieder aus 20 verschiedenen Ländern. Eine wirklich beeindruckende Leistung.

Harmonie aus aller Welt

Eröffnet wurde das Konzert mit dem solothurnischen Mundartlied «s’het deheim e Vogel gsunge» (Melodie: Carl Hess, Text: Joseph Reinhart). Im ersten Block des Konzertes wurden Lieder zu den Themen «Abschied», «Sehnsucht» und «Heimweh» dargeboten. Dem «Heimetvogel» folgten «Chante en mon coeur pays aimé» aus dem Freiburgischen, «La truite aime l’eau claire» aus Auvergne (Frankreich), das Tanzlied «Boleras Sevillanas» aus dem spanischen Andalusien und der irische Segenswunsch «An Irish Blessing».

Ein Quartett mit dem Deutschen Johannes Joseph (Akkordeon), dem Griechen Anastasios Tataroglou (Trompete und Gesang), dem Argentinier Federico Abraham (Kontrabass) und der Ungarin Orsolya Sepsi (Violine) begleitete die Liedervorträge in Perfektion musikalisch. Im zweiten Konzertteil wurden Melodien aus dem Norden, aus den Ländern Norwegen, Schweden, Finnland und Lettland, die alle an der Ostsee liegen, dargeboten.

Fulminant erklang der Hochzeitsmarsch «Brureslatt fra Ore» aus Norwegen. Bei «Värmslandsvisan» aus Schweden verschmolzen harmonisch besonders schön die Frauen- und Männerstimmen. Instrumental erklang vom Quartett ein Walzer aus Schweden.

Heimische Klänge zum Schluss

Im dritten Block des Konzertes erklangen Weisen aus der Ukraine, aus Georgien, Zypern, Mazedonien und Griechenland. Nicht weniger als vier Werke waren im ungewohnten Sieben-Achtel-Takt geschrieben und dies verleiht der Musik eine besondere Note. Zum Teil sangen die beiden Chorleiterinnen zusammen mit Anastasios Tataroglou einzelne Werke solistisch oder im Trio a-Capella, nur zum Klang der Geige oder zum begleitenden Summen der Chöre.

Im vierten Block ertönten Kompositionen aus Bulgarien, Tschechien, Polen, Schlesien, Slowenien, Österreich und Deutschland. Gesungen wurde ein Liebeslied aus der Ukraine, «Ele-mele kiszmeti» aus Georgien, aus dem türkisch-.georgischen Grenzgebiet Lazetien, «Ayia Marina», ein Wiegenlied aus Zypern und aus Griechenland mit «Syrtos Rhodou» ein Tanzlied von den Dodekanes-Inseln sowie «Afino Geia», ein Hochzeitslied aus Makedonien. Bei «Der Jäger längs dem Weiher ging», einem Spottlied aus Westfalen und Hessen, gefiel die gewitzte gesangliche Interpretation, denn die Dirigentinnen wagten einiges an Dynamik und verschiedenen Tempi auszuprobieren.

«Treu sein, nit aussigrasn! Denn d’Liab is so zart wiar a Soafnblasn», heisst es im Liedtext «Fein sein, beinander bleibn» aus Bayern und Tirol, was bei mancher Besucherin und manchem Besucher ein Schmunzeln über den Lippen hervorrief. Zum Abschluss sang der stimmgewaltige Chor «O pescator dell’onda» aus Venedig, «Spazzacamin» aus dem Tessin und «La sera sper il lag», ein Abendlied aus der bündnerischen Surselva.

Gemeinsam mit dem Publikum sang die Chorgemeinschaft «Lueget, vo Bärge und Tal». Stehende Ovationen des begeisterten Publikums waren der Dank an die Chöre und die Solistinnen und Solisten, die dieses begeisternde Konzert dargeboten hatten.

Als Zugabe wurde «s’ Solothurner – Lied» (Satz: Mario Ursprung) gesungen, natürlich stehend, wie es sich für die geheime Solothurner Hymne gehört. Man kann dieses Konzert nur rühmen: Die Sängerinnen und Sänger vollbrachten eine ausdauernde und auch fantastische musikalische Leistung, die Dirigentinnen verfügen über eine grosse Klasse und das musikalische Quartett, das die Lieder begleitete, war spitze.

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