Mümliswil
Metzg und Chesi vereint, damit auch in Zukunft der Laden im Dorf ist

In Mümliswil sind die Käserei und Metzgerei nun unter einem Dach zu Hause. Geschäftsführerin Margrit Zaugg will damit das Angebot im Dorf aufrechterhalten «für Leute, die lokales Einkaufen unterstützen, aber auch für ältere Menschen, die nicht mehr mobil sind».

Monika Kammermann
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Margrit Zaugg führt die Guldentaler «Chesi».

Margrit Zaugg führt die Guldentaler «Chesi».

Bruno Kissling

«Wir sind umgezogen», steht am Schaufenster der «Metzg» angeschrieben. Doch lange muss man nicht suchen: Diagonal, auf der anderen Seite der Hauptstrasse befindet sich der neue Standort, wo gleichzeitig die «Chesi» ist. Seit Anfang August sind die beiden Geschäfte unter einem Dach. «Es ist alles sehr schnell gegangen», antwortet die Geschäftsführerin Margrit Zaugg auf die Frage, wie das Ganze zustande kam.

Die Käserei übernahm sie bereits im Juli 2015. Durch ihre bisherige Berufserfahrung sei es für sie naheliegend gewesen, diese zu führen. «Ich bin gelernte Metzgerin. Mit meinem Ex-Partner führten wir viele Jahre eine Käserei; ich kenne also beide Geschäfte», erklärt Zaugg.

Als die Beziehung zerbrach, kehrte die Metzgerin aus dem Schwarzbubenland in ihren angestammten Beruf zurück. Nach ein paar Jahren als Angestellte sah sie 2014 in der Nachfolge der hiesigen Metzgerei ihre Chance, wieder in die Selbstständigkeit zurückzukehren.

Am Puls des Kunden

Gleich nach der Übernahme entwickelte sie die Idee zum Zusammenschluss und dann wurde bereits die Planung des Umbaus in die Wege geleitet: Eine Vergrösserung der Ladenfläche war nötig. Angebaut wurde allerdings nicht, man habe lediglich die bestehende Fläche effizienter genutzt. Im ehemaligen Lager sind Getränke, Konserven und Tiefkühlprodukte untergebracht. Hinter dem vorherigen Getränkeregal verbarg sich Platz für die jetzige Fleischtheke.

Bruno Kissling

Der Zusammenschluss habe natürlich auch wirtschaftliche Gründe: Es braucht nur eine Buchhaltung, Miete für einen Laden und weniger Personal. Die früheren «Chesi»-Mitarbeiterinnen gehören weiter ins Team. Zudem kann man als Geschäftsführerin nicht an beiden Orten gleichzeitig sein. Was der tüchtigen Geschäftsfrau ein wichtiger Faktor zu sein scheint. Es ist spürbar, dass sie den Kundenkontakt sehr schätzt. Sie ist präsent im Laden und kennt die Kunden beim Namen – die meisten beim Vornamen.

Nur Frischfleisch

Im Vorfeld habe sie nicht im Detail kommuniziert, wie sie den Zusammenschluss der beiden Geschäfte gestalten will. «Wir spürten allerdings, dass einige Kunden zweifelten», erinnert sich Zaugg. Umso schöner sei es jetzt zu sehen, wie die Leute reagieren, wenn sie den Laden betreten. Es wurde genügend Platz geschaffen, sodass es mit der zusätzlichen Theke nicht überfüllt wirkt. Im Gegenteil: Der Laden ist offen und hell. Die meisten zeigen sich überaus positiv, das freue sie sehr und bestätige sie in diesem Entscheid. Das Sortiment der «Chesi» habe sie behalten.

Die Fleischtheke ist weiterhin befüllt mit frischen Fleischwaren, die sie selber veredelt wie Schwinger- oder Solothurner Cordon bleu, Pouletspiessli oder Pouletbrüstli «Toscana». Der Metzgerin aus Leib und Seele ist es wichtig, dass sie frische Ware verarbeitet: «Nichts, was bei uns über die Theke geht, war mal gefroren.» Das Frischfleisch beziehe sie von verschiedenen Anbietern, die Wurstwaren aus dem Betrieb ihres Bruders in Bärschwil.

Einsatz fürs Dorf

Der Zusammenschluss habe nicht nur wirtschaftliche Gründe bzw. Margrit Zaugg dachte dabei nicht nur an sich, sondern auch ans Dorf: «Wir wollen das Angebot im Dorf aufrechterhalten für jene Leute, die lokales Einkaufen unterstützen, aber auch für ältere Menschen, die nicht mehr mobil sind. Wir wollen etwas für Mümliswil tun; etwas Spezielles bieten», erklärt Zaugg.

In der «Chesi & Metzg im Guldental» kann man auch nur ein Plätzli oder 100 Gramm Käse kaufen. Das werde von vielen geschätzt, da die fertig abgepackten Fleisch- oder Käsewaren oft zu gross seien. Die Neueröffnung habe ohne grosse Feier stattgefunden, da diese noch während der Sommerferien stattfand. «Aber irgendein Fest dazu werden wir schon noch organisieren – spontan halt», versichert Zaugg lachend.

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