Thaler Fasnacht
«Mir miesse nid wit, wüu’s vor dr Nase lit»

Der MON-Obe der Cliquen in Mümliswil fand heuer bereits zum 30. Mal statt.

Monika Kammermann
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Für den «Häxechessu» gibt es keinen schöneren Ort als die Heimat. Remo Fröhlicher

Für den «Häxechessu» gibt es keinen schöneren Ort als die Heimat. Remo Fröhlicher

REMO FROEHLICHER 0041 79 288817

Frau Fasnacht Marthé I. blickte zurück und erzählte von 30 Jahren MON-Obe. Der Abend entstand aus dem Wunsch des Obernarren Heinz Büttler, «Blueme-Büttler», den Cliquen eine Plattform für ihre Darbietungen zu geben. Der Abend fand in den Anfängen am Donnerstagabend statt und hiess «Cliquen-Abend». Die Aula im Brühl war damals auch noch kein Thema: Erster Veranstaltungsort war das ehemalige Restaurant Schweizerhalle und danach der Saal des «Ochsen». Mangelnder Platz und Infrastruktur sowie der Wunsch der Cliquen, eine Bühne zu haben, führten dazu, dass der «MON-Obe» 2004 in die Aula zügelte: «Und dasch au guet so», hält Marthé Jaeggi fest. «An die zahlreichen Mikrofon-Pannen möchte ich nicht zurückdenken.» Aber auch die Aula ist nicht vor den technischen Tücken gefeit, wie die Moderatorin Martina I. am eigenen Leib erfahren musste.

«Rund um d’Wäut» so das Motto – irgendwie widersprüchlich. Denn für einen Guldentaler ist «s’schönste Tal s’Guldetal, für eus chas niene schöner si.» Auch für den «Häxechessu» gibt es keinen schöneren Ort als die Heimat – ihre Verse strotzten nur so von Patriotismus. «Z St. Woufgang – meischtens scho im Rank. Wird e rächte Mümliswüuer chrank. Und es paar Kilometer witer, nid mou ganz es Dotze. Föi die meischte denn scho afo chotze! Drum blibe mir gschider – dasch ganz normau. Bi öis deheim im Goudetau.» In der Tat scheint es den Guldentalern an nichts zu mangeln: «A Stöu vom Atlantik hei mir s’Schwarze Meer. Und dr Lindeplatz, statt dr Time Square.» – «Und überhaupt und einewäg. Finge mir’s bi öis haut zwäg. Mir löi dr R bi de Wöter si. So mekt me sofot, dass mir vo Mümliswüu ganz Spezielli si.» In Mümliswil scheinen auch andere Gesetze zu herrschen: «Z’Amerika chasch di höchschtens für 8 Johr loh wähle. Wenn z’Mümliswil schwarz bisch, dafsch s’Läbe lang befähle!!»

Die «Lobiseitüüfle» hingegen sind internationaler orientiert. In Mümliswil wurde das «WDF» abgehalten – das Welt Teufel Treff. Da die aktuelle Weltlage sogar den Teufeln zu verteufelt ist: «Klimawandu, Chrieg und Korruption, Flüchtling, wo nit wüsse wo wohne, Terroraschlag – Al Kaida und d’IS aues mitnang!!! Der Tüüfu het d’Wäutmacht i dr Hang!» Hingegen ist die Schönheit des Guldentals wohl der Grund, weshalb alle zusammen nach Hause wollen: «I dr Chlus – lauft’s gar nid rund. Im Stau stoh i scho drüüviertel Stund. Do mäudet sich s’Navi und seit e schöne Gruess: wenn hüt no wotsch hei cho – gohsch am beschte z’Fuess!» – «Dr Putin, s’Änschi und au dr Obama. Auso – e Tüüfu, e Ängu und Lama hei wöue diskutiere und zäme d’Wäut regiere. Das isch dr Afang worde vo däm Drama. Dr Putin dä macht, s’erscht mou Propaganda. S’Änschi grinnst – s’het äuä nüd verstanda. Dr Obama vo de Staate – duet eifach mou abwarte. So lot s’Desaster nit lang uf sich warta.» Die Teufel zogen an ihrem «WDF» alle Register und ernteten mit ihrem Schlusstanz grossen Applaus.

Die Stimmung im nicht gefüllten Aula-Saal – ob es am Ferienbeginn oder dem fehlenden Obernarren liegt – liess anfangs etwas auf sich warten. Doch spätestens nach dem Auftritt des «Vogulisi» des Heimweh-Mümliswilers Christoph Vögeli brachen die Dämme. Abgerundet wurde der Abend noch von seinem zweiten Auftritt als «Lisa vom Sagiweiher» und dem Stück «Dr Meier isch böckig», den «Chnöiplätzen» (ein Teil der Musikgesellschaft Konkordia) und der Kanofetti Steelband und den Polonaise-Tänzen in der ganzen Aula.

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