Goldauer Jungwacht-Blauring
Mit Asterix und Obelix im Guldental: Sommerlager zieht mehr Abenteurer als erwartet an

Oberhalb von Ramiswil beherbergt ein Landwirt seit 40 Jahren Sommerlager. Daran hat auch Corona nichts geändert.

Yann Schlegel
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Die Jungwacht-Blauring aus Goldau nach zwei intensiven Lagerwochen bei den Aufräumarbeiten.
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Der 20-jährige Simon Känel hatte die Lagerleitung inne und kam auf Roman Lisser zu, dessen Familie oberhalb von Ramiswil schon seit 40 Jahren Lagerplätze vergibt.
Gut ausgerüstet für das Sommerlager.
Jungwacht Blauring Goldau im Guldental
Die Müdigkeit steht den Jugendlichen ins Gesicht geschrieben
Idylle im Guldental: Der Lagerplatz der Jungwacht Blauring.

Die Jungwacht-Blauring aus Goldau nach zwei intensiven Lagerwochen bei den Aufräumarbeiten.

Patrick Lüthy

Lange standen sie auf der Kippe: die Sommerlager. In der Schweiz gehören sie zum festen Bestandteil der langen Sommerferien. Tausende Jugendliche ziehen jeweils – ob mit der Pfadi, Jungwacht-Blauring oder Cevi – mit Zelten ins Grüne.

Ende Mai kamen die erhofften Lockerungen tatsächlich, die Durchführung der Sommerlager war wieder möglich.

Einen besonders schönen Fleck bietet der Ramiswiler Landwirt Roman Lisser an. Am Fuss des Scheltenpasses kommen seit 40 Jahren Sommerlager-Gruppen an. In diesem Jahr schlug die Jungwacht-Blauring als Goldau ihre Zelte auf der hügeligen Lichtung oberhalb des Guldentalbachs auf. Nach zwei intensiven Wochen steht dem Lagerleiter Simon Känel die Müdigkeit ins Gesicht geschrieben. Während die Jugendlichen am Freitagmittag fleissig wie Ameisen bereits damit begonnen haben, die Zelte abzubrechen, führt der 20-Jährige über das grosse Gelände. «Asterix und Obelix» begleitete die Lagerbesucher durch die letzten zwei Wochen. Das Gallierdorf steht bereits nicht mehr. Die letzte Nacht werden die 45 Jugendlichen und 25 Leiter unter freiem Himmel oder im Essenszelt verbringen. «Wir dachten, wegen Corona kommen vielleicht nicht so Viele», sagt Simon Känel. «Aber es kamen eher mehr. Viele waren nach dem Lockdown vermutlich froh, die Kinder schicken zu können.»

Im Guldental war das Coronavirus für die Goldauer Jungwacht-Blauring weit weg. Auch insofern, als dass es keine Zwischenfälle gab. Einige Massnahmen ergriffen die Organisatoren um Känel dennoch: Die Leiterzelte belegten sie etwa nur zur Hälfte und im Essenszelt war mehr Platz als üblich eingerechnet. Händewaschen war auch fernab von der Zivilisation oberstes Gebot.

Vom Besuch der Goldauer profitierten auch die örtlichen Bauern. Die Jungwacht-Blauring bezog etwa die Milch bei ihnen. Zudem seien sie bestrebt gewesen, auch andere Lebensmittel aus der Region zu beziehen, berichtet Känel. Der Lagerplatz von Roman Lisser ist fürs nächste Jahr bereits ausgebucht. Erst einmal habe er schlechte Erfahrungen gemacht, sagt er.

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