Warum sollten Sie am 2. Juli zur Gemeindepräsident/in von Balsthal werden? Was zeichnet Sie für dieses Amt aus?

Pierino Menna: Ich bin in Balsthal aufgewachsen und mit dem Dorf eng verbunden. Die Entwicklung des Dorfes ist mir ein wichtiges Anliegen. Ich bin zielgerichtet, konsequent und belastbar. Meine Erfahrung als Gemeinderat und Ressortleiter Planung, meine Vernetzung mit anderen Gemeinden und dem Kanton kann ich gewinnbringend einsetzen. Ich bin team- und konsensfähig, gehe auf die Leute zu und spreche Probleme direkt an. Ich bin es gewohnt Probleme zu analysieren, zu strukturieren, um anschliessend überlegt, schnell und lösungsorientiert zu reagieren.

Christine Rütti: Ich will nicht alles verändern, aber gemeinsam viel bewegen. Und ich sage, was ich meine und meine was ich sage, sind meine Leitsätze. In Balsthal, im lebenswerten Juradorf im Grünen, bin ich bereit, meine Fähigkeiten und Kenntnisse (organisatorisch, betriebswirtschaftlich, kommunikativ) engagiert in der Gemeindepolitik und in der Öffentlichkeit für ein lebendiges und sicheres Dorf einzubringen.

Am 2. Juli stellt sich an der Urne die Frage, wer inskünftig das höchste Amt im Thaler Hauptort bekleiden wird (Im Bild: das Gemeindehaus Balsthal).

Am 2. Juli stellt sich an der Urne die Frage, wer inskünftig das höchste Amt im Thaler Hauptort bekleiden wird (Im Bild: das Gemeindehaus Balsthal).

Was würden Sie anstreben, um die finanzielle Situation der Gemeinde mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von knapp 1600 Franken zu verbessern?

Menna: Die finanzielle Situation kann verbessert werden, wenn Ausgaben auf ihre Dringlichkeit und Notwendigkeit hin überprüft werden. Im Hinblick auf Grossprojekte wie die «Umfahrung Klus» und alle anderen Projekte ist die finanzielle Auswirkung auf das Gemeindebudget in einer längerfristigen Finanzplanung transparent darzustellen. An der Gemeindeversammlung tragen die Bürgerinnen und Bürger damit auch eine Verantwortung dafür, dass mit den Steuereinnahmen haushälterisch umgegangen wird. Ziel ist es, mit vereinten Kräften ein ausgeglichenes Budget zu erreichen.

Rütti: Es braucht eine transparente Bestandesaufnahme aller Ausgabenposten der Gemeinde und danach eine Überprüfung der rechtlichen, betriebswirtschaftlichen und politischen Situation der einzelnen Bereiche mit den Ziel, Einsparungen oder Optimierungen vorzunehmen.

Wie soll es mit den beiden grossen Arealen mitten im Dorf, dem Sägerei-Rütti-Areal und dem Papieri-Areal weitergehen?

Menna: Die Planungen zur Zukunft der beiden Areale sind bereits in Angriff genommen worden und weit fortgeschritten. Als Ressortleiter Planung arbeite ich sehr eng mit den verantwortlichen Grundeigentümern, den Planern und dem Kanton zusammen. Mit der SQP (Swiss Quality Paper) besteht ein Kooperationsvertrag, der das Vorgehen bei der Entwicklung des Papieri-Areals regelt. Beim Rütti-Areal liegt ein konkretes Projekt vor, dass in Kürze auch der Bevölkerung von Balsthal vorgestellt werden kann. Meiner Meinung nach wird das Projekt das Areal nachhaltig entwickeln und weit über Balsthal hinaus Wirkung zeigen.

Rütti: Mögliche Massnahmen und Entwicklungen können nur im Dialog mit den Grundeigentümern angegangen werden.

Aufnahme mit dem Multicopter vom Areal der Schreinerei Rütti AG in Balsthal. Ein Grossteil der Gebäulichkeiten auf dem Areal wurde in der Silvesternacht auf das Jahr 2016 ein Raub der Flammen.

Das brachliegende Areal der abgebrannten Schreinerei Rütti

Aufnahme mit dem Multicopter vom Areal der Schreinerei Rütti AG in Balsthal. Ein Grossteil der Gebäulichkeiten auf dem Areal wurde in der Silvesternacht auf das Jahr 2016 ein Raub der Flammen.

Welche Projekte muss die Gemeinde dringend angehen?

Menna: In den kommenden Jahren erfolgen verschiedene Pensionierungen von Chefbeamten. In diesem Zusammenhang ist aus meiner Sicht eine Reorganisation der Verwaltung in Angriff zu nehmen und zielgerichtet durchzuführen. Ein weiteres Projekt, das Arbeitsplätze ins Thal bringen kann ist, das geplante Demenzzentrum. Balsthal als Standort hat gute Chancen, ausgewählt zu werden. Es gilt aber auch visionär zu sein und neue, zukunftsweisende Projekte zu erarbeiten. Gemeinsam mit dem Gemeinderat will ich Machbares verfolgen und realisieren.

Rütti: Die Gemeinde muss sich für die Schaffung von zahlbaren Wohnraum für Jung und Alt einsetzen. Wichtig sind auch gute Rahmenbedingungen für die Industrie und das Gewerbe.

Wie könnten mehr Gewerbe und Industrie und somit Arbeitsplätze nach Balsthal geholt werden?

Menna: Die Gemeinde Balsthal und auch alle anderen Gemeinden im Thal sind bemüht qualitativ gute Arbeitsplätze ins Thal zu holen. Die Thaler Gemeinden müssen sich zusammen vermarkten, ihre Attraktivität als Produktionsstandort den Firmen aufzeigen können. Wir haben in Bereich Land- und Naturressourcen sehr viel zu bieten. Es gilt für mich aber, dass Landflächen nur für nachhaltige Projekte eingesetzt werden dürfen. Kurzzeitige Modeerscheinungen und eine entsprechende Landverschwendung kommen für mich nicht in Frage.

Rütti: Die regionale Zusammenarbeit sollte verstärkt gefördert werden, damit die im Thal vorhandenen Potenziale besser genutzt werden können.

Welche Haltung nehmen Sie in Bezug auf die Umfahrung Klus ein?

Menna: Der Umfahrung Klus stehe ich sehr positiv gegenüber. Als Mitglied des Lenkungsausschusses «Verkehrsentlastung Klus» kenne ich das Projekt sehr gut. Zum heutigen Zeitpunkt hat man eine ausgewogene und akzeptable Lösung auf dem Tisch. Der Kanton bemüht sich um eine tragbare Finanzierung für Balsthal. Die umliegenden Gemeinden haben einen Beitrag an die Umfahrung bereits zugesichert. Die Auswirkung der Kosten auf die Steuerlast muss allen klar sein und von allen getragen werden. Um die Umfahrung nach jahrzehntelangen Planungen realisieren zu können, muss das ganze Thal als Einheit auftreten, eine Aufgabe, die wir Politiker zu lösen haben.

Rütti: Eine Verkehrslösung für die Klus würde die Möglichkeit eröffnen, dem Städtchen Klus einen verträglichen Verkehr zurückzugeben und so die Bedeutung der Klus wieder herzustellen. Deshalb begrüsse die Umfahrung Klus.

Ein Modell der geplanten Verkehrsumfahrung Klus

Ein Modell der geplanten Verkehrsumfahrung Klus

Braucht es ein Hallenbad und eine Badi in Balsthal?

Menna: Ja, es braucht eine Badi und ein Hallenbad, um als Gemeinde mit einem guten Freizeitangebot für Familien attraktiv zu sein. Zudem ist es wichtig, dass die Schulkinder das Schwimmen erlernen können und dass die Bevölkerung von Balsthal und dem ganzen Thal die Möglichkeit hat, zu entspannen und die verschiedenen Jahreszeiten im und am Wasser geniessen können. Man muss sich aber bewusst sein, dass Freibad und Hallenbad nicht ohne erhebliche Ausgaben erhältlich sind. Daher ist auch hier Augenmass und Sorgfalt nötig in Bezug auf Unterhaltskosten, Synergien, Attraktivität, Management und Zusammenarbeit mit den Gemeinden im Thal.

Rütti: Ja, aber nicht um jeden Preis.