Ein Vergnügen: Die Dramatisch-Literarische Gesellschaft spielt «Drei Männer im Schnee». Das Stück zeigt, dass der erste Eindruck oft auch täuschen kann. Schauspieler Rolf Glanzmann stellt fest: «Schauspielerei hat Suchtpotenzial!»
Die Frauen stöckeln in bunten Charleston-Kleidern, Kopfschmuck aus Federn und Pelzmänteln auf der Bühne auf und ab, während die Männer in Frack und Fliege über die Bühne schreiten.
Mit der aufwendigen Kostümierung, dem detailreichen Bühnenbild, und der passenden Musik, schafften es die Theaterleute der Dramatisch-Literarischen Gesellschaft, DLG, das Gefühl der Dreissigerjahre heraufzubeschwören, in der das Stück spielt.
Die Verwechslungskomödie «Drei Männer im Schnee», die unter der Regie von Joël Eschmann aufgeführt wird, basiert auf Erich Kästners gleichnamigen Roman und zeigt unterhaltsam und packend, wie sehr der «Erste Eindruck» einen manchmal täuschen kann.
«I wott us däm Glashus usbräche»
Ein langer Tisch, eine Holzkommode, ein offener Kamin und ein Kronleuchter: So sieht das Bühnenbild im ersten Akt aus. Dem Zuschauer wird damit das Zuhause des Millionärs und Grossunternehmers Tobler (Toni Nussbaumer) präsentiert.
Der Unternehmer hat unter dem Namen «Meier» an einem Wettbewerb seiner eigenen Firma mitgemacht und den zweiten Preis, einen Aufenthalt in einem Hotel der Luxusklasse, dem Hotel Palace in St. Moritz, abgeräumt.
«I wott mou usefinge, wie d Mönsche würklich si und us däm Glashus usbräche», ruft er in der ersten Szene aus und begründet so, weshalb er seinen Gewinn als «armer Schlucker» verkleidet einlösen will. So reist er gemeinsam mit seinem Diener Johann (Rolf Glanzmann), der seinerseits in die Rolle eines Reichen schlüpfen soll, ins Hotel Palace.
Tochter Sophie (Mirjam Merz) ist der Plan ihres Vaters nicht geheuer und bereitet im Geheimen das Hotel darauf vor, ein verkleideter Millionär werde anreisen, verpasst es aber, dessen Decknamen zu nennen.
In einer nächsten Szene, befinden wir uns im Hotel, welches mit einer grossen Eingangstür und einer Rezeption die Kulisse für den weiteren Verlauf des Stückes bildet. In der Folge verwechseln Direktor (Ruedi Baumgartner) und Hotelportier (Marc Olivier) den vermeintlichen Millionär mit einem arbeitssuchenden Werbefachmann namens Fritz Hagedorn (Beat Rudin), ein weiterer Gewinner des Preisausschreibens.
Mit den Irrungen und Wirrungen schafft es das Stück, den Zuschauer bis zum Schluss in seinen Bann zu ziehen. In den weiteren Rollen spielen Rebecca Bürgi und Sabine Müller und Karin Büttler.
«Schauspielerei hat Suchtpotenzial»
Zum ersten Mal als Schauspieler auf der Bühne stand an der Premiere Rolf Glanzmann, alias Butler Johann. Vorher habe er viel als Theatertechniker mitgeholfen, bis er sich schliesslich dazu entschieden hat, einmal eine kleine Rolle zu übernehmen.
«Aber irgendwie ist dann alles anders gekommen», lachte er und verkörpert nun eine dauernd präsente Rolle, die eben doch nicht ganz so klein ist. Durch die DLG hat er nun aber die Schauspielerei für sich entdecken können und stellte abschliessend fest: «Schauspielerei hat Suchtpotenzial!»
Allen ist es wohl dabei
Ob Leute mit Routine, oder Einsteiger – beim Team der DLG fühlen sich alle wohl in ihrer Rolle. Und das spürt man auch durchs ganze Stück hindurch. Das macht den Besuch im «Rössli»-Saal zum reinen Vergnügen.
Aufführungen im November Fr 15., Sa 16., So 17., Fr 22., Sa 23., So 24., Fr 29., So 30.; sonntags jeweils 17 Uhr, sonst jeweils 20 Uhr; «Rössli»-Saal Balsthal,