Neuendorf

Migros schafft im Gäu für 65 Millionen Franken neue Kapazitäten

MVN-Unternehmensleiter Hans Kuhn (links) mit Rolf Riechsteiner (BSB + Partner, Oensingen) auf der neuen Zufahrtsstrasse, die auf der Nordseite des MVN-Areals gebaut wird.

MVN-Unternehmensleiter Hans Kuhn (links) mit Rolf Riechsteiner (BSB + Partner, Oensingen) auf der neuen Zufahrtsstrasse, die auf der Nordseite des MVN-Areals gebaut wird.

Migros-Verteilbetrieb Neuendorf AG baut eine neue Lagerhalle für Non-Food, Fachmarktartikel, Retouren und den Skiservice. Nötig wird der Neubau, für den das über 30 Jahre alte Tiefkühllager 2 weichen muss, weil die Lagerkapazitäten bei Weitem nicht mehr ausreichen.

Das wichtigste Logistikzentrum des Grossverteilers Migros in Neuendorf platzt seit geraumer Zeit fast aus allen Nähten. 16 Aussenlager für Non-Food-Produkte sowie deren zwei für tiefgekühlte Ware bewirtschaftet die Migros-Verteilbetrieb Neuendorf AG (MVN) derzeit ausser im Tessin in allen Landesteilen der Schweiz.

Schon aus ökologischer Sicht dränge sich eine Erhöhung der Lagerkapazitäten auf, meint MVN-Geschäftsleiter Hans Kuhn zur prekären Situation. Platzmangel herrscht vor allem bei den Non-Food- und Fachmarktprodukten.

Diese Waren sollen künftig zentral in Neuendorf gelagert und kommissioniert werden. Der dafür notwendige Neubau mit Kosten von rund 65 Mio. Franken wurde vom Verwaltungsrat des Migros-Genossenschafts-Bundes bereits abgesegnet, wie Kuhn weiter ausführt.

Altes Tiefkühllager muss weichen

Die 145 Meter lange und 98 Meter breite Halle mit einem Volumen von 385 000 Kubikmeter soll östlich der Neustrasse zu stehen kommen. Der neue Baukörper soll insgesamt 30 Meter hoch ausgeführt werden, 10 Meter davon befinden sich unter dem Terrain.

Der neuen Halle muss allerdings zuerst das über 30 Jahre alte Tiefkühllager 2 (TKL 2) weichen, welches noch auf dem für den Neubau vorgesehen Areal steht. Mit dem Rückbau wird am 26. August begonnen.

Zwei Tage vorher, am 24. August, wird das TKL 2 vom Netz genommen. Die dort eingelagerten Tiefkühlprodukte werden neu im TKL 1 untergebracht, wo dank Optimierungsmassnahmen mehr Platz geschaffen werden konnte.

Die neue Halle soll gemäss Zeitplan Mitte 2015 in Betrieb genommen werden. Der Rückbau des alten Tiefkühllagers dürfte etwa bis Ende Jahr dauern, wie Rolf Riechsteiner von der mit der Generalplanung beauftragten BSB + Partner, Oensingen, schätzt.

Im Frühling 2014 sollten die Baumeisterarbeiten aufgenommen werden. Die Bewirtschaftung des neuen Lagers wird übrigens nicht vollautomatisch erfolgen können, wie Projektleiter Hans Kuhn bemerkt. «Das funktioniert bei Non-Food- und Fachmarktartikeln nur bedingt.»

Wird abgerissen: Auf dem Areal des über 30 Jahre alten TKL 2 entsteht bis Mitte 2015 eine neue Lagerhalle für Non-Food- und Fachmarktartikel.

Wird abgerissen: Auf dem Areal des über 30 Jahre alten TKL 2 entsteht bis Mitte 2015 eine neue Lagerhalle für Non-Food- und Fachmarktartikel.

40 Arbeitsplätze wieder im Gäu

Mit der Konzentration der Non-Food- und Fachmarktartikel werden auch rund 40 Arbeitsplätze zurück ins Gäu geholt. Allein 30 Mitarbeitende sind derzeit noch in Räumlichkeiten des Möbelhauses Hubacher im aargauischen Rothrist tätig, wo sich die MVN eingemietet hat. Dort werden Dienstleistungen für das Skivermietungsgeschäft der Migros ausgeführt und Retouren entgegen genommen.

Die Auflösung der restlichen Aussenstandorte nach der Inbetriebnahme der neuen Halle hat nur einen geringen Einfluss auf den Personalbestand der MVN, weil für deren Bewirtschaftung fast ausschliesslich auswärtige Firmen verantwortlich zeichnen. Für die MVN sind im Moment etwa 1000 Personen tätig, exklusive saisonaler Schwankungen.

Weniger Lastwagenfahrten

Erfreulich positiv wirke sich aus, so Hans Kuhn, dass mit der Inbetriebnahme der Halle der Lastwagenverkehr abnehme, weil die Waren nicht mehr in der halben Schweiz herumgekarrt werden müssten.

Die Migros-Verteilbetrieb Neuendorf AG wird heute täglich von rund 320 Lastwagen angefahren. Nach der Inbetriebnahme der Halle sollen es deutlich weniger Fahrten sein. «Also auch ein Gewinn für die Umwelt», findet Kuhn.

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