Niederamt
«Meine Frau ist der Grund, weshalb ich die Waffen vorbeibringe»

Die Waffensammelaktion der Einwohnergemeinde Starrkirch-Wil in Zusammenarbeit mit der Polizei hat viel Beachtung gefunden. Während der gut zweistündigen Veranstaltung gaben am Samstagnachmittag 34 Personen Karabiner, Sturmgewehre und Pistolen ab.

Beat Wyttenbach
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Zeitweise bildeten sich vor dem Sitzungszimmer der Baukommission Starrkirch-Wil regelrechte Warteschlangen von Personen, die Waffen abgeben wollten.

Zeitweise bildeten sich vor dem Sitzungszimmer der Baukommission Starrkirch-Wil regelrechte Warteschlangen von Personen, die Waffen abgeben wollten.

Markus Müller

49 Waffen wurden in diesen zwei Stunden abgegeben: 26 meldepflichtige Waffen wie Karabiner, Luftgewehre oder Kleinkalibergewehre; 19 bewilligungspflichtige Waffen wie Pistolen, Revolver oder Sturmgewehre und vier verbotene Waffen (drei Schmetterlingsmesser und eine Stahlrute), die ein Oltner «beim Räumen» gefunden haben will.

Damit ist auch schon angetönt: Es waren längst nicht nur Starrkirch-Wiler, die von der Sammelabgabe-Aktion profitierten: Oltner, Wangner, Dulliker, Däniker, Lostorfer, Trimbacher und sogar ein Einwohner aus Biberstein bei Aarau waren vorbeigekommen. «Ich benötige die Waffe nicht mehr», war der häufigste Grund, den sie Patrick Meyer bei der Registrierung nannten. Anton Obrist und Rudolf Hüsser, beide aus Starrkirch-Wil, hätten ihre Waffen wohl noch gerne behalten, «aber meine Frau ist der Grund, weshalb ich sie vorbeibringe», sagten beide.

Angestossen hatte die Idee Gemeindepräsident Daniel Thommen. Immer wieder passierten Unglücke in der Schweiz mit privaten Waffen. Der Amoklauf im luzernischen Menznau sei für ihn ausschlaggebend gewesen, das Anliegen im Gemeinderat vorzubringen, wo er auf offene Ohren gestossen sei. Er war mit der Aktion zufrieden. «Es wurden mehr Waffen abgegeben, als ich erwartet hatte», meinte Thommen. «Die Schweiz wird zwar nicht sicherer dadurch, aber viele Leute werden so entlastet. Etliche haben auf einen solchen Anlass gewartet.»

Auch Niklaus Büttiker, Regionenchef Ost bei der Polizei Kanton Solothurn, war vor der Aktion gespannt und zeigte sich zufrieden, es sei eine gute Sache gewesen. «Jede Waffe, die sich nicht mehr in einem privaten Haushalt befindet und vernichtet wurde, kann keinen Schaden mehr anrichten», ist er überzeugt. Und etwas ist für ihn noch wichtig: «Nicht mehr benötigte Waffen können jederzeit auf jedem Polizeiposten während der ordentlichen Öffnungszeiten (8 bis 12 Uhr und 13.30 bis 17.30 Uhr) abgegeben werden», machte er entsprechend Werbung.