Seit dem Jahr 2012 wird in Niederbuchsiten an der Planung für ein neues Dorfzentrum gearbeitet. Doch diese Arbeit könnte nun für die Katz sein. Denn an einer Infoveranstaltung kam nun zum Vorschein, dass die Dorfbevölkerung keine Lust mehr auf das Projekt hat.

Gleich 50 interessierte Niederbuchsiterinnen und Niederbuchsiter fanden sich am Mittwochabend an der Infoveranstaltung ein. Ganz zum Schluss kam es dann zur überraschenden Wendung im Hinblick auf die angedachte Überbauung im Dorfzentrum.

Zur Schlüsselstelle in der Dorfentwicklung wurde der Platz zwischen dem ehemaligen Restaurant Linde und dem Schulhaus im Jahr 2012 erklärt, eine Arbeitsgruppe lanciert, Vorabklärungen in alle Richtungen gestartet.

Da das neue Zentrum in der Kernzone des Dorfes stehen würde, musste auch der Kanton mit ins Boot geholt werden.

Moderner Neubau sollte es sein

Das grösste sichtbare Zeichen des neuen Dorfkerns sollte ein Wohn- und Geschäftshaus darstellen. Im Untergeschoss hätte die Gemeinde gerne eine Filiale einer grösseren Warenhauskette. Im ersten und zweiten Stock dafür insgesamt je vier 2,5- und 3,5-Zimmer-Wohnungen. Dazu eine Einstellhalle im Untergeschoss.

Die Kosten für das Projekt hätten sich auf gut 4,5 Millionen Franken belaufen. Das Projekt war so weit gediehen, dass die Gemeinde nun den Puls der Einwohnerinnen und Einwohner spüren wollte. Dies zur Frage, ob die Gemeinde das Gebäude gleich selbst zu bauen oder einen Investor zu suchen habe.

«Wir könnten das Gebäude selber bauen, und dafür dann auch die Nettorendite von um die drei Prozent benutzen», erklärte Gemeindepräsident Markus Zeltner. Oder aber die Gemeinde übergebe die Ausführung des Baus an einen Investor, Interessenten seien vorhanden.

Und die Gemeinde setze sich dafür ein, dass das Untergeschoss nach ihren Vorstellungen vermietet wird. Dass ein Dorfladen an diesem Ort entstehen würde, dahinter stellte Zeltner jedoch ein grosses Fragezeichen.

Hatten doch viele der angefragten Grossverteiler bereits verlauten lassen, kein Interesse an einem Engagement in Niederbuchsiten zu haben. Doch zur geplanten Abstimmung kam es gar nicht erst: «Es gäbe noch eine dritte Option, über die abgestimmt werden sollte: Wir könnten es auch gleich sein lassen», war aus der Mitte der Versammlung zu vernehmen.

Denn die acht geplanten Wohnungen müssten auch zuerst einmal vermietet werden. Die Bautätigkeit in den umliegenden Gemeinden, aber auch in Niederbuchsiten selbst wurden als Argument gegen neuen Wohnraum ins Feld geführt.

Davon liessen sich die Anwesenden Niederbuchsiterinnen und Niederbuchsiter offenbar überzeugen. In einer informellen Abstimmung war eine grosse Mehrheit generell gegen die Ausführung des Neubaus im Dorfzentrum.

Die Abstimmung hatte zwar keinen rechtsbindenden Charakter, doch nach diesem Votum wird der Gemeinderat noch einmal über die Bücher gehen.

Tempo 30 wird begrüsst

Anders als die Diskussion zum Dorfzentrum verlief diejenige zum neuen Verkehrskonzept. Aus der Versammlung wurden zwar detaillierte Anmerkungen zu einigen Strassenzügen im Dorf gemacht.

Doch am Grundsatz, dass in vier Quartieren in Zukunft jeweils Tempo 30 gelten soll, wurde nicht gerüttelt. Ja, dieses Vorgehen wurde gar begrüsst.

«Ich bin ein Freund von Tempo-30-Zonen», sagte ein Niederbuchsiter etwa. Nun wird der Gemeinderat die Anmerkungen der Bevölkerung noch einmal überdenken.

Es zeigt sich jedoch nach diesem Abend, dass der Kredit, welcher zur Umsetzung der Verkehrsmassnahmen benötigt wird, an der Gemeindeversammlung angenommen werden wird.

So werden künftig in den Gebieten Bifängli (in der Nähe der Jura), Allmend (in Richtung Wolfwil) und Im Feld (nördlich der Hauptstrasse, westlich der Berggäustrasse in Richtung Oberbuchsiten) nur noch 30 Stundenkilometer erlaubt sein.