Bei der St. Peterskapelle, dem wohl ältesten Platz von Kestenholz, trafen sich am Sonntagabend gut 40 gespannte Zuhörerinnen und Zuhörer. «Leichte Klassik» war angekündigt worden.

Das Ahorn-Quintett, seit fünf Jahren in der Zusammensetzung Myriam Dreher (Querflöte), Monika Brantschen (Oboe und Englischhorn), Bruno Amweg (Klarinette), Gabi Studer (Fagott) und Urs Studer (Horn und Ahorn), belehrte das Publikum eines Besseren. Auf dem Menuplan stand nicht nur leichte Kost. Mit der Polka «auf Ferienreise» von Josef Strauss, die dem Abend auch gleich das Motto verlieh, starteten sie leichtfüssig und fröhlich. Wie von Vogelstimmen begleitet, begaben sich alle gemeinsam auf die Reise. Joseph Haydns «Divertimento», mit dem berühmten St. Antonius-choral im 2. Satz, verbreitete wohlige Wärme.

Anders als Haydn komponierte Anton Reicha relativ wenig. So war es auch für das Ahorn-Qunitett schwierig, an Noten zu kommen für das Andante für Englischhorn in Es-Dur. Bei dem Stück kam nicht nur das Oboeninstrument, einfühlsam vorgetragen von Monika Brantschen, sehr gut zum Tragen. Die Lavottiana des ungarischen Komponisten Ferenc Farkas sei «ein Brocken von einem Stück», kommentierte Urs Studer, sie würden das Publikum aber dennoch damit konfrontieren, meinte er schmunzelnd. Studer ist ursprünglich Kestenholzer, aber vor mehr als 40 Jahren weggezogen. Das 5-sätzige Quintett war äusserst anspruchsvoll und verlangte Schnelligkeit und Konzentration.

Schweigeminute eingelegt

Es folgte ein Szenenwechsel. Manchmal läuft eine Ferienreise nicht nach Plan, kommt es zu tragischen Ereignissen – wie in den Bündner Bergen. Mit den Gedanken bei den Angehörigen der Kestenholzer Verunglückten trug das Ahorn-Quintett «Amazing Grace» vor. Die Anwesenden erhoben sich zu einer Schweigeminute.

«Auf einem persischen Markt» erfolgte der nächste Halt. Die orientalischen Klänge erzählten eine Geschichte, man hörte Händler feilschen, eine Karawane marschieren. Mit den Five Easy Dances von Denes Agay wurden wieder fröhlichere Töne angeschlagen und das Publikum nach Südamerika entführt, um schliesslich nach der gelungenen Klangreise wieder in Wien anzukommen. Mit der Damen-Souvenir-Polka von Johann Strauss Vater schloss sich der Kreis.