Aus 10 mach 11: Ab März des nächsten Jahres wird die Thommen-Gastronomie AG um ein Standbein erweitert. Neben dem Bergrestaurant Rumpel wird ein zweiter Berggasthof ins Firmenportfolio aufgenommen. Es ist dies die «Tiefmatt» ob Oberbuchsiten mit Blick auf das Mittelland. Mit diesem Engagement wächst die Thommen-Gastronomie AG, neben einem Catering-Service, auf 10 Restaurationsbetriebe an.

«Am Anfang war es nicht unser Ziel, zu wachsen», sagt Beat Thommen, Inhaber der Thommen-Gastronomie AG. 1989 übernahm er die elterliche «Schmiedstube» in Niedergösgen. Mit der Pacht des Restaurants Schwimmbad Aarau gings dann richtig los mit der Erweiterung des Gastro-Unternehmens. Nach und nach kamen diverse Restaurants in der Region hinzu.

So etwa das «Il Cappuccino» in Schönenwerd oder das Restaurant Isebähnli in Trimbach. Als bisher letztes Puzzlestück übernahm das Unternehmen die Pacht des Restaurants Einstein in der Aarauer Innenstadt. Aktiv um neue Lokalitäten reisse er sich nicht, sagt Beat Thommen. So bestand etwa bei der «Tiefmatt» schon vor drei Jahren ein erster Kontakt, konkretisiert habe sich das Ganze aber erst, nachdem Bruno Studer, Verwaltungsrat der Tiefmatt AG, noch einmal angefragt hat.

Nicht nur von Wanderern leben

«Ein wichtiger Faktor unserer Arbeit ist sicherlich das Preis-Leistungs-Verhältnis, zudem muss die Qualität stimmen», lässt sich Beat Thommen zum Erfolgsrezept seiner Firma zitieren. Den wichtigsten Anteil am Erfolg hätten jedoch die Mitarbeitenden. «Wir haben gute Mitarbeiter, welche schon lange bei uns sind.» Diese seien denn auch sehr motiviert, wenn es darum geht, eine neue Geschäftsidee anzupacken. Gutes Personal sei jedoch nicht an jeder Ecke zu finden, gibt Thommen zu bedenken. Wichtig sei deshalb, dass neben dem Lohn auch eine persönliche Entwicklung der Angestellten möglich sei. «Wenn jemand gut arbeitet, setze ich die Leitplanken sehr weit aussen», erklärt der 55-Jährige seine Führungsphilosophie.

Die Restaurants, welche von seiner Unternehmung geführt werden, haben kein einheitliches Konzept. «Es wäre vielleicht einfacher, wenn wir nur spanische Restaurants betreiben würden», lacht Thommen. Doch das Konzept werde jeweils dem Standort und dem Betrieb angepasst. «Die Freude muss da sein für ein neues Restaurant», nennt Thommen eine wichtige Voraussetzung für die Übernahme eines Betriebs. Dabei wolle man auch neue Dinge ausprobieren.

Auch im Bezug auf die Tiefmatt hat der neue Pächter eine etwas andere Strategie im Sinn. Es sei zwar ein Ausflugsrestaurant, jedoch sei es nicht möglich, nur von den Wanderern und Bikern zu leben. Deshalb versuche man, die Leute auch am Abend und unter der Woche auf die Jurahöhe zu bringen.

Für die Tiefmatt-Besitzer rund um Bruno Studer sei die Übernahme durch die Thommen-Gastronomie eine optimale Lösung. «Wir haben schon lange nach einem geeigneten Pächter gesucht», sagt Bruno Studer auf Anfrage. Dies sei eigentlich von Anfang an das Ziel gewesen, als er und seine Mitstreiter mit dem Kauf der Liegenschaft ins Gastrogeschäft eingestiegen seien. Wichtig sei ihnen der regionale Aspekt gewesen.

Zudem führe die Thommen-Gastronomie AG bereits erfolgreich den «Rumpel», und auch sonst sei ein Leistungsausweis vorhanden. «Wir wollten eine langfristige Pacht-Lösung», ergänzt Studer. Diese sei nun mit dem Engagement von Beat Thommen gefunden worden.

Als definitiven Abschluss der kontinuierlichen Vergrösserung sieht Thommen die «Tiefmatt» indes nicht. «Wir werden nicht aktiv nach weiteren Betrieben Ausschau halten», sagt Beat Thommen. Wenn jedoch ein interessantes Projekt an ihn herangetragen würde, würde er ein Engagement prüfen.