Oensingen
Mit 88 Jahren gestorben - doch im Café Knaus lebt sein Name weiter

Der Oensinger Robert Knaus ist verstorben. Sein Geschäft, das er bis 1988 besass und seither mit der Familie Lanz weiterblüht, trägt aber immer noch seinen Namen: Café Knaus.

Alois Winiger
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So präsentierten sich Café, Bäckerei, Konditorei R. Knaus im Jahr 1955. zvg

So präsentierten sich Café, Bäckerei, Konditorei R. Knaus im Jahr 1955. zvg

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Eigentlich könnte das Café Knaus in Oensingen schon lange Café Lanz heissen, so wie die Familie, die den Betrieb mit Bäckerei und Konditorei seit 1988 besitzt. «Wir haben bewusst auf einen Namenswechsel verzichtet», sagt Geschäftsführer Christian Lanz. Und jetzt, da der Firmengründer Robert Knaus am vergangenen 12. April im Alter von 88 Jahren verstorben ist, bleibt sein Name weiterhin präsent. Darüber hinaus werden viele Produkte aus der Backstube werden nach wie vor nach Knaus-Rezepten hergestellt.

Es hätte aber auch ganz anders kommen können. Denn auf die anfängliche gegenseitige Begeisterung auf persönlicher Ebene folgte eine schwierige Zeit, wie Lanz berichtet. Per Zufall war er auf den Betrieb in Oensingen aufmerksam gemacht worden durch einen Chef im Zürichbiet, bei dem sich Lanz nach der Meisterprüfung um eine Stelle beworben hatte. «Der Chef dort meinte, er brauche jemanden für längere Zeit. Bei mir spüre er einen zu starken Drang zur Selbstständigkeit.» Allerdings war der Verkauf des Café Knaus bereits eingefädelt – und zwar mit Merkur. Dieses Unternehmen besass damals vielerorts rentable Betriebe. «Ich kam also fünf vor zwölf und nur deshalb zum Zug, weil ich so hartnäckig blieb», erzählt Lanz weiter.

Spannungen in der Übergangsphase

Lanz hatte sehr wohl bemerkt, dass der Name Knaus mit dem Café und den vielen Leckereien weitherum zu einem Begriff geworden war. Von Fritz Gerspacher hatte Robert Knaus 1954 den Betrieb übernommen und diesen zusammen mit seiner Gattin zur grosser Blüte geführt. Daran konnte Lanz anschliessen, doch während der Übergangsphase kam es zu Spannungen zwischen den beiden Meistersleuten. «Es ging nicht um das Handwerk, sondern um das Geschäftliche. Bei einer Tortenfüllung zum Beispiel war für mich klar, dass sämtliche Zutaten abgewogen und die Preise dementsprechend kalkuliert werden.»

Robert Knaus aber sei davon ausgegangen, das habe man «einfach im Griff». Diese ganze Rechnerei für alles und jedes bringe nichts, sie sei eher hinderlich. Und Knaus sei mit diesbezüglichen Bemerkungen am Stammtisch im Café nicht zurückhaltend gewesen. Nach einigen Jahren sah Robert Knaus, dass sein Werk nicht nur weiterblühte, sondern sogar weiter wuchs. Der Friede war wieder hergestellt.

Unterdessen sind Samuel und Thomas, die Söhne von Maja und Christian Lanz, in das Geschäft eingestiegen. «Sie sind bestens ausgebildet und haben Ideen. Wenn ich zurückhaltend reagiere auf Neuerungsvorschläge, so kommt mir das bekannt vor», sagt Christian Lanz. Keine Diskussion jedoch gebe es beim Namen Knaus.

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